Silvester – VERWENDUNG VON PYROTECHNISCHEN GEGENSTÄNDEN ANLÄSSLICH DES JAHRESWECHSELS 2021/2022

Steiermark. – Anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels informiert die Polizei über die aktuellen Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes und appelliert an die Vernunft.

Weihnachten und Silvester gehören für Blaulichtorganisationen wohl alle Jahre wieder zu den einsatzintensivsten Tagen im Jahr. Neben den aktuell geltenden Bestimmungen der Corona-Maßnahmen (siehe www.sozialministerium.at), hat die Polizei auch wie jedes Jahr die Überwachung der Bestimmungen nach dem Pyrotechnikgesetz (Böller, Feuerwerke udgl.) durchzuführen.

Die wesentlichen Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes 2010 bleiben unverändert. Grundsätzlich besteht auch zu Silvester ein Verbot der Verwendung von Pyrotechnik (Kategorie F2) im Ortsgebiet, jedoch können Bürgermeister mittels Verordnung bestimmte Teile des Ortsgebietes vom Verbot ausnehmen. Für das Stadtgebiet von Graz wurde keine derartige Verordnung erlassen, womit das Abschießen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 (zB übliche Feuerwerksraketen, Batteriefeuerwerke, etc.) im Ortsgebiet von Graz ausnahmslos verboten ist. Darüber hinaus ist generell zu beachten, dass Pyrotechnik in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenanstalten, Gotteshäusern, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten (auch außerhalb des Ortsgebietes) bzw. in der Nähe von Tankstellen nicht verwendet werden darf. Größere bzw. professionelle Feuerwerke (Kategorie F3 und F4) sind ohnehin nur aufgrund einer behördlichen Bewilligung erlaubt.

Bei Verstößen gegen das Pyrotechnikgesetz drohen empfindliche Geldstrafen bis zu 10.000 Euro oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Wochen. Doch darüber hinaus gibt es auch im heurigen Jahr viele gute Gründe, um auf ein Feuerwerk zu verzichten: Denn neben der Gefahr schwerer Verletzungen und dem persönlichen Leid von Mensch und Tier durch übermäßigen Lärm, schont ein Verzicht auf ein Feuerwerk nicht nur Geldbörse und Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit. Die Krankenanstalten und das Gesundheitspersonal sind aufgrund der Corona-Situation ohnehin am Limit und sollten nicht durch leichtsinniges und vermeidbares Verletzungsgeschehen zusätzlich belastet werden.

Die Polizei wird auch im heurigen Jahr zum Jahreswechsel wieder verstärkt präsent sein, um die Einhaltung der Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes zu überwachen. Ein dementsprechender Behördenauftrag ist bereits ergangen.

Eine ausführliche Presseinformation zu den Bestimmungen des Pyrotechnikgesetz 2010 samt übersichtlicher Tabelle der Sicherheits- und Verwaltungspolizeilichen Abteilung (SVA) ist angeschlossen.

VERWENDUNG VON PYROTECHNISCHEN GEGENSTÄNDEN ANLÄSSLICH DES JAHRESWECHSELS 2021/2022

Im Hinblick auf den bevorstehenden Jahreswechsel und der aus diesem Anlass veranstalteten Feiern wird von der Landespolizeidirektion Steiermark und den Organen der öffentlichen Sicherheit streng auf die Einhaltung des Pyrotechnikgesetzes 2010 geachtet. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes wird mit Anzeigen und Beschlagnahme der pyrotechnischen Gegenstände vorgegangen. 

Wie jedes Jahr werden durch die unsachgemäße Verwendung von Pyrotechnikgegenständen zahlreiche Personen verletzt. Dazu zählen schwere Hörschäden, Verbrennungen, Augenverletzungen und sogar der Verlust von Körperteilen.

Verantwortungslose Weitergabe von Feuerwerkskörpern an Kinder und nicht Berechtigten, Verwendung unter Alkoholeinfluss, fehlerhafte Feuerwerkskörper, selbstproduzierte Knallkörper und illegale Böller verursachen nicht nur die oben angeführten Verletzungen, sondern auch erhebliche Sachschäden, vorwiegend durch Brände.

