Weihnachtliche Einsatzserie bei der FF Kirchenlandl

Einsatzreichster Tag im Jahr 2021 der Feuerwehr Kirchenlandl, am 24. Dezember 2021 musste diese zu vier Einsätzen ausrücken.

Bereits um 05:14Uhr wurden die Kameraden der FF Kirchenlandl mittels Sirenenalarm und SMS Alarmierung aus dem Schlaf gerissen.
Bereits die Anfahrt zum Rüsthaus gestaltete sich aufgrund der extremen Glätte der Fahrbahn für die Mitlgieder als äusserst gefährlich.
Beim Erkunden an der Einsatzstelle konnte folgende Situation festgestellt werden. Ein LKW-Lenker kam aufgrund der schlechten Fahrverhältnisse auf der B115 auf die Gegenfahrbahn und touchierte die Leitplanke. Dabei wurden das Zugfahrzeug sowie der Sattelaufleger beschädigt. Der Fahrer des LKW konnte noch rund 200 Meter zu einem Parkplatz eines Autohauses fahren. Dort stellte er das Fahrzeug ab.

Die FF Kirchenlandl errichtete umgehenst einen doppelten Brandschutz und sicherte die Unfallstelle ab, weiters wurde eine Beleuchtung aufgebaut. Eine Polizeistreife war bereits vor Ort und nahm die Daten des Fahrzeuglenkers auf, dieser war zum Glück nicht verletzt. Aufgrund der starken Beschädigung war eine Weiterfahrt jedoch nicht mehr möglich.

Durch die Touchierung mit der Leitplanke kam es zu Beschädigungen im Motorbereich, dabei trat auch etwas Öl und Treibstoff aus. Der beschädigte Kraftstofftank wurde auf Undichtheit kontrolliert, dabei konnte festgestellt werden, dass kein Kraftstoff austrat und der Tank soweit dicht war. Die ausgelaufenen Betriebsmitteln wurden auf der mit Schnee und Eis bedeckten Fahrbahn so gut es ging mittels Ölbindemittel gebunden. Dazu musste auch die Straßenmeisterei St. Gallen angefordert werden, welche Ölspurtafeln aufstellte und weiteres benötigte Ölbindemittel bereitstellte.

Nach rund drei Stunden konnte die FF Kirchenlandl wieder ins Rüsthaus einrücken.

Mitten in den Arbeiten zur Einsatzbereitstellung der Fahrzeuge, erreichte die Feuerwehr ein Anruf aus dem Postverteilerzentrum und informierte uns über einen hängengebliebenen LKW im Einfahrtsbereich des Verteilerzentrums. Binnen kürzester Zeit war die Mannschaft mit HLF1 und MTFA am Einsatzort. Durch die vereiste Fahrbahn, rutschte ein Zustell-LKW bei der Einfahrt zum Verteilerzentrum in eine angrenzende mit Schnee bedeckte Wiese. Mehrere Versuche des LKW-Fahrers sich aus seiner misslichen Situation zu befreien schlugen fehl.
Die Feuerwehr sperrte die Zufahrtsstraße und begann das Eis auf der Fahrbahn mittels Streusalz aufzutauen. In der Zwischenzeit wurde das Fahrzeug mittels Endlosschlingen an das HLF gespannt. Nachdem die Fahrbahn einigermaßen vom Eis befreit war wurde der LKW aus der Wiese gezogen. Danach konnte wieder ins Rüsthaus eingerückt werden.

