Das Angebot wird weiter ausgebaut – Hospiz- und Palliativversorgung in der Steiermark

Graz, am 29. November 2021.- Sowohl die stationäre Hospiz- und Palliativversorgung als auch die mobile Versorgung wird bis 2025 deutlich erweitert. Neue Palliativbetten entstehen am LKH Weststeiermark und in Graz, bei der stationären Hospizversorgung sollen die Plätze bis 2025 mehr als verdoppelt werden – mit neuen Betten in der Hochsteiermark sowie in der Ost- bzw. Südoststeiermark. Auch die Förderung des Vinzi-Dorf-Hospizes wird verlängert und das Projekt „HPC mobil“ läuft mit dem Ziel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mobilen Pflege und Betreuung durch Schulungen in den vorhandenen Kompetenzen zu stärken und die Hospizkultur in den Trägerorganisationen tiefer zu verankern.Bei der Hospiz- und Palliativversorgung steht die Verbesserung der Lebensqualität und die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden von unheilbar kranken Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Hospiz- und Palliativversorgung fokussiert besonders auf medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Aspekte und begleitet umfassend unheilbar kranke Menschen in ihrer letzten Lebenszeit. Die demografische Entwicklung und die steigende Anzahl chronisch kranker Menschen führt dazu, dass die Hospiz- und Palliativversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnt, weshalb auch in der Steiermark die Versorgung weiter ausgebaut wird. Für die Basisfinanzierung für Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche ist für 2022 ein Gesamtbetrag von Euro 10,3 Mio. vorgesehen. Darin enthalten sind auch Mittel für den bereits erfolgten Ausbau des Mobilen Palliativteams Graz und den weiteren Ausbau der telefonischen Rufbereitschaft.Zusätzlich hat die Gesundheitsplattform Steiermark im Zuge ihrer 47. Sitzung am 19. November 2021 ein Budget von Euro 1.645.000,00 freigegeben um den weiteren Ausbau vor allem im stationären Hospizbereich zu fördern. Ergänzend wurde die Hospizversorgung für obdachlose Menschen in deren Lebensumfeld – das VinziDorf-Hospiz mit zwei Betten – mit einer Förderung in der Höhe von insgesamt maximal Euro 350.000,00 verlängert.HPC mobil
Seit 2019 läuft in der Steiermark das Projekt „HPC mobil“. Dabei werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hauskrankenpflege bezüglich Hospiz und Palliative Care speziell geschult – für ein würdevolles Zuhausebleiben bis zuletzt.Die meisten Menschen wünschen sich, ihre letzte Lebenszeit zu Hause verbringen zu können. Neben pflegenden Angehörigen sind es oft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mobilen Pflege und Betreuung, die Patientinnen und Patienten jeden Alters versorgen und wichtige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für alle Beteiligten darstellen. Der Hospizverein Steiermark hat als Projektträger im Sommer 2019 dahingehend das landesweite Projekt „HPC mobil“ gestartet – gemeinsam mit Volkshilfe Steiermark, Rotes Kreuz, Sozialmedizinischer Pflegedienst-Hauskrankenpflege Steiermark und Caritas Steiermark sowie der Unterstützung des Landes Steiermark und unter Begleitung des Dachverbands Hospiz Österreich und des Fonds Gesundes Österreich.Statements

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß: „Die Hospiz- und Palliativversorgung ist in der Steiermark im Bundesländervergleich bereits jetzt sehr gut ausgebaut. Eine abgestufte Versorgung und eine zentrale Koordination gewährleisten dabei, dass die Patientinnen und Patienten zur richtigen Zeit am richtigen Ort versorgt werden können. Durch den nun fixierten weiteren Ausbau sichern wir die Versorgung auch für die Zukunft ab – vor allem auch außerhalb von Graz. Bei den stationären Palliativbetten ist ein Ausbau von derzeit 48 auf 58 Palliativbetten bis 2025 geplant, bei den stationären Hospizbetten von 14 auf 30 Betten.