VCÖ: In der Steiermark deutlich mehr Nichtflieger als Vielflieger

In der Steiermark gibt es deutlich mehr Personen, die nie in ein Flugzeug steigen als Vielflieger, macht der VCÖ aufmerksam. 17 Prozent fliegen häufig, doppelt so viele fliegen nie. Auch österreichweit fliegen wenige sehr viel, aber sehr viele fliegen wenig oder gar nicht, wie repräsentative Umfrage des MARKET-Instituts zeigt. Vielflieger sind vor allem Geschäftsreisende. Der VCÖ appelliert an Österreichs Unternehmen, verstärkt Flugreisen zu vermeiden, etwa durch Videokonferenzen oder durch die Bahn.

„Das Flugzeug ist ein Verkehrsmittel, das von sehr wenigen extrem viel genutzt wird und von sehr vielen selten oder gar nicht“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger eine aktuelle repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts MARKET im Auftrag des VCÖ zusammen. Vier Prozent von Österreichs Bevölkerung fliegen mehrmals im Monat oder häufiger, weitere 14 Prozent mehrmals im Jahr. Der Anteil der Personen, die nie fliegen, ist mit 29 Prozent deutlich höher als der Anteil der Vielfliegenden. Insgesamt nutzen 81 Prozent von Österreichs Bevölkerung das Flugzeug selten oder gar nicht.

Der VCÖ weist darauf hin, dass auch in der Steiermark deutlich mehr nicht fliegen als häufig. Vier Prozent fliegen mehrmals im Monat oder häufiger, weitere 13 Prozent mehrmals im Jahr. 33 Prozent fliegen nie, 48 Prozent einmal im Jahr oder seltener.

„Für die Umwelt ist es gut, wenn weniger geflogen wird, denn die Klimabilanz von Flugzeugen ist sehr schlecht“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. Laut Umweltbundesamt verursachen internationale Flüge mit 395 Kilogramm pro 1.000 Personenkilometer rund acht Mal so viele Treibhausgase wie ein Reisebus. Besonders klimaschädlich sind die Inlandsflüge: Mit 965 Kilogramm Treibhausgase pro 1.000 Personenkilometer verursachen sie 76 Mal so viele Treibhausgase wie die Bahn in Österreich, verdeutlicht der VCÖ.

Vielfliegende sind in erster Linie Geschäftsflüge. Der VCÖ sieht die Unternehmen gefordert, verstärkt mit Videokonferenzen Dienstflüge zu ersetzen. Auch sind dort, wo es möglich ist, Dienstreisen mit der Bahn durchzuführen. Zum einen gibt es gerade von Wien, Linz, Salzburg oder Innsbruck zahlreiche Direktverbindungen in Großstädte der Nachbarstaaten. Zum anderen nimmt auch die Zahl der Nachtzugverbindungen laufend zu. „Klimaschutz ist in der heutigen Zeit ein zentraler Teil der unternehmerischen Verantwortung. Erfreulich ist, dass immer mehr Unternehmen diese Verantwortung ernstnehmen“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

Gefordert ist auch die Politik in Europa. Zum einen braucht Europa deutlich mehr internationale Bahnverbindungen. Jede EU-Hauptstadt und jede größere Stadt in der EU soll künftig sehr gut mit der Bahn erreichbar sein. „Und die EU muss endlich die Steuerprivilegien für den Klimasünder Flugverkehr beenden. Laut einer von der EU-Kommission beauftragten Studie aus dem Jahr 2019 wurden die Flugkonzerne vor der Covid-19 Pandemie durch die fehlende Kerosinsteuer mit rund 30 Milliarden Euro pro Jahr indirekt subventioniert, weitere 40 Milliarden Euro macht die fehlende Umsatzsteuer auf Flugtickets für grenzüberschreitende Flüge aus, macht der VCÖ aufmerksam.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at