Bundesheer in der Steiermark zieht Bilanz 2021 und gibt Ausblick auf 2022

Leider muss aufgrund der gegebenen Pandemielage der geplante Neujahrsempfang des Militärkommandanten von Steiermark coronabedingt wie schon im vergangenen Jahr abgesagt werden. Es erreichten uns hierzu viele schriftliche und mündliche Rückmeldungen mit großem Verständnis und vor allem großen Dank für die Leistungen des ÖBH in der Steiermark im Jahr 2021.

Nunmehr möchten wir die Rückschau und den Vorausblick in dieser Form, einer Presseaussendung, durchführen.

Das abgelaufene Jahr stellte uns vor vielfältige, neue und herausfordernde, umfangreich Aufgaben.

Folgende Einsätze wurden in der Steiermark bewältigt:

Einsätze

Seit Oktober 2015: Assistenzeinsatz Migration wird weitergeführt
76.285 Manntage im Jahr 2021

Seit März 2020: Unterstützung der Gesundheitsbehörden bei Gesundheitskontrollen / Einreise für die Bezirkshauptmannschaften Südoststeiermark, Leibnitz und Deutschlandsberg
8.760 Personentage 2021

Seit August 2020: Beginn Unterstützung Contact Tracing Land ST
Derzeit 10 Personen Landesverwaltungsakademie
7.400 Personentage 2021

Jänner- März 2021: Bevölkerungstestung, bis zu 1.400 Heeresangehörige im Einsatz
21.816 Personentage 2021

In Summe 2021: 365 Einsatztage

Jetzt: fast 1,200.000 Stunden/ 114.261 Personentage sicherheitspolizeilicher Assistenzeinsatz/ Migration an der Grenze
Assistenzeinsatz für die Gesundheitsbehörden, Einreisekontrolle
Contact Tracing für das Land Steiermark
In Summe ca. 250 Soldaten zum Wohle der Bevölkerung eingesetzt.

Die Ausbildung und der Dienstbetrieb wurden an alle CORONA- Maßnahmen der Bundesregierung angepasst.
All dies geschieht zusätzlich zu den Normaufgaben des Bundesheeres – die Sicherstellung der klassischen Landesverteidigung und die Luftraumüberwachung zum Schutz der Souveränität zählen zu den Hauptaufgaben des Österreichischen Bundesheeres. Denn, wie heißt es so schön: “Wer verteidigen kann, kann auch helfen. Wer nur helfen kann, kann nicht verteidigen.“

Trotz Corona auch viele andere Ereignisse für das Bundesheer und in der Steiermark

Übungen/ Einsatzvorbereitung

GOMURA 21, Gemeinsame Übung mit den Behörden um den Hochwasserschutz der MUR bei krisenhaften Entwicklungen zu prüfen und bei Hochwasserereignissen die zivilen Behörden zu unterstützen und der Bevölkerung Schutz und Hilfe zu gewährleisten

Blackout- Vorsorgen erarbeiten und planen und zunächst die eigene Resilienz zu stärken und in weiterer Folge die Einsatzorganisationen und die Bevölkerung aus den Kasernen zu unterstützen

Infrastruktur in der Steiermark
Baubeginn Unterkunftsgebäude Feldbach
Umbau Kanzlei- und Unterkunftsgebäude Gablenz- Kaserne

Neuer Kommandant in der Steiermark
Jägerbataillon 18, St. MICHAEL Obstlt Markus Schwaiger
Luftraumüberwachung
Die Saab 105 wurde aufgrund des Endes der technischen Lebensdauer Ende 2020 ausgephast und nicht nachbeschafft.
Die aktive Luftraumüberwachung erfolgt ausschließlich durch Eurofighter, mit Masse aus Zeltweg. Im Zuge mehrerer Dialoge mit den örtlich zuständigen Bürgermeistern konnten wir in konstruktiven, positiven Gesprächen die militärischen Interessen mit derer der ortsansässigen Bevölkerung harmonisieren.

Miliz

Die Miliz Ist weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil des Österreichischen Bundesheeres für die militärische Landesverteidigung, aber auch zur Sicherstellung der laufende In- und Auslandseinsätze.
„Miliz neu denken!“, 200-Millionen-Investitionspaket für die Miliz bundesweit. Auch heuer wird eine Tranche von der in Summe rund 200 Mio. Euro betragenden Gesamtinvestition in Ausrüstung, Gerät und Infrastruktur investiert.
Nach Abschluss dieser Maßnahmen wird jeder Soldat und jede Soldatin über eine idente persönliche Ausrüstung verfügen.