“Soziallandesrätin Doris Kampus: „Besonders freut es mich, dass das Vinzi-Dorf-Hospiz mit zwei Betten für weitere fünf Jahre abgesichert wurde. Damit können wir obdachlosen Menschen eine Versorgung in ihrem Lebensumfeld bieten. Auch ist es uns ein Anliegen, künftig ein möglichst geringe oder keine finanzielle Zuzahlung der Patientinnen und Patienten zu erreichen, um den niederschwelligen Zugang zu gewährleisten.“„Die Bevölkerung wird immer älter. Das ist natürlich erfreulich, bedeutet aber gleichzeitig, dass auch die Zahl der chronisch kranken und leider auch jene der unheilbar kranken Menschen weiter steigen wird. Umso wichtiger ist es, die Hospiz- und Palliativversorgung auszubauen, damit Betroffenen für die Endphase des Lebens eine hochwertige und menschliche Betreuung gewährleistet werden kann. In der Gesundheitsplattform Steiermark haben wir eine deutliche Aufstockung der Mittel beschlossen, was ich im Namen der Österreichischen Gesundheitskasse ausdrücklich begrüße“, erklärt der Vorsitzende des ÖGK-Landesstellenausschusses Steiermark, Vinzenz Harrer.Waltraud Klasnic, LH a.D., Vorsitzende Hospiz Österreich: „Im Sinne der Menschenwürde und unserer Verantwortung für Menschen, die wir auf ihren letzten Wegen begleiten dürfen, ist in der Steiermark ein kleines Vorweihnachtswunder geschehen. Das heute vorgestellte Paket weist mit einer flächendeckenden und leistbaren Hospiz- und Palliativversorgung den Spitzenplatz der Steiermark unter den Bundesländern aus. In über 25 Jahren wurde von den Haupt- und Ehrenamtlichen Menschen in unserem Land aufgebaut und vorbereitet. Danke an unsere Landesrätin für das klare Bekenntnis und die erfolgreichen Verhandlungen auf allen Ebenen.“Peter Pilz, Obmann Hospizverein Steiermark: „Die Mehrheit der Menschen wünscht sich, ihre letzte Lebensphase zuhause zu verbringen. Das bedeutet für Angehörige eine enorme Herausforderung. Die Hauskrankenpflege sorgt hier für professionelle Unterstützung. Um die vorhandene Kompetenz und Sensibilität weiter zu stärken, unterstützt der Hospizverein Steiermark im Rahmen des  Projektes „HPC mobil“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Trägerorganisationen dabei, die Hospizkultur noch tiefer in ihrer Arbeit zu verankern. Durch dieses große Engagement des Pflege- und Betreuungspersonals soll gemeinsam mit den rund  850 Ehrenamtlichen des Hospizvereins Steiermark die letzte Lebensphase eines Menschen in höchstem Maße  lebenswert und menschenwürdig gestaltet werden können.“„Für alle Menschen in der Steiermark besteht ein flächendeckender und gerechter Zugang zu den Möglichkeiten der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung. Die Angebote sind sehr vielschichtig und reichen von mobilen Palliativteams über Palliativkonsiliardienste bis hin zur Versorgung auf Palliativstationen und im stationären Hospiz. Als Koordinationsstelle gewährleisten wir einen koordinierten Ausbau der Angebote, fördern die Zusammenarbeit und beraten Betroffene und Angehörige“, erläutert Johann Baumgartner, Leiter der Koordinationsstelle Palliativbetreuung Steiermark, die organisatorisch der KAGes übertragen ist und vom Gesundheitsfonds Steiermark finanziert und begleitet wird.„Die Hospiz- und Palliativversorgung hat sich in Österreich vielfach aufgrund von Einzelinitiativen entwickelt und ist nicht klar dem Gesundheits- oder Sozialbereich zuzuordnen. Die Finanzierung und Abwicklung in den einzelnen Bundesländern läuft derzeit daher sehr heterogen. Das neue bundesweite Hospiz- und Palliativfondsgesetz, welches sich derzeit in Begutachtung im Nationalrat befindet, wird hier zu einem schnelleren Ausbau des bedarfsgerechten Versorgungsangebotes führen und soll die Finanzierung langfristig absichern“, sagt Johannes Koinig, Leiter des Bereiches Gesundheitsplanung, Steuerung und Qualität im Gesundheitsfonds Steiermark.Der geplante Ausbau im Kurz-Überblick:Stationäre Palliativbetten für Erwachsene: Von derzeit 48 auf 58 Palliativbetten bis 2025 (acht im LKH Weststeiermark und