FULMINANTE DAMEN, STARKES KOLLEKTIV

Kunstbahn / 21.11.2021 

Österreichs Rodel-Asse zeigten in der zweiten Halbzeit des Weltcupauftakts in Yanqing beeindruckende Leistungen. Bei den Damen zelebrierte Madeleine Egle ihren Premierensieg im Weltcup, Lisa Schulte jubelte im Olympiaeiskanal von 2022 über ihren ersten Podestplatz. Zum Drüberstreuen sicherte sich die ÖRV-Auswahl auch den Sieg im Staffel-Bewerb.
 
Madeleine Egle hat den Schwung aus der Vorsaison eindrucksvoll mitgenommen. Die 23-jährige Rinnerin entschied beim Saisonauftakt im National Sliding Center Yanqing ein packendes Duell mit der Deutschen Weltmeisterin Julia Taubitz für sich und feierte beim Testevent für die Winterspiele 2022 ihren ersten Weltcupsieg. Die Tirolerin, die als Halbzeitführende mit einem minimalen Vorsprung von sieben tausendstel Sekunden in die Entscheidung gestartet war, demonstrierte mit der neuerlichen Bestzeit Nervenstärke und beendete damit eine 24-jährige Durststrecke. Den zuvor letzten Weltcupsieg einer ÖRV-Dame verbuchte Andrea Tagwerker 1997.
 
Bärenstark präsentierte sich auch Lisa Schulte. Die Siegerin der Qualifikation bestätigte ihre starke Leistung im Nationencup mit zwei sauberen Fahrten und Rang drei. Damit jubelte die 20-jährige Tirolerin über den ersten Weltcup-Podestplatz in ihrer Karriere. Selina Egle beendete den Saisonauftakt unmittelbar vor Hannah Prock auf Rang 20. Prock, die wie Jonas Müller aufgrund der verspäteten Anreise mit Trainingsrückstand in den Bewerb gestartet war, ließ ihre Möglichkeiten in Lauf eins Ausgangs der Kurve 13 liegen. Eine Schlüsselstelle, die auch Top-Favoritin Natalie Geisenberger (GER) straucheln ließ. Die zweifache Olympiasiegerin und achtfache Gesamtweltcup-Siegerin musste sich bei der Olympiageneralprobe nach einem Kippsturz mit Rang 26 begnügen.
 
In der abschließenden Team-Staffel gelang der heimischen Auswahl der nächste Streich. Die amtierenden Staffel-Weltmeister Madeleine Egle, David Gleirscher und Thomas Steu/Lorenz Koller profitierten dabei von einem Fehler der Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken, die nach einer klarer Zwischenbestzeit Deutschlands einen Kippsturz fabrizierten. Rang zwei ging an die Auswahl der USA, dritter wurde die italienische Mannschaft.
 
Der Weltcup-Tross übersiedelt am Montag nach Sotschi, wo auf der Olympiabahn von 2014 zwei Weltcupentscheidung in Folge auf dem Programm stehen.
 
Stimmen:
Madeleine Egle:
„Es ist alles sehr schnell gegangen und schwer zu realisieren. Es ist richtig cool, dass ich jetzt einen Weltcup-Sieg habe und die gelbe Startnummer mitnehmen darf. Der Anfang war etwas holprig, ich habe mir im Training schwer getan. Es ist zwar immer besser geworden, aber damit hat man nicht rechnen können. Aber manchmal gibt es eben Überraschungen. Die Läufe am Vormittag waren das Beste was mir hier gelungen ist, in der Staffel habe ich es dann nicht ganz so gut erwischt, aber glücklicherweise hat es für uns gereicht. Ich bin absolut zufrieden und hoffe, dass es so weitergeht.“
 
Lisa Schulte:
„Ich habe im Ziel sogar ein paar Tränen verdrücken müssen, weil es dann doch sehr emotional war. Ein, zwei Rutscher waren schon dabei, aber ich bin mit meinen Läufen sehr zufrieden und mit dem Ergebnis absolut happy. Dass ich hier aufs Podest gefahren bin, es ist ein echtes Highlight für mich.“
 
