ÖSV-Wintersportsplitter: Geburtstagskind Hauser im Sprint starke Vierte / Ulbing feiert Sieg im Parallelriesentorlauf

Mit dem Sprintrennen der Damen startete heute die Biathlon-Elite in Annecy-Le Grand Bornand (FRA) in das letzte Wettkampf-Wochenende vor dem Jahreswechsel. Dabei durfte sich Lisa Hauser erneut über einen absoluten Spitzenplatz freuen. Mit zwei schnellen und vor allem fehlerfreien Schießeinlagen war die Tirolerin in diesem spannenden Rennen mittendrin im Kampf um einen Podestplatz. Am Ende belegte Lisa Hauser, die heute zudem ihren 28. Geburtstag feiert, mit 24,9 Sekunden Rückstand den starken vierten Platz. Auf Rang drei fehlten dem Geburtstagskind am Ende nur 8,8 Sekunden.

Der Sieg ging heute an die momentane Gesamt-Weltcupführende Marte Olsbu Roeiseland. Die Norwegerin zeigte eine makellose Schießleistung und setzte sich mit 15,4 Sekunden gegen die ebenfalls fehlerfrei gebliebene Französin Anais Bescond durch. Den dritten Platz sicherte sich die Schwedin Elvira Oeberg (+16,1 sec.), die mit einer sensationellen Laufleistung trotz zweier Strafrunden den Sprung auf das Podium schaffte.

Dunja Zdouc und Katharina Innerhofer belegten die Ränge 70 und 71.

STIMME:

Lisa Hauser (Vierte): „Ich habe mich auf der Spur gut gefühlt, aber meine Leistung am Schießplatz freut mich heute besonders. Vor allem deswegen, weil ich in Hochfilzen doch ein paar Probleme gehabt habe. Heute mit zwei Nullern durchzukommen, tut richtig gut. Vor acht Jahren bin ich hier mein erstes Einzel-Weltcuprennen gelaufen, damals auch mit null Fehlern. Das heute zum Geburtstag wieder zu schaffen und so ein cooles Rennen zu laufen – damit habe ich mir selbst das beste Geschenk gemacht.“


Daniela Ulbing feiert in Carezza ersten Weltcuptriumph im Parallelriesentorlauf

Daniela Ulbing hat am Donnerstag durch einen Erfolg im großen Finale gegen die Tschechin Ester Ledecka den Parallelriesentorlauf in Carezza (ITA) gewonnen und damit ihren ersten Weltcuptriumph in dieser Disziplin gefeiert, nachdem sie bisher zwei Siege im Parallelslalom 2017 in Bad Gastein und in der Vorsaison in Moskau zu Buche stehen hatte. Zweitbeste Österreicherin wurde Julia Dujmovits als Fünfte, die Burgenländerin musste sich Ulbing im Viertelfinale beugen. Bei den Herren landete Benjamin Karl als bester ÖSV-Boarder ebenfalls auf Rang fünf.

Daniela Ulbing war als Sechste der Qualifikation in das 16er-Finale eingezogen und lieferte dort eine überragende Vorstellung ab. Nachdem die Kärntnerin in der Auftaktrunde die Russin Milena Bykova aus dem Bewerb genommen hatte, setzte sich Ulbing der Reihe nach gegen die Top 3 der Qualifikation, Julia Dujmovits (Quali-3.), Ramona Hofmeister (GER/2.) und Ester Ledecka (CZE/1.), durch. In allen drei Läufen fuhr Ulbing fehlerfrei und schlug zudem ein hohes Tempo an. Damit setzte die Österreicherin ihre Gegnerinnen unter Druck, was im Viertelfinale bei Dujmovits (DNF) und im großen Finale bei Ledecka (+3,56 Sekunden) zu Fahrfehlern führte, während Ulbing im Semifinale Hofmeister um 0,18 Sekunden in die Knie zwang.

„Ich bin sehr zufrieden, dass ich das heute bis zum Schluss so durchgezogen habe, was ich auch schon im Training gezeigt habe. Ich bin megahappy, dass auch das nötige Glück dabei war und ich heute als Siegerin auf dem Podium stehe. Dabei war ich als Sechste mit der Qualifikation noch nicht zu 100 Prozent zufrieden, aber im Finale habe ich von Lauf zu Lauf besser hineingefunden und mich immer besser mit dem steilen Gelände angefreundet. Ich habe in der Vorbereitung sehr viel in den PGS investiert und fühle mich jetzt auch in dieser Disziplin sehr wohl – und das ist sehr wichtig für mich“, strahlte Daniela Ulbing.

Julia Dujmovits hatte noch mit den Nachwehen eines Trainingssturzes am gestrigen Mittwoch zu kämpfen. „Daher bin ich mit Rang fünf auch voll zufrieden, weil es heute recht schwierig gewesen ist, mich wieder zu überwinden und aufs Rennfahren konzentrieren zu können“, betonte Dujmovits, die sich bei dem Crash bei Vollspeed überschlagen hatte. „Das war so ein Sturz, bei dem man sehr schnell erst wieder im Spital aufwacht, deshalb war das Ergebnis für mich heute auch zweitrangig. Mit Rang drei war ich mit der Quali noch super zufrieden, im Finale hat sich die Piste total verändert, war hart und unruhig, deshalb konnte ich auch meine Linie nicht mehr so halten“, resümierte Julia Dujmovits.

Sabine Schöffmann erreichte ebenfalls das Finale der Top 16, unterlag jedoch in der Auftaktrunde der Schweizerin Julie Zogg und wurde Elfte. Claudia Riegler war nicht am Start, da das Rennen in Carezza unter Einhaltung der 2-G-Regel ausgetragen wurde, deren Anforderungen die Salzburgerin derzeit noch nicht erfüllt.

Bei den Herren gewann Benjamin Karl in der Auftaktrunde das ewig junge ÖSV-Duell gegen Andreas Prommegger, der am Ende Rang 16 belegte, um 0,64 Sekunden. In einem spannenden Viertelfinale musste der fünffache Weltmeister dann dem Italiener Edwin Coratti um sechs Hundertstelsekunden den Vortritt lassen. „Ich habe eine aufsteigende Form. Ich möchte meinen Speed, mein Equipment und mein Set-Up im Februar bei den Olympischen Spielen am Höhepunkt haben. Um mehr geht es momentan nicht. Bis dorthin werden wir noch basteln. Die Bestzeit in der Quali hat mich sehr gefreut, denn das habe ich schon lange nicht mehr geschafft. Im Viertelfinale gab es ein Problem mit der Backside, das wir bis zum Rennen am Samstag in Cortina hoffentlich gelöst haben“, sagte Benjamin Karl.

Als zweitbester Österreicher reihte sich der Kärntner Alexander Payer nach einer Achtelfinal-Niederlage gegen den Südkoreaner Lee Sangho (+0,34 Sekunden) an der 13. Stelle ein. Der Steirer Arvid Auner (20.) sowie die Kärntner Fabian Obmann (22.) und Aron Juritz (35.) verpassten das 16er-Finale. Der Weltcup der Raceboarder wird am kommenden Samstag, 18. Dezember 2021, mit einem weiteren Parallelriesentorlauf in Cortina d’Ampezzo fortgesetzt (Qualifikation ab 15.00 Uhr, Finale ab 19.00 Uhr).

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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