Luftunterstützung/ Hubschrauber

Die 1967 eingeführten leichten Verbindungs- und Transporthubschrauber „Alouette III“ müssen aus technischen Gründen Ende 2023 ausgeschieden werden.
Das BMLV hat daher in einer gemeinsamen Beschaffungskooperation mit Italien um ca. 300 Mio Euro 18 Stück Leonardo AW169M gekauft, alle
Verträge sind abgeschlossen.

Durch das neue Hubschrauber-System können, mit Missionsausstattungen (unterschiedliche Konfigurationen für verschiedene Aufgaben) alle Fähigkeitsbereiche inklusive dem Selbstschutz abgedeckt werden. Durch den raschen Wechsel der unterschiedlichen Missionsausstattungen werden die Flexibilität zur Auftragserfüllung sowie die Durchhaltefähigkeit in den einzelnen Fähigkeitsbereichen verbessert.
Der leistungsstarke Hubschrauber ist speziell für Einsätze im Gebirge bestens geeignet und verfügt auch in großen Höhen über ausreichende Leistungsreserven. 12 dieser 18 Hubschrauber werden in AIGEN stationiert werden, damit ergibt sich eine Aufwertung und auch Absicherung des Standort AIGEN.
Ebenso werden Infrastrukturmaßnahmen am Standort gesetzt, welche den Fliegerhorst weiter verbessern werden.

Mein Dienst für Österreich

Im November 2020 wurde das Projekt „Mein Dienst für Österreich“, ein Attraktives Maßnahmenpaket für Grundwehrdienst und Miliz präsentiert. Interessierte GWD können freiwillig, um bis zu 3 Monate, auf Basis Funktionsdienst verlängern; damit ihr Wissen festigen und in die Praxis umsetzen, wie zum Bespiel im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz in ganz Österreich. Bereits am Beginn des Jahres 2021 konnten wir den gesamten Assistenzeinsatz an der Staatsgrenze ohne Grundwehrdiener abdecken, was uns derzeit aufgrund einer massiven Erhöhung der Gesamtstärke leider nicht mehr gelingt.
Der Grundwehrdienst selbst soll eine Zeit der Weiterbildung und Integration in die Gesellschaft sein. Die Soldaten sollen mit Hilfe der neuen Modelle sich ganz auf die Ausbildung konzentrieren können. Der Fokus der Grundwehrdienstausbildung liegt somit klar auf der Einsatzfunktion und der Beorderung als Milizsoldat.
Umwelt
Auch ein Stück grüner ist das Bundesheer geworden. Mit der Einführung eines Klimatellers in der Verpflegsversorgung, bei dem auf regionale Produkte mit geringem ökologischen Fußabdruck zurückgegriffen wird, bis zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen der Type VW ID-3

Ausblick

Auch im laufenden Jahr werden wir uns umfangreichen Herausforderungen stellen dürfen, seien es die Unterstützung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie oder die Durchführung der Ausbildung und des Dienstbetriebes unter den besonderen Schutzmaßnahmen.
Wir müssen davon ausgehen, dass der sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsatz an der Staatsgrenze und die Unterstützung der Behörden im Rahmen der Pandemie- Bekämpfung uns auch 2022 beschäftigen wird.

Übung der Theresianischen Militärakademie
Heuer werden sich in der Steiermark die Offiziersanwärter der Theresianischen Militärakademie im Juli im Rahmen einer großen Übung im Raum EISENERZ auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereiten.

Übungen/ Einsatzvorbereitung
Wir werden uns in der Einsatzvorbereitung weiterhin mit dem Schwergewicht BLACKOUT- Vorsorgen beschäftigen und hierzu auch wieder eine
gemeinsame Übung mit den Behörden und Blaulichtorganisationen
durchführen.

AIRPOWER22

Ein Höhepunkt, nicht nur in der Steiermark, wird die AIRPOWER22, die am 2. und 3. September in ZELTWEG stattfinden wird. Eine Flugshow der Superlative mit besonderem Aspekt auf den Umweltschutz. Erwarten Sie atemberaubende Vorführungen in der Luft, ein umfangreiches „Static- Display“, eine hochmoderne Industrieausstellung und vieles mehr.
Ich darf versichern, dass unsererseits alle möglichen Maßnahmen zur Reduktion des CO2- Ausstoßes getroffen werden.
Dieses Thema wurde und wird bereits gegenüber der Öffentlichkeit offensiv kommuniziert und wir werden während der Vorbereitung laufend weiter informieren.

Dank

Ich erlaube mir an dieser Stelle auch Dank zu sagen, Dank an loyale, motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter, Dank an alle Partner mit denen wir im abgelaufenen Jahr zusammengearbeitet haben und Dank an die politische Führung für die Unterstützung der Anliegen des ÖBH
Die Österreicherinnen und Österreicher können sich auf ihr Bundesheer verlassen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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