Rene Friedl (ÖRV-Cheftrainer & Sportdirektor):
„Wir haben als Team sehr gut gearbeitet, aber gestern bei den Herren gesehen, wie schwer es ist, hier sauber zu rodeln. Heute ist es bei den Damen und in der Staffel voll aufgegangen. Madeleine hat ihre Möglichkeiten in der Vorsaison bereits anklingen lassen, dass es gleich beim Saisonauftakt mit dem Premierensieg klappt, ist umso erfreulicher. Lisa hat das Ganze mit Platz drei vervollständigt, dazu der Sieg in der Staffel, der gezeigt hat wie herausfordernd die Bahn für alle Beteiligten ist. Es ist natürlich super, wenn man so in die Saison starten kann. Das Gesamtpaket stimmt, aber es geht nicht von alleine. Wir müssen dranbleiben und konsequent weiterarbeiten.“

EBERSPÄCHER Rennrodel-Weltcup/Yanqing/Ergebnisse:

Damen

1.Madeleine EgleAUT1:58.822
2.Julia TaublitzGER+0.106
3.Lisa SchulteAUT+0.528
20.Selina EgleAUT+2.340
21.Hannah ProckAUT+2.405


Team

1.Österreich3:06.953
2.USA+0.375
3.Italien+0.378


STEU/KOLLER ZUM AUFTAKT AUF RANG ZWEI

Kunstbahn / 20.11.2021 

Österreichs Rodel-Asse präsentierten sich beim Weltcupauftakt in Yanqing, der auch als Testevent für die Winterspiele in Peking dient, bestens aufgelegt, können aber nur zum Teil anschreiben.
 
Bei den Doppelsitzern fixierten die Deutschen Toni Eggert und Sascha Benecken mit zwei Bestzeiten ihre 47. Weltcupsieg. Thomas Steu und Lorenz Koller, zur Halbzeit lediglich sieben Hundertstel hinter den amtierenden Weltmeistern, wurden bei ihrer finalen Attacke von einer Bandenberührung im unteren Streckenabschnitt eingebremst, verteidigten aber souverän Rang zwei. Auf dem dritten Platz landeten die Letten Andris und Juris Šics. Auch das zweite ÖRV-Duo, Yannick Müller und Armin Frauscher, fand sich im knapp 1,9 Kilometer langen Eis-Labyrinth im chinesischen Xiaohaituo-Gebirge hervorragend zu Recht und jubelte beim Testevent für die Winterspiele 2022 über den starken vierten Rang.
 
Bei den Herren rodelten David Gleirscher und Reinhard Egger hinter dem deutschen Trio Johannes Ludwig, Felix Loch und Max Langenhan auf die Plätze vier und fünf. Dem Stubaier Olympiasieger, zur Halbzeit auf Platz zwei, kosteten Linienprobleme das Podest, Egger, der nach dem Vize-Weltmeistertitel von 2019  immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde, gelang nach einer längeren Durststrecke wieder ein Top-Ergebnis.
 
Für die weiteren Österreichern verlief der Weltcupauftakt weniger nach Wunsch. Wolfgang Kindl und NicoGleirscher begruben ihre Chancen nach Top-Zwischenzeiten mit je einem Kippsturz im unteren Streckenabschnitt, Jonas Müller verpatzte ebenfalls im ersten Lauf die Nachstartphase. Kindl verbesserte sich im zweiten Lauf mit der viertschnellsten Zeit um elf Positionen und katapultierte sich noch auf Position neun, Nico Gleirscher arbeitete sich mit der drittschnellsten Laufzeit von Zwischenrang 30 auf Platz 20 vor. Müller, der verspätet angereist war und deutlich weniger Trainingsfahrten absolvierte, musste sich unterm Strich mit Rang 30 begnügen.
 
