AK-Konsumentenschutz: Steirer wurden in Südafrika Opfer von Bankomatkarten-Betrug

Betrug: Bankomatkarte eingezogen,trotzdem weiter Behebungen

Ein Bankomat in einem Einkaufszentrum in Südafrika zog die Karte einer
Urlaubsgemeinschaft ein. Während die Steirer die notwendigen Schritte
einleiteten, wurden mit der Bankomatkarte knapp 2.800 Euro behoben.
Der Fall landete vor Gericht.

Über ein Jahr lang zahlten zwei Ehepaare auf ein gemeinsames Urlaubskonto bei
der Onlinebank N26 ein, um sich ihre Südafrikareise zu finanzieren. Die in Berlin
ansässige Bank bot zu dem dafür eröffneten Konto eine Bankomatkarte an, die die
Freunde verwendeten, um in ihrem gemeinsamen Urlaub bargeldlos zu bezahlen.

Bankomatkarte eingezogen
Als sie jedoch in einem Einkaufszentrum in Kapstadt Geld bei einem Bankomaten
beheben wollten, gab es ein böses Erwachen: Nach Eingabe des PIN-Codes
reagierte der Bankomat nicht mehr, die Karte wurde eingezogen. Die beiden
Ehepaare warteten rund eine Stunde bei dem vermeintlich defekten Gerät. Auch
von einem weiteren Kunden wurde die Karte eingezogen. Der Unbekannte gab den
Vieren dann den Ratschlag zur der Bank, die am Bankomat genannt wurde, zu
fahren. Das taten die Urlauber und meldeten dort den Vorfall. Vor Ort wurde ihnen
zugesichert, dass Nachschau gehalten wird, ob die Karte noch im Bankomat steckt.
Am folgenden Tag wurden sie verständigt, dass keine Karte gefunden wurde.
Daraufhin sperrten die Steirer die Karte über die Handy-App der N26 Bank und
erstatteten Anzeige bei der Polizei.

Knapp 2.800 Euro unerlaubt behoben
Zu spät, wie sich herausstellte: Anscheinend dürfte der Bankomat manipuliert
gewesen sein, denn innerhalb von wenigen Stunden nach Einzug der Karte war sie
bereits in einem Township verwendet worden. Es entstand der
Urlaubsgemeinschaft ein Schaden von knapp 2.800 Euro. Eine Intervention der AK
bei der Bank mit der Aufforderung den Schaden zu übernehmen, blieb ohne Erfolg.
Vielmehr wurde den Steirern grob fahrlässiges Verhalten vorgeworfen. Unter
anderem hätten sie beim Bankomat „mit einem fremden Mann“ gesprochen – laut
N26 Bank zeige das „genau das typische und bekannte betrügerische Verhalten in
Südafrika“ und so hätten die Vier vorsichtiger sein müssen. AK-Bankenexpertin
Sandra Battisti brachte den Fall vor Gericht (BG Graz Ost 31.8.2021, 205 C
364/20y), das zugunsten der Urlauber urteilte: „Die Bank hat die knapp 2.800 Euro
zu bezahlen.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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