VCÖ: Anteil neuer E-Pkw hat sich in der Steiermark heuer verdoppelt -– bereits jeder 8. Neuwagen fährt nur mit Strom

12,6 Prozent der heuer in der Steiermark neuzugelassenen Pkw fahren ausschließlich mit Strom, der Anteil der Stromer hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Mittlerweile gibt es in der Steiermark bereits mehr als 10.000 E-Autos. Der VCÖ weist darauf hin, dass so wie bei Benzin- und Diesel-Pkw auch bei Elektroautos Größe und Gewicht den Energieverbrauch in die Höhe treiben. Der VCÖ fordert, dass bei Förderungen von E-Pkw der Energieverbrauch stärker berücksichtigt wird.

Mit der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes, die gestern im Ministerrat beschlossen wurde, wird ab dem Jahr 2022 der Einbau von Ladestationen für E-Autos in Mehrparteienhäusern erleichtert. Der VCÖ begrüßt die Reform. E-Pkw werden in erster Linie zu Hause geladen und die Zahl der E-Pkw steigt stark, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.

Auch in der Steiermark werden immer mehr E-Autos gekauft. Während im Jahr 2020 in der Steiermark insgesamt 6,2 Prozent der neuzugelassenen Pkw Elektroautos waren, sind es heuer in den ersten zehn Monaten bereits 12,6 Prozent, informiert der VCÖ. Mit 3.617 neuen E-Pkw liegt die Anzahl schon jetzt deutlich über den im Vorjahr 2.082 neugekauften Elektro-Autos. Insgesamt sind jetzt erstmals mehr als 10.000 Elektro-Autos in der Steiermark gemeldet, macht der VCÖ aufmerksam.  

Im Schnitt verursachen E-Pkw mit österreichischem Strom-Mix in der Gesamtbilanz inklusive Herstellung und Energiebereitstellung um 59 Prozent weniger CO2 als ein durchschnittlicher Diesel-Pkw. Aber auch bei E-Pkw hängen Energieverbrauch und CO2-Emissionen sehr stark von Größe und Gewicht ab, wie eine Studie des Umweltbundesamts zeigt.

Demnach ist der Energieverbrauch von großen E-Autos (Oberklasse) mit durchschnittlich 23 Kilowattstunden pro 100 Kilometer um rund zwei Drittel höher als von Kleinwagen (14 Kilowattstunden). Und die CO2-Emissionen eines Kleinwagens (inklusive Herstellung) betragen bei österreichischem Strom-Mix 8,5 Kilogramm pro 100 Kilometer, E-Pkw der Oberklasse verursachen im Schnitt mit 15,7 Kilogramm fast doppelt so viel CO2.

„Auch bei E-Pkw gilt: SUV oder andere übergewichtige Fahrzeuge treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Um die Klimaziele erreichen zu können, ist es aber wichtig, dass wir mit der Energie besser haushalten und sparsamer umgehen“, betont VCÖ-Expertin Mosshammer. Energiefresser sollten keine Förderung erhalten, betont der VCÖ.

Darüber hinaus ist die zum Erreichen der Klimaziele notwendige Energiewende im Verkehr durch die Abschaffung der Steuerbegünstigung für Diesel und eine verursachergerechte CO2-Bepreisung zu beschleunigen. Der von der Regierung beschlossene CO2-Preis (30 Euro pro Tonne CO2 ab Juli 2022) ist zu niedrig: „Je weniger die Verursacher von CO2 zahlen, umso höher der Preis für uns alle und die kommende Generation“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Mosshammer.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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