ÖBB sind in der Steiermark für Eis und Schnee gerüstet

Dieser Tage erwarten wir auch in der Steiermark den ersten Schnee. Mit 5.000 Mitarbeiter:innen, über 10.000 Weichenheizungen und einer 2 x -1.000 PS-starken Hochleistungsschneeschleuder trotzen die ÖBB Frost, Eis und Schnee.

(Graz, 26. November 2021) – Langsam kündigt sich der Winter an. Der erste Schnee in den alpinen Regionen ist bereits gefallen und auch in niedrigen Lagen sinken die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt. Wie jedes Jahr haben die ÖBB schon frühzeitig die technische Winterausrüstung aktiviert und die Vorbereitungen für Eis, Frost und Schnee getroffen. Für den Winterdienst sieht das Unternehmen jährlich rund 40 Millionen Euro vor. Rund 5.000 Mitarbeiter:innen stehen bereit, um im Schichtbetrieb vor allem im Gleis- und Weichenbereich sowie an den Bahnsteigen einen reibungslosen Bahnbetrieb gewährleisten zu können.

Die heuer getroffenen Vorbereitungen betreffen österreichweit insgesamt über 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen (Steiermark: 109 Bahnhöfe & Haltestellen). Dazu wurde die Einsatzbereitschaft von Schneeräumgeräten und über 10.000 Weichenheizungen überprüft. Auch 6.580 Brücken und 192 km Lawinen- und Steinschlagschutz wurden auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert.

Hochleistungsschneeschleuder wartet wieder auf ihren Einsatz

Seit letztem Winter ist bei den ÖBB eine Hochleistungsschneeschleuder im Einsatz. Die 2×1.000 PS-starke und 77 Tonnen schwere 4-achsige Schneeschleuder mit Drehrahmenkonzept erzielt eine Räumleistung von bis zu 15.000 Tonnen/Stunde und ermöglicht Einsatzzeiten bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad. Der obere Fahrzeugteil mit den Führerständen der Schneeschleuder ist drehbar ausgeführt und das Fahrzeug erreicht eine Eigenfahrtgeschwindigkeit von bis zu 100km/h.
Neben diesem Modell stehen noch zwei weitere, bewährte Schneeschleudern auf Abruf bereit, um auf Wetterextreme entsprechend reagieren zu können.

Einige Berufsgruppen im Winterdienst besonders gefordert

Die Techniker:innen und Lehnenmeister:innen sorgen bereits vor der kalten Jahreszeit dafür, dass sich der Anlagen sowie der Lawinen- und Steinschlagschutz in einwandfreiem Zustand befinden. Hat der Winter Einzug gehalten, sind verschiedene Berufsgruppen besonders gefordert. Dazu zählen beispielsweise die Streckenmitarbeiter:innen, die Weichen von Schnee und Eis befreien. Immerhin muss im Fall der Fälle ein 5.000 km langes Streckennetz kontinuierlich mit Schneepflügen, Schneefräsen und Schneebürsten vom Schnee befreit werden.

Weichenheizung lässt Schnee und Eis schmelzen

Österreichweit werden über zwei Drittel der knapp 13.400 Weichen elektrisch beheizt (10.320). Wenn abzusehen ist, dass Schnee und Eis wichtige Weichenverbindungen lahmlegen, werden die Weichenheizungen automatisch aktiv und bringen den Schnee im Weichenbereich zum Schmelzen. Bei extrem widrigen Witterungsverhältnissen haben Fahrdienstleiter zusätzlich die Möglichkeit, die sogenannte „Flugschneetaste“ zu aktivieren und für eine festgelegte Zeit ein „Dauerheizen“ zu veranlassen, wodurch die Weichen frei von Schnee und Eis bleiben.

Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren

Die ÖBB setzen mit Investitionen in Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren auf Prävention statt auf punktuelle Gefahrenabwehr. Österreichweit werden von den ÖBB rund 190.000 Laufmeter Steinschlag- und Lawinenverbauungen betreut, rund 3.900 Hektar Felsflächen überwacht und rund 2.800 Hektar Schutzwälder bewirtschaftet. Datenbanken und geographische Informationssysteme unterstützen bei der Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von Schutzbauten. Die Beteiligung und Initiierung von Forschungsprojekten garantiert zudem hohes technisches und wissenschaftliches Know-how.

Punktgenaue Wetterprognosen und ständige Verbesserungen

Da sich Wetterextreme häufen, ist es notwendig, schnell reagieren zu können, damit die Gleise bei z.B. Hochwässern oder Baumwürfen frei bleiben und für Züge sicher befahrbar sind. Entscheidend für die Aktivierung der Bereitschafts- und Einsatzkräfte ist die Wettervorhersage. Die ÖBB verfügen seit vielen Jahren über ein sehr genaues, betriebseigenes und streckenspezifisches Wetter-Vorwarnsystem (Niederschlagsmenge, Wind, Temperatur, etc.). In den verschiedenen Regionen liefern 51 ÖBB-eigene Wetterstationen sowohl im Hochgebirge als auch an den Strecken wichtige Daten. Diese werden mit jenen der externen Dienstleister abgeglichen und ergänzt. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden die Bereitschaftsdienste organisiert und gegebenenfalls das Personal mobilisiert. Die Erfassung von Naturgefahrenpotenzialen, welche durch Extremwetterereignisse ausgelöst werden können, ist auch eine wichtige Entscheidungsgrundlage für langfristige Präventivmaßnahmen und die Basis für die Planung von technischen Schutzmaßnahmen.

ÖBB-Winterdienst: Zahlen – Daten – Fakten

  • Rund 40 Millionen Euro investieren die ÖBB jährlich in den Winterdienst
  • 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind österreichweit im Einsatz
  • Mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen werden von Eis und Schnee befreit
  • Von knapp 13.400 Weichen österreichweit sind knapp 10.400 mit Weichenheizungen ausgestattet
  • 192 km Lawinen- und Steinschlagschutz werden österreichweit auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert.
  • Insgesamt 51Wetterstationen sind im Einsatz, um die Wetterbedingungen vorhersagen zu können (21 Hochgebirgswetterstationen / 30 Basiswetterstationen)

Quelle: ÖBB

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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