VCÖ: Bei E-Pkw-Neuzulassungen große Unterschiede – Südoststeiermark Spitzenreiter

Anzahl und Anteil der neuzugelassenen E-Pkw haben sich im Vorjahr in der Steiermark mehr als verdoppelt. Zwischen den steirischen Bezirken gibt es beim Anteil der E-Pkw große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. In der waren bereits mehr als über 20 Prozent der Neuwagen E-Pkw, in Leoben hingegen nur sechs Prozent. Der VCÖ spricht sich für ein Ende der Steuerbegünstigung von Diesel und der steuerlich subventionierten privaten Nutzung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor aus.

33.239 Pkw wurden im Vorjahr in der Steiermark neu zugelassen. Während die Zahl der neuzugelassenen Benzin- und Diesel-Pkw um 6.356 auf 21.089 abgenommen hat, ist die Anzahl der zu 100 Prozent mit Strom fahrenden E-Pkw im Vorjahr von 2.082 auf 4.563 stark gestiegen, informiert der VCÖ. Damit kletterte der E-Pkw Anteil auf 13,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es 6,2 Prozent und im Jahr 2019 sogar nur 3,2 Prozent.

Innerhalb der Steiermark hat der Bezirk Südoststeiermark mit 20 Prozent die Nase vorne. Im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld waren 18,6 Prozent der Neuzulassungen Elektro-Autos, im Bezirk Graz-Umgebung waren es 18,2 Prozent und in der Landeshauptstadt Graz 16 Prozent, wie die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Am niedrigsten war der Anteil in Leoben mit sechs Prozent, im Bezirk Leoben Land waren es 7,2 Prozent und im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag 7,4 Prozent. Österreichweit ist der Unterschied zwischen den Bezirken noch größer, berichtet der VCÖ. Den höchsten E-Pkw-Anteil hat der Wiener Bezirk Ottakring mit 41 Prozent, während in Wien-Simmering und im Bezirk Reutte der Anteil mit vier Prozent am niedrigsten ist.

„E-Pkw kommen sowohl in der Stadt als auch in den Regionen auf einen immer höheren Anteil bei den Neuzulassungen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Unternehmen“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Zum einen wurden in Österreich insgesamt zwei Drittel aller Pkw auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. Bei den E-Pkw pendelt dieser Anteil je nach Bundesland zwischen 75 Prozent im Burgenland sowie 89 Prozent in Salzburg und Wien. In der Steiermark lag der Anteil bei 82 Prozent.

Neben Verkehr vermeiden und verlagern auf öffentliche Verkehrsmittel, Radfahren und zu Fuß gehen ist die Energiewende hin zu abgasfreien Antrieben die dritte wichtige Säule für ein klimaverträglicheres Verkehrssystem. Bei allen drei Säulen ist mehr Tempo nötig, denn die Zeit drängt, betont der VCÖ.

„Die Regierung unterstützt die Elektroautos mit umfangreichen Förderungen, legt sich dabei aber selber Steine in den Weg, weil Dieseltreibstoff und Firmenwagen mit Verbrennungsmotor nach wie vor steuerlich begünstigt werden. Direkte und indirekte Förderungen für fossile Energie sind ein Bremsklotz am Weg zum Klimaziel“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Der Sachbezug für die private Nutzung von Firmenwagen soll von 1,5 auf 2 Prozent erhöht werden und bei Pkw mit hohem CO2-Ausstoß von derzeit 2 auf 2,5 Prozent. Die Deckelung des Sachbezugs ist aufzuheben und der Sachbezug stärker nach der tatsächlichen Nutzung zu berechnen.

In der Gesamtbilanz inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung sind in Österreich die CO2-Emissionen von E-Pkw im Schnitt um 59 Prozent niedriger als von Benzin- und Diesel-Pkw, wie Daten des Umweltbundesamt zeigen. Wird Ökostrom getankt, sind die Emissionen sogar um rund 77 Prozent niedriger. Zudem stoßen E-Pkw beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Abgase, wie Stickoxide und Feinstaub aus. Auch die Abhängigkeit von teuren Öl-Importen sinkt, wenn der Anteil der E-Pkw steigt, betont der VCÖ. Da E-Autos in der Anschaffung teurer, aber im Betrieb billiger sind, sind sie auch für Carsharing ideal.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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