Markt-Check: Verborgene Hühnerqual im Weihnachtskeks

Großteil der überprüften Weihnachtskekse ohne Angaben zu Herkunft oder Haltung

Um die Feiertage verkaufen sich fertige Backwaren und backfertige Teige in großen Mengen. Mit ihnen wahrscheinlich aber auch Eier aus Käfighaltung! Die fehlende Deklarationspflicht führt dazu, dass wir das Leid der Hennen unbewusst mitfinanzieren. In einer Stichprobe von 34 Produkten des Weihnachtssortiments aus verschiedenen Märkten konnten auf 25 keinerlei Angaben zu Herkunft und Haltungsform gefunden werden. Lediglich auf neun Produkten war angegeben, dass die Eier aus Bodenhaltung stammen. Von diesen neun zeigten fünf keine Information zum Herkunftsland und vier gaben an, dass österreichische Eier verwendet werden. Die beiden am deutlichsten gekennzeichneten Produkte wurden bei Hofer gefunden. Die Herkunft der Eier aus österreichischer Bodenhaltung war hier zusätzlich durch ein Gütesiegel bestätigt (siehe Bild).

Gerade an den Feiertagen schalten wir gerne ab und gönnen uns etwas. Um und zu Weihnachten allzu gern in Form von köstlichen Keksen und anderen weihnachtlichen Süßspeisen. Jedes Jahr um diese Zeit erfreuen sich fertige Backwaren und Teige aller Art besonderer Beliebtheit. Doch ist es oft unklar, woher die enthaltenen Zutaten stammen. Problematisch ist das nicht nur, aber besonders bei tierlichen Inhaltsstoffen wie Eiern. Mangels einer Kennzeichnungspflicht für Herkunft und Haltungsform können sich Eier von Hennen aus grausamer Käfighaltung in eben solchen Fertigbackwaren vor den Augen der Käufer:innen verstecken. Da in Österreich, dank des unermüdlichen Einsatzes von NGOs wie dem VGT, sowohl Legebatterien als auch die sogenannten ausgestalteten Käfige per Gesetz verboten sind, denkt man hier kaum mehr daran, dass es sich bei den undeklarierten Zutaten um Eier aus diesen Haltungssystemen handeln kann.

Denise Kubala, MSc., Koordinatorin für internationale Kampagnen beim VGT, dazu: Der Import von Käfigeiern u.a. aus Deutschland, Ungarn, Polen, Kroatien und den Niederlanden, ist erlaubt, die Zahlen hoch. Pro Tag werden ca. 1 Mio. Schaleneier nach Österreich importiert. Dazu kamen im Jahr 2020 noch rund 19.000 Tonnen Eiprodukte wie Flüssigei oder Eipulver. Wenn man bedenkt, dass knapp 50 % der Hennen in der EU noch immer in Käfigen leiden bzw. geschätzt 90-95% der weltweit vermarkteten Eier aus Käfighaltung stammen, kann man davon ausgehen, dass die Importe großteils Käfigeier sind. Weil die Kennzeichnungspflicht fehlt, sieht am Ende keiner mehr, wie und wo das Ei gelegt wurde.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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