Im Rüsthaus wurden daraufhin die letzten Vorbereitungen für das Friedenslicht getroffen.
Rund eine halbe Stunde später wurde die Feuerwehr Kirchenlandl wieder telefonisch informiert, dass ein PKW auf der eisglatten Fahrbahn einer Gemeindestraße von der Fahrbahn abkam und in einen Graben zu rutschen drohte.
Die Feuerwehr Kirchenlandl rückte mit HLF1 und 5 Mann zum Einsatz aus. Vor Ort wurde der PKW mittels Endlosschlinge an das HLF1 gesichert. Die beiden geschockten Insassen des PKW´s trauten sich aufgrund der Glätte nicht aus ihrem Fahrzeug. Behutsam wurde der PKW wieder auf die Fahrbahn gezogen. In der Zwischenzeit wurde der Streuwagen der Gemeinde informiert und zum Einsatzort beordert. Dieser begann sofort mit der Streuung von Splitt, um ein gefahrenloses befahren der Straße zu ermöglichen. Erst danach wurde der PKW wieder vom HLF gelöst und die beiden Insassen konnte ihre Fahrt wieder fortsetzen und die Feuerwehr einrücken.



Aufgrund der Ausgabe des Friedenslichtes verließen kurz vor 14 Uhr die letzten Mitglieder das Rüsthaus und machten sich auf den Weg nach Hause zu ihren Familien. Doch weit sollten sie nicht kommen. Wieder mussten die Feuerwehrmänner der FF Kirchenlandl aufgrund eines neuerlichen Sirenenalarms in das Rüsthaus einrücken.
„T17-Schadstoff, Ölaustritt von LKW, läuft in Kanal“, lautete die Meldung der Leitstelle. Aufgrund des Alarmplanes wurde zusätzlich auch die Feuerwehr St. Gallen mitalarmiert.
Die Unfallstelle war den Mitgliedern der FF Kirchenlandl bereits bekannt, es handelte sich wieder um den LKW aus den frühen Morgenstunden. Ein vorbeifahrender PKW-Fahrer sah einen Ölfilm in diesem Bereich und den beschädigten LKW, woraufhin er einen Notruf absetzte.
Die Feuerwehr Kirchenlandl begann wieder mit der Kontrolle des LKW auf austretende Betriebsmittel, dabei konnten wieder keine Leckagen festgestellt werden. Jedoch konnte ein leichter Ölfilm im Bereich der ursprünglichen Unfallstelle und 100 Meter danach festgestellt werden.
Nach Eintreffen der FF St. Gallen am Einsatzort entschloss man sich auf eine gründliche Reinigung der Fahrbahn mittels Bioversal.

BIOVERSAL ist ein flüssiges Sicherheits- und Reinigungsprodukt für den Öl- und Feuerwehreinsatz in der ungeschützten freien Natur. BIOVERSAL besteht aus sehr gut abbaubaren, oberflächenaktiven Substanzen und dem pflanzlichen Wirkstoff – dem sogenannten Bio-Aktivator. BIOVERSAL baut den Schadstoff Öl biologisch sehr gut ab, ist nicht wassergefährdend, nicht toxisch, nicht korrosionsfördernd, dermatologisch unbedenklich und ph-neutral.

Das SRF St. Gallen besitzt einen Tank mit rund 200 Litern, welcher mit Bioversal gemischt ist. Die Fahrbahn wurde dazu mit diesem Mittel besprüht und mittels Besen durch die Mannschaften der Feuerwehren eingerieben. Aufgrund der Länge des Ölfilmes auf der Straße musste dazu das SRF St. Gallen zweimal mit Wasser aus dem HLF1 Kirchenlandl wieder befüllt werden. Im Anschluss ließ man das Mittel kurz einwirken um es danach mittels Hochdruckrohr wieder von der Straße zu waschen.
Während der Reinigungsarbeiten der Fahrbahn musste diese immer wieder für den gesamten Verkehr gesperrt werden.
Nach Kontrolle durch die Einsatzleitung und Salzstreuung durch die Straßenmeisterei, konnte der Einsatz nach rund 2,5 Stunden beendet werden.
Danach konnten die Feuerwehrmänner endlich zu ihren Familien nach Hause und gemeinsam Weihnachten feiern.

Hiermit ergeht nochmal ein großes Dankeschön an alle Einsatzkräfte für sämtliche Entbehrungen bei Einsätzen an solchen Tagen.

Bilder: GRADER/FF Kirchenlandl

Quelle: Bereichsfeuerwehrverband Liezen

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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