VCÖ: In der Steiermark verursacht Verkehr über 2.900 Kilogramm CO2 pro Person und Jahr


VCÖ-Tipps: Klimaverträglicher mobil sein und Geld sparen

VCÖ (Wien, 5. November 2021) – Der Verkehr ist in der Steiermark nach der Industrie der zweitgrößte Verursacher von klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen, informiert der VCÖ. Während andere Sektoren, wie Gebäude, Energie und Landwirtschaft ihre Emissionen seit dem Jahr 1990 deutlich reduziert haben, sind die CO2-Emissionen des Verkehrs stark gestiegen. Der VCÖ gibt Tipps, wie die eigene Klimabilanz verbessert und dabei einiges an Geld gespart werden kann.

Rund 11.000 Kilogramm pro Jahr beträgt pro Einwohnerin und Einwohner der Treibhausgas-Ausstoß in der Steiermark. Der größte Verursacher ist die Industrie, bereits an zweiter Stelle folgt der Verkehr. In anderen Sektoren ist es gelungen, die Treibhausgase in den vergangenen 30 Jahren deutlich zu reduzieren, nicht jedoch im Verkehr, macht der VCÖ aufmerksam.

Die Landwirtschaft hat ihre Emissionen seit dem Jahr 1990 um rund ein Siebtel reduziert, der Energiesektor um über 40 Prozent und der Gebäudesektor um mehr als die Hälfte. In Summe haben diese drei Sektoren gegenüber dem Jahr 1990 ihre jährlichen Emissionen um rund 2,5 Millionen Tonnen reduziert. Die klimaschädlichen Emissionen des Verkehrs waren vor Covid 19 um rund 1,6 Millionen Tonnen höher als im Jahr 1990. „Die Verkehrszunahme macht einen Großteil der Einsparungen der anderen Sektoren wieder zunichte“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Im Vorjahr ging der Verkehr wegen der Lockdowns deutlich zurück, die Emissionen lagen aber um rund 1,1 Millionen Tonnen über dem Niveau des Jahres 1990. Für heuer muss wieder mit einem deutlichen Anstieg der Verkehrsemissionen gerechnet werden.  

„Den Verkehr auf Klimakurs bringen ist möglich und auch nötig. Wir alle haben die Verantwortung, den Kindern und Enkelkindern eine intakte Umwelt zu übergeben. Gemeinsam schaffen wir es, den Verkehr auf Klimakurs zu bringen“, motiviert VCÖ-Expertin Mosshammer.  

Der VCÖ hat Tipps zusammengestellt, die es erleichtern klimafreundlicher mobil zu sein. So ist etwa jede 10. Autofahrt in fußläufiger Distanz von weniger als eineinhalb Kilometer, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz. „Der Bewegungsmangel hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Wer im Alltag möglichst viele Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, kommt auf eine regelmäßige Portion gesund Bewegung. Wer Kalorien statt Erdöl verbrennt, tut der eigenen Gesundheit Gutes, schont die Umwelt und spart viel Geld“, stellt VCÖ-Expertin Mosshammer fest.

Auch wer mit dem Öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto fährt, reduziert die Treibhausgas-Emissionen. 500 Kilometer mit der Bahn statt mit dem Auto zu fahren, vermeidet rund 100 Kilogramm CO2, verdeutlicht der VCÖ. Mit dem neuen Klimaticket sparen Bahn- und Busfahren CO2-Emissionen und Geld.

Weiterer VCÖ-Tipp: Spritsparend Auto fahren reduziert den Spritverbrauch um rund 15 Prozent. Pro 10.000 Kilometer kann im Schnitt der Spritverbrauch um rund 100 Liter reduziert werden. Das spart Geld und vermeidet rund 250 Kilogramm CO2.

Dort, wo es möglich ist, im Ort einkaufen. Zum einen wird die Nahversorgung gestärkt und die Gemeinde belebt. Zum anderen können kurze Einkaufswege leichter zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden. Beim Einkauf selber auf nachhaltige und regionale Produkte achten. So wird auch ein Beitrag geleistet, den Lkw-Verkehr zu verringern.

An die Gemeinden appelliert der VCÖ, es der Bevölkerung durch eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und durch eine gute Rad-Infrastruktur so einfach wie möglich zu machen, Alltagswege gesund und klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.



VCÖ-Tipps für klimaverträgliche Mobilität 1. Kurzstrecken nicht mit dem Auto fahren, sondern bewegungsaktiv zu Fuß oder mit Fahrrad zurücklegen. Motto „Kalorien verbrennen statt Sprit“

2. Wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel nutzen

3. Wenn mit dem Auto, dann spritsparend fahren (gleiten statt rasen, rasch in den nächst höheren Gang schalten, vorausschauend fahren – Motorbremse nutzen)

4. Fahrgemeinschaften bilden

5. Zweitauto einsparen

6. Sich am Arbeitsplatz für klimafreundliche Mobilität einsetzen

7. Zu Fuß oder mit Fahrrad einkaufen schützt das Klima und stärkt die Nahversorgung

8. Viele Lebensmittel landen ungebraucht im Müll. Deshalb nicht mehr einkaufen als nötig. Spart Geld und trägt dazu bei, Lkw-Transporte zu reduzieren.

9. Beim Einkaufen regionalen Produkten den Vorrang geben. Auch das trägt dazu bei, Gütertransporte zu reduzieren

10. Online-Bestellungen: Retoursendungen vermeiden, umweltfreundliche Zustelldienste verlangen
Quelle: VCÖ 2021

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Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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