Deutschlandsberg sowie zwei im Krankenhaus der Elisabethinen in Graz) und weitere fünf Betten bis 2030. Die acht neuen Betten am LKH Weststeiermark befinden sich bereits in Umsetzung.Palliativkonsiliardienste (PKD) und mobile Palliativteams (MPT): Die erforderliche Anzahl an Teams – aufgeteilt auf die ganze Steiermark – wurde bereits erreicht. Bis 2025 erfolgt eine personelle Verstärkung in bestehenden Teams.Stationäre Hospizversorgung für Erwachsene: Zu den derzeit 14 stationären Hospizplätzen und sechs Tageshospizplätzen in Graz kommen 16 Plätze vor allem in der Hochsteiermark sowie im Osten und Südosten der Steiermark hinzu, sodass im Jahr 2025 insgesamt 30 Plätze steiermarkweit bestehen werden.Vinzi-Dorf-Hospiz: Zusätzlich wird die Finanzierung der zwei Betten im Vinzi-Dorf-Hospiz in Graz für Obdachlose um weitere fünf Jahre bis 2027 verlängert.Hospizteams: Derzeit gibt es 32 Teams, wobei derzeit etwa ein Drittel der Einsätze von hauptamtlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren organisiert werden. Da die Aufgabe aufgrund der steigenden Anforderungen immer schwieriger ehrenamtlich zu bewerkstelligen ist, wird bis 2025 eine Verdoppelung der hauptamtlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren angestrebt.Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene: Stationären Kinderpalliativbetten, integriert in den Abteilungen für Kinder- und Jugendheilkunde sollen künftig gesondert ausgewiesen und um Spezialausstattungen ergänzt werden. Geplant sind vier Betten am LKH Univ.-Klinikum Graz und zwei am LKH Hochsteiermark, Standort Leoben.
Die mobilen Kinderpalliativteams, die seit 2014 in der Steiermark im Einsatz sind, sollen bis 2025 und 2030 personell verstärkt werden.
Stationäres Kinder-Hospiz: Für die Realisierung eines Stationären Kinder-Hospizes plädiert die Steiermark für bundesländerübergreifende Lösungen. Der Bedarf besteht, aber sehr kleine externe Einheiten sind nicht zielführend. Für ein bundesländerübergreifendes Kinder-Hospiz wäre auch die Steiermark gesprächsbereit und steht für eine Umsetzung bereit.

Neun Forschungsvorhaben werden mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert
Wissenschaftsressort unterstützt steirische Projekte im Bereich grüner Technologien 

Graz (29. November 2021).- Innovative und zukunftsweisende Projekte im Bereich grüner Technologien leisten einen wesentlichen Beitrag, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Im Rahmen der 14. Ausschreibung des Zukunftsfonds Steiermark zum Themenschwerpunkt „NEXT GREEN TECH“ wurden neun Forschungsvorhaben ausgewählt, die mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert werden.„Green Tech ist ein wissenschaftliches und wirtschaftliches Stärkefeld der Steiermark. Seit vielen Jahren sind heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen Vorreiter bei der Entwicklung grüner Technologien. Um unsere Spitzenposition weiter ausbauen zu können, unterstützen wir neun exzellente Projekte in diesem Bereich. Damit leisten wir zum einem einen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Umsetzung des europäischen Green Deal, zum anderen ergeben sich neue Perspektiven für wirtschaftliches Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze in der Steiermark“, so Wissenschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl.„Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern und das Einsparen von CO2-Emissionen erfordert tiefgehende Transformationsprozesse – von der Energiegewinnung bis hin zur Industrie. Die Forschung und Entwicklung nehmen dabei eine zentrale Rolle ein, damit diese Herausforderung gelingen kann, steirische Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue, zukunftsfitte Arbeitsplätze entstehen. Deshalb ist es uns wichtig, diese Vorzeigeprojekte zu unterstützen und so positive Zukunftsbilder zu zeichnen. Denn in einem breiten Schulterschluss kann es uns gelingen, die Steiermark auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten“, ergänzt Klimaschutzlandesrätin Ursula Lackner.Bereits zweite Ausschreibung des Zukunftsfonds im Bereich grüner Technologien
