VCÖ: Die Steiermark kann heuer niedrigste Anzahl an Verkehrstoten erreichen

Aber 46 Todesopfer sind Mahnung, weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen

VCÖ (Wien, 23. Dezember 2021) – Die Steiermark steuert auf die beste Verkehrsunfallbilanz seit Bestehen der Unfallstatistik zu. Der bisher niedrigste Wert von 52 Verkehrstoten im Vorjahr kann heuer unterschritten werden. Aber der Blutzoll ist nach wie vor hoch: 46 Menschen kamen in der Steiermark seit Jahresbeginn ums Leben, informiert der VCÖ. Eine Mahnung, verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen, betont der VCÖ. 

46 Menschen kamen seit Jahresbeginn in der Steiermark im Straßenverkehr ums Leben, um sechs weniger als im gesamten Vorjahr, berichtet der VCÖ. „Die Steiermark kann heuer die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten seit Bestehen der Unfallstatistik erreichen“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten verzeichnete die Steiermark im Vorjahr mit 52, im Jahr 2019 kamen 72 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Jahr 2018 69.  Im Jahr 2005 wurden in der Steiermark sogar 123 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet. 

„Die Verkehrssicherheitsmaßnahmen auf Landesebene sowie in den Gemeinden und Städten wirken. Die 46 Todesopfer des Jahres 2021 sind aber Mahnung, weitere Maßnahmen zu setzen, um die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. 

Eine wichtige Maßnahme für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, so wie es beispielsweis in der Schweiz gilt. Auch in 22 der 27 EU-Staaten ist das Tempolimit auf Freilandstraßen mit 90, 80 oder 70 km/h niedriger als in Österreich. 

Nötig sind aber auch präventive Maßnahmen, wie mehr Bahn und Busverbindungen in den Regionen. Denn das tödliche Unfallrisiko war in den vergangenen drei Jahren mit dem Pkw 15 Mal so hoch wie mit dem Bus und sogar 78 Mal so hoch wie mit der Bahn, wie eine VCÖ-Analyse zeigt. Gerade am Wochenende können mit Anrufsammeltaxis und Discobusse viele schwere Unfälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vermieden werden. 

Um die Sicherheit für die steigende Anzahl der Radfahrerinnen und Radfahrer zu erhöhen, ist der starke Ausbau der Radinfrastruktur wichtig. „Es braucht in den Regionen und auch Städten und Gemeinden rasch eine zeitgemäße und sichere Infrastruktur für den Radverkehr“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

In den Regionen ist es wichtig, dass Siedlungen den nächstgelegenen Ort über eine sichere Radverbindung erreichen können. Wenn Siedlungen nur über eine Freilandstraße mit dem nächsten Ort verbunden sind, besteht Handlungsbedarf. In den Städten und in den Gemeinden ist mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 nötig. Eine Maßnahme, die auch den Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere Kindern und älteren Menschen zugutekommt, erinnert der VCÖ.

Die meisten Verkehrstoten waren heuer in Oberösterreich zu beklagen mit 89 (um 22 mehr als im gesamten Vorjahr), berichtet der VCÖ. In Niederösterreich kamen 87 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben (minus 3), in Kärnten 36 (plus 1), in Tirol 28 (plus 2), in Salzburg 24 (minus 4 ), in Wien 14 (plus 2) und in Vorarlberg 13 (minus 3). Die wenigsten Verkehrstoten verzeichnet das Burgenland, wo heuer acht Menschen im Straßenverkehr ums Leben kamen, um zehn weniger als im Jahr 2020.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695 

VCÖ: Die Steiermark kann heuer niedrigste Anzahl an Verkehrstoten erreichen  (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark)

1.1.-21.12.2021: 46 Verkehrstote (vorläufige Daten)

Jahr 2020: 52 Verkehrstote
Jahr 2019: 72 Verkehrstote 

Jahr 2018: 69 Verkehrstote
Jahr 2017: 76 Verkehrstote

Jahr 2016: 72 Verkehrstote
Jahr 2015: 77 Verkehrstote

Jahr 2014: 86 Verkehrstote
Jahr 2013: 71 Verkehrstote

Jahr 2012: 81 Verkehrstote
Jahr 2011: 72 Verkehrstote

Jahr 2010: 79 Verkehrstote
Jahr 2009: 91 Verkehrstote

Jahr 2008: 109 Verkehrstote
Jahr 2007: 115 Verkehrstote

Jahr 2006: 112 Verkehrstote
Jahr 2005: 123 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2021

VCÖ: Die meisten Todesopfer in Oberösterreich (Anzahl Verkehrstote 1.1.-22.12.2021 (in Klammer endgültige Zahl 2020))

Oberösterreich: 89 Verkehrstote (67) 

Niederösterreich: 87 (90) 

Steiermark: 46 (52) 

Kärnten: 36 (35)
Tirol: 28 (26) 

Salzburg: 24 (28)
Wien: 14 (12)

Vorarlberg: 13 (16)
Burgenland: 8 (18)
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2021 

Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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