VCÖ: In der Steiermark gibt es die drittmeisten betrieblichen Anschlussbahnen Österreichs

183 betriebliche Gleisanschlüsse gibt es in der Steiermark, das ist nach Niederösterreich und Oberösterreicher der dritthöchste Wert, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. So genannte Anschlussbahnen spielen eine zentrale Rolle für die Verlagerung der Gütertransporte von der Straße auf die Schiene. Denn zwei Drittel der Bahn-Transporte kommen über Anschlussbahnen auf die Schiene. Der VCÖ betont, dass das Potenzial von Anschlussbahnen stärker zu nutzen ist.

Die Steiermark hat mit 183 die dritthöchste Anzahl an Anschlussbahnen, informiert der VCÖ. Die meisten betrieblichen Gleisanschlüsse gibt es mit 291 in Niederösterreich, vor Oberösterreich mit 238. Österreich verfügt über knapp mehr als 1.000 Anschlussbahnen. „Leider hat es in Österreich in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Rückgang bei den aktiven Anschlussbahnen gegeben. Im Jahr 2020 wurde lediglich die Hälfte der betrieblichen Gleisanschlüsse auch aktiv genutzt“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger aufmerksam.

Werden Güter von der Straße auf die Schiene verlagert, dann werden die CO2-Emissionen im Schnitt um 94 Prozent pro Tonnenkilometer verringert, verdeutlicht der VCÖ. „Um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können, muss der Anteil der Transporte auf der Schiene deutlich erhöht werden. Dafür sind betriebliche Gleisanschlüsse unverzichtbar“, weist VCÖ-Experte Schwendinger darauf hin, dass zwei Drittel des Transportvolumens über betriebliche Gleisanschlüsse auf die Schiene kommen.

Umso wichtiger ist es, Anschlussbahnen wieder zu reaktivieren bzw. dort, wo es noch keine gibt, aber viele bahnaffine Güter transportiert werden, neu zu errichten. Aktive Anschlussbahnen müssen sie wieder zur Standardausstattung von Gewerbeparks und Industriegebieten werden, stellt der VCÖ fest. Wichtig ist, dass die Unternehmen dabei stärker unterstützt werden. Denn während Straßen zu Betrieben zur Gänze von der öffentlichen Hand finanziert werden, besteht für Anschlussbahnen eine Förderobergrenze von 40 Prozent und maximal 2,5 Millionen Euro für Neuerrichtungen, Erweiterungen und Instandhaltung. Bundesländer können die Verlagerung zusätzlich unterstützen, wie es das Land Salzburg macht. Salzburg unterstützt die Reaktivierung von Anschlussbahnen und zusätzlich auch den Betrieb mit 200 Euro je Einzelwagen-Transport.

Zudem ist auch Information und Beratung sehr wichtig. Der VCÖ empfiehlt die Einrichtung regionaler Verlagerungscoaches. Diese sollen betreiberunabhängig Unternehmen, die das Potenzial haben Güter auf die Schiene zu verlagern, eruieren und beraten. Dass die Verlagerung von der Straße auf die Schiene erfolgreich ist, zeigt beispielsweise das Schotterunternehmen Bernegger in Molln in Oberösterreich, die rund 20.000 Lkw-Fahrten pro Jahr von der Straße auf die Schiene verlagern.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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