Es handelt sich hierbei bereits um die zweite Ausschreibung des steirischen Zukunftsfonds, die sich dem Thema Grüne Transformation widmet. Im vergangenen Jahr wurden schon zehn Projekte heimischer Forschungseinrichtungen mit insgesamt 3,5 Millionen Euro unterstützt. Insgesamt werden somit alleine aus diesem Förderprogramm in der Steiermark 19 Forschungsprojekte ermöglicht, die sich mit grünen Technologien beschäftigen. Das Land Steiermark wird auch im kommenden Jahr 2022 weiter auf das Zukunftsthema setzen und eine dritte Ausschreibung starten.Neun Forschungsvorhaben zum Thema „NEXT GREEN TECH“
Bei der aktuellen Ausschreibung des Zukunftsfonds Steiermark zum Themenschwerpunkt „NEXT GREEN TECH“ wurden sämtliche universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in der Steiermark aufgerufen, Projekte zu folgende Themenbereichen einzureichen: Grüner Wasserstoff, Grüne Mobilität und Energiesysteme. Voraussetzung war, dass es sich dabei um Kooperations-Projekte mehrerer Forschungseinrichtungen handelt. Aus allen Einreichungen hat eine Fachjury neun Forschungsvorhaben ausgewählt, die mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert werden. Übernommen werden bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten, maximal jedoch 250.000 Euro pro Projekt.
Beispielhaft werden hier drei angeführt:Nachhaltiger Treibstoff aus Stickstoff in Kläranlagen
Ammoniak gilt als CO2-freier Treibstoff der Zukunft. Er kann sowohl im Verkehrssektor als auch in der Industrie eingesetzt werden. Eine große Herausforderung liegt dabei in der Bereitstellung von erneuerbarem Ammoniak, da die konventionelle Gewinnung äußerst energieintensiv ist und hohe CO2-Emissionen verursacht. Das Projekt „Green AmmoniaFUEL“ der Montanuniversität Leoben hat sich zum Ziel gesetzt, ein energieeffizientes, industrielles Verfahren zu entwickeln, um aus Abwasser Stickstoff abzutrennen und als Ammoniak-Gas für eine Festoxidbrennstoffzelle nutzbar zu machen. Auf diese Weise können Kläranlagen entlastet und gleichzeitig aus dem dort vorhandenen, überschüssigen Stickstoff ein nachhaltiger Treibstoff erzeugt werden.Verbesserte Performance bei der Herstellung von Grünem Wasserstoff
Grüner Wasserstoff wird durch den chemischen Prozess der Elektrolyse mit erneuerbarem Strom hergestellt. Bisher sind zwei ausgereifte Technologien verfügbar: alkalische Elektrolyse und PEM-Elektrolyse (kurz für Proton Exchange Membrane, Protonen-Austausch-Membran). Die AEM Elektrolyse (kurz für Anion Exchange Membrane, Anionenaustauschmembran) ist eine vielversprechende Alternative und vereint die Vorteile beider Technologien. Hier besteht aber noch Entwicklungsbedarf. Die HyCentA Research GmbH arbeitet bei ihrem Projekt „AEM Neo“ einerseits an einer verbesserten Performance der AEM-Wasserelektrolyse, indem der interne Schichtaufbau mit ionisch leitfähigen Polymeren gezielt modifiziert wird. Zum anderem wird durch systematische Experimente ein umfassendes Verständnis der internen Prozesse generiert, das die weitere Entwicklung beschleunigt.60 Prozent weniger CO2-Emission bei der Eisen- und Stahlproduktion
Die Eisen- und Stahlindustrie ist ein ganz wesentlicher, aber auch einer der emissionsstärksten Industriezweige. Die österreichische Produktion stützt sich dabei unter anderem auf Sideriterz, einem carbonatischen Eisenerz vom steirischen Erzberg. Beim Projekt „SteirEISen“ der Technischen Universität Graz soll ein Prozesskonzept erarbeitet werden, bei dem durch die direkte Wasserstoffreduktion von Sideriterz elementares Eisen direkt aus dem Eisencarbonat gebildet werden soll. Dies ermöglicht eine CO2-Emissionsminderung um rund 60 Prozent.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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