Am Sonntag folgt die erste Entscheidung bei den Damen, für die mit Madeleine und Selina Egle, Hannah Prock und Lisa Schulte alle vier Österreicherinnen qualifiziert sind. Abgerundet wird der Weltcupauftakt im National Sliding Center Yanqing mit einer Team-Staffel.
 
Stimmen:
Thomas Steu:
„Mit dem Ergebnis sind wir richtig zufrieden, mit unserer Leistung eher weniger. Wichtig ist, dass wir hier zweieinhalb sehr gute Wochen hatten und uns sehr gut auf die Bahn eingeschossen haben. Wir wissen, dass das Material hier super läuft, jetzt geht es darum Konstanz in die Läufe zu bekommen.“
 
Lorenz Koller:
„Im ersten Lauf ist beim Start der erste Tatzler von mir komplett durchgegangen, was normalerweise nicht passieren darf, im zweiten ist dann unten raus der noch größere Fehler passiert. Heute war nicht alles perfekt, wir wissen was wir bei den Olympischen Spielen besser machen können.“
 
Armin Frauscher:
„Wir sind noch nicht so lange dabei und tun uns mit dem Erarbeiten neuer Bahnen naturgemäß schwerer als die routinierten Teams. Es hat gedauert, bis wir hier klargekommen sind, aber wir haben uns nicht entmutigen lassen und mit unserem Trainerteam beharrlich weitergearbeitet. Heute war das Material perfekt abgestimmt, wir haben den Schwung optimal mitnehmen können und sind mit dem Ergebnis sehr happy. Jetzt gilt es dranzubleiben und das kompromisslose Rodeln weiter zu optimieren.“
 
David Gleirscher:
„Die Leistung ist definitiv enttäuschend, speziell der zweite Durchgang war einfach schlecht, da gibt es nicht viel schön zu reden. Ich habe heute die Schlüsselstellen, speziell die 13 nicht gut erwischt, bei einem Sport bei dem es so knapp hergeht, ist das einfach nicht drinnen. Sehr positiv ist der Grundspeed, das nehme ich auf jeden Fall mit. Johannes Ludwig war heute eine Klasse für sich, die beiden anderen Deutschen waren in Schlagdistanz, schadedrum.“
 
Reinhard Egger:
„Ich hatte im zweiten Lauf zwei Fehler drinnen gehabt, die mir das Podest gekostet haben, trotzdem bin ich nicht unzufrieden. Ich fühle mich auf der Bahn sehr wohl, es ist jedenfalls ein Ergebnis auf dem ich aufbauen kann.“
 
Rene Friedl (ÖRV-Cheftrainer & Sportdirektor):
„Man hat gesehen, dass die Bahn anspruchsvoll ist, abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen haben heute alle Fehler gemacht. Mit dem Abschneiden der Doppelsitzer sind wir absolut zufrieden. Steu/Koller haben in Anbetracht ihrer Fehler das Optimum rausgeholt, Müller/Frauscher haben sich im Vergleich zum Training noch einmal steigern können, ihnen hat allerdings etwas die Startleistung gefehlt. Bei den Einsitzern sind wir mit hohen Erwartungen ins Rennen gegangen, der Speed hätte bei allen absolut gepasst, leider war die Fehlerquote bei einigen zu hoch. Damit haben wir bessere Ergebnisse vergeben, was sehr schade ist.“

EBERSPÄCHER Rennrodel-Weltcup/Yanqing/Ergebnisse:

Doppelsitzer

1.Toni Eggert/Sascha BeneckenGER1:57.610
2.Thomas Steu/Lorenz KollerAUT+0.209
3.Andris Sics/Juris SicsLAT+0.429
4.Yannik Müller/Armin FrauscherAUT+0.703


Einsitzer

1.Johannes LudwigGER1:54.597
2.Felix LochGER+0.854
3.Max LangenhanGER+0.858
4.David GleirscherAUT+0.905
5.Reinhard EggerAUT+1.070
9.Wolfgang KindlAUT+1.536
20.Nico GleirscherAUT+2.144
30.Jonas MüllerAUT+3.038

Quelle: Rodel Austria

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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