Bei unzähligen Tieren, sowohl bei Haus- als auch bei Wildtieren werden Angstreaktionen ausgelöst und führt dies oft zu Fluchtverhalten.

In diesem Zusammenhang wird auf die Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes 2010 aufmerksam gemacht:

Feuerwerkskörper der Kategorie F1 unterliegen keiner Beschränkung hinsichtlich Besitzes und Verwendung; die Personen müssen allerdings das 12. Lebensjahr vollendet haben.

Zu beachten: Diese Feuerwerkskörper dürfen innerhalb bzw. in unmittelbarer Nähe größerer Menschenansammlungen, sowie in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenanstalten, Gotteshäusern, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten nicht verwendet werden.

Feuerwerkskörper der Kategorie F2 dürfen von Personen unter 16 Jahren weder besessen noch verwendet werden.

Die Verwendung von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 ist im Ortsgebiet verboten, jedoch kann der Bürgermeister mit Verordnung bestimmte Teile des Ortsgebietes von diesem Verbot ausnehmen. Für das Ortsgebiet von Graz wurde keine derartige Verordnung erlassen.  Ebenso dürfen pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 grundsätzlich in geschlossenen Räumen und innerhalb oder in unmittelbarer Nähe einer größeren Menschenansammlung nicht verwendet werden.

Pyrotechnische Gegenstände und Sätze dürfen auch nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenanstalten, Gotteshäusern, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten verwendet werden (dies gilt auch außerhalb des Ortsgebietes). 

Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände in der Nähe von Tankstellen ist ebenso verboten.

Besitz und Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen, die keine Bezeichnung, Kategorien- bzw. Klassenzugehörigkeit, keine Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache und keine Abgabenbeschränkungen (Alter) enthalten, sind verboten.

Besitz und Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F3 und Kategorie F4 sind nur auf Grund einer besonderen Bewilligung (Bescheid der Landespolizeidirektion Steiermark bzw. Bezirksverwaltungsbehörde) zulässig.

Jede widmungswidrige Verwendung von Feuerwerkskörpern und losen pyrotechnischen Gegenständen ist verboten.

Wer gegen die Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes verstößt, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist mit einer Geldstrafe bis € 10.000,– oder mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Wochen zu bestrafen.

Das Abschießen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 ist im Ortsgebiet von Graz ausnahmslos verboten.

Der Besitz und die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze der Kategorien F3 und F4 sind nur aufgrund einer behördlichen Bewilligung erlaubt.

Von der Landespolizeidirektion Steiermark werden verstärkte Kontrollen zur Einhaltung des Pyrotechnikgesetzes vorgenommen. Übertretungen werden ausnahmslos zur Anzeige gebracht. Pyrotechnische Gegenstände, für die nach dem Pyrotechnikgesetz der Verfall vorgesehen ist, werden rigoros beschlagnahmt.

Rückfragehinweis: Landespolizeidirektion Steiermark, Sicherheits- und Verwaltungspolizeiliche Abteilung, HR Mag. Daniela SCHOBER, Tel.: 059133/606300 oder 0664/8113459.

Graz, am 02.12.2021

Die Referatsleiterin:

HR Mag. Daniela SCHOBER

Anhang 1

EinteilungArtikel/GegenstandAlterNorm
  Kategorie F1Feuerwerkskörper, die eine sehr geringe Gefahr darstellen, Verwendung innerhalb von Wohngebäuden möglich12 Jahre§§ 11 Z. 1, 15 PyroTG 2010
  Kategorie F2Feuerwerkskörper, die eine geringe Gefahr darstellen, Verwendung im Freien16 Jahre§§ 11 Z. 2, 15 PyroTG 2010
  Kategorie F3Feuerwerkskörper, die eine mittlere Gefahr darstellen18 Jahre und Bewilligung§§ 11 Z. 3, 15, 17, 19, 28 PyroTG 2010
  Kategorie F4Feuerwerkskörper, die eine große Gefahr darstellen18 Jahre und Bewilligung§§ 11 Z. 4, 15, 17, 19, 28 PyroTG 2010

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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