VCÖ: In der Steiermark 2021 die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten seit Bestehen der Unfallstatistik

Aber 50 Todesopfer sind Mahnung, weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen

VCÖ (Wien, 1. Jänner 2022) – Die Steiermark erreichte im Jahr 2021 die beste Verkehrsunfallbilanz seit Bestehen der Unfallstatistik. Der bisher niedrigste Wert von 52 Verkehrstoten im Jahr 2020 wurde im Jahr 2021 unterschritten. Aber der Blutzoll ist nach wie vor hoch: 50 Menschen kamen in der Steiermark im Straßenverkehr ums Leben, informiert der VCÖ. Eine Mahnung, verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen, betont der VCÖ. 

50 Menschen kamen im Jahr 2021 in der Steiermark im Straßenverkehr ums Leben, im Jahr 2020 verloren 52 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. „Die Steiermark erreichte im Vorjahr die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten seit Bestehen der Unfallstatistik“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten verzeichnete die Steiermark im Jahr 2020 mit 52, im Jahr 2019 kamen 72 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Jahr 2018 69.  Im Jahr 2005 wurden in der Steiermark sogar 123 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet. 

„Die Verkehrssicherheitsmaßnahmen auf Landesebene sowie in den Gemeinden und Städten wirken. Die 46 Todesopfer des Jahres 2021 sind aber Mahnung, weitere Maßnahmen zu setzen, um die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. 

Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten  von 344 im Jahr 2020 auf 359 im Vorjahr gestiegen. Hauptursache der tödlichen Unfälle war zu hohes Tempo. Eine wichtige Maßnahme für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, so wie es beispielsweis in der Schweiz gilt. Auch in 22 der 27 EU-Staaten ist das Tempolimit auf Freilandstraßen mit 90, 80 oder 70 km/h niedriger als in Österreich. 

Nötig sind aber auch präventive Maßnahmen, wie mehr Bahn und Busverbindungen in den Regionen. Denn das tödliche Unfallrisiko war in den vergangenen drei Jahren mit dem Pkw 15 Mal so hoch wie mit dem Bus und sogar 78 Mal so hoch wie mit der Bahn, wie eine VCÖ-Analyse zeigt. Gerade am Wochenende können mit Anrufsammeltaxis und Discobusse viele schwere Unfälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vermieden werden. 

Um die Sicherheit für die steigende Anzahl der Radfahrerinnen und Radfahrer zu erhöhen, ist der starke Ausbau der Radinfrastruktur wichtig. „Es braucht in den Regionen und auch Städten und Gemeinden rasch eine zeitgemäße und sichere Infrastruktur für den Radverkehr“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

In den Regionen ist es wichtig, dass Siedlungen den nächstgelegenen Ort über eine sichere Radverbindung erreichen können. Wenn Siedlungen nur über eine Freilandstraße mit dem nächsten Ort verbunden sind, besteht Handlungsbedarf. In den Städten und in den Gemeinden ist mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 nötig. Eine Maßnahme, die auch den Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere Kindern und älteren Menschen zugutekommt, erinnert der VCÖ.

Die beiden anderen Flächenbundesländer Oberösterreich und Niederösterreich verzeichneten mit 91 bzw. 92 fast doppelt so viele Verkehrstote wie die Steiermark. 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695 

VCÖ: Anzahl Verkehrstote war in der Steiermark 2021 so niedrig wie noch nie  (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark)

Jahr 2021: 50 Verkehrstote (vorläufige Daten) 

Jahr 2020: 52 Verkehrstote

Jahr 2019: 72 Verkehrstote

Jahr 2018: 69 Verkehrstote
Jahr 2017: 76 Verkehrstote
Jahr 2016: 72 Verkehrstote

Jahr 2015: 77 Verkehrstote
Jahr 2014: 86 Verkehrstote
Jahr 2013: 71 Verkehrstote

Jahr 2012: 81 Verkehrstote
Jahr 2011: 72 Verkehrstote
Jahr 2010: 79 Verkehrstote

Jahr 2009: 91 Verkehrstote
Jahr 2008: 109 Verkehrstote
Jahr 2007: 115 Verkehrstote

Jahr 2006: 112 Verkehrstote
Jahr 2005: 123 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2022

Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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