VCÖ: Tödliches Unfallrisiko war mit Pkw in den letzten drei Jahren 78 Mal so hoch wie mit Bahn


Mehr Bahn- und Busverbindungen erhöhen die Verkehrssicherheit 

VCÖ (Wien, 8. Dezember 2021) – 537 Tote und 63.680 Verletzte. Das ist die traurige Opferbilanz von Pkw-Insassen, die in den vergangenen drei Jahren auf Österreichs Straßen verunglückt sind. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass pro 10 Milliarden Personenkilometer 23 Pkw-Insassen ums Leben kamen. Das tödliche Unfallrisiko mit dem Pkw ist rund 15 Mal so hoch wie mit dem Bus und 78 Mal so hoch wie mit der Bahn. Der VCÖ betont, dass mit einem dichteren öffentlichen Verkehrsnetz und häufigeren Verbindungen auch in den Regionen die Verkehrssicherheit deutlich erhöht werden kann.

152 Pkw-Insassen sind im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben gekommen. Trotz Verkehrsrückgang wegen der Covid-19-Pandemie war die Zahl der Todesopfer um fünf höher als im Jahr 2019, berichtet der VCÖ. In den vergangenen drei Jahren verloren insgesamt 537 Autofahrerinnen und Autofahrer im Straßenverkehr ihr Leben. Im gleichen Zeitraum kamen vier Bus-Fahrgäste bei Verkehrsunfällen ums Leben und ein Zug-Fahrgast, nämlich im Jahr 2018. 

Im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometer ist sowohl das Fahren mit dem Bus als auch mit der Bahn um ein Vielfaches sicherer als mit dem Auto. „Das tödliche Unfallrisiko war in den vergangenen drei Jahren mit dem Pkw 15 Mal so hoch wie mit dem Bus und sogar 78 Mal so hoch wie mit der Bahn“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger das Ergebnis der VCÖ-Analyse zusammen. Die Daten im Detail: Pro 10 Milliarden Personenkilometer gab es in den vergangenen drei Jahren mit der Bahn statistisch 0,3 Todesopfer, mit dem Bus 1,6 und mit dem Pkw 23,5 Todesopfer.

Auch das Verletzungsrisiko ist mit dem Pkw um ein Vielfaches höher: Mit 2.844 verletzten Pkw-Insassen pro 10 Milliarden Personenkilometer war die Anzahl dreimal so hoch wie mit dem Bus und sogar 86 Mal so hoch wie mit der Bahn, verdeutlicht der VCÖ. 

Der VCÖ sieht vor allem in den Regionen großen Aufholbedarf bei den öffentlichen Verkehrsverbindungen. „Zum einen ist es wichtig, dass alle regionalen Zentren gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sind. Zum anderen braucht es ergänzend zum Linienverkehr nachfrageorientierte Angebote wie Anrufsammeltaxis, Gemeindebusse und Discobusse in dünner besiedelten Regionen“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. Immer wieder scheitert es bei diesen Angeboten an der Finanzierung. Deshalb sollte ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen im Sinne der Verkehrssicherheit für die Finanzierung von Anrufsammeltaxis und Discobussen verwendet werden. 

Darüber hinaus sind die Stadt-Umland-Verbindungen in den Ballungsräumen auszubauen und zu verbessern, etwa durch häufigere S-Bahn-Verbindungen und die Verlängerung von Straßenbahnlinien ins Umland wie es beispielsweise von Wien nach Schwechat geplant und von Linz nach Traun bereits umgesetzt ist. Dort, wo es keine Schiene gibt, sind Schnellbusverbindungen einzurichten, fordert der VCÖ. 

VCÖ: Tödliches Unfallrisiko mit Pkw 78 Mal so hoch wie mit der Bahn (Anzahl Todesopfer bei Unfällen pro 10 Milliarden Personenkilometer im Zeitraum 2018 bis 2020)

Pkw-Insassen: 23,5 Todesopfer

Bus-Fahrgäste: 1,6 Todesopfer

Zug-Fahrgäste: 0,3 Todesopfer
Quelle: Statistik Austria, Schic, VCÖ 2021 

VCÖ: Verletzungsrisiko mit Pkw 86 Mal so hoch wie mit der Bahn (Anzahl Verletzte bei Unfällen pro 10 Milliarden Personenkilometer im Zeitraum 2018 bis 2020)

Pkw-Insassen: 2.844 Verletzte

Bus-Fahrgäste: 870 Verletzte

Zug-Fahrgäste: 33 Verletzte
Quelle: Statistik Austria, Schic, VCÖ 2021 

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at