VCÖ: Große Bundesländer-Unterschiede beim Spritverbrauch – Steirische Autofahrer im Mittelfeld

Beim jährlichen Spritverbrauch gibt es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Am wenigsten Sprit benötigen Vorarlbergs Autofahrende mit zuletzt im Schnitt 702 Liter Diesel pro Jahr beziehungsweise 586 Liter Benzin. Die Steiermark liegt mit einem Jahresverbrauch von 784 Liter Diesel im Mittelfeld, bei Benzin-Pkw mit 604 Liter pro Jahr und Pkw an dritter Stelle. Der VCÖ betont, dass mit einem spritsparendem Mobilitätsverhalten einiges an Geld gespart werden kann.

Beim jährlichen Spritverbrauch der Autofahrenden gibt es mit Ausnahme von Wien ein Ost-West-Gefälle, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Der jährliche Verbrauch der Diesel-Pkw von Österreichs Haushalten lag zuletzt bei durchschnittlich 786 Liter. Vorarlberg, Salzburg, Tirol und Wien lagen unter dem Durchschnitt, macht der VCÖ aufmerksam. In diesen Bundesländern wird auch ein höherer Anteil der Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt als im Österreich-Schnitt.

Vorarlbergs Dieselfahrer tankten mit 702 Liter pro Jahr am wenigsten. Die Steiermark liegt mit einem Jahresverbrauch von 784 Liter pro Pkw an fünfter Stelle, informiert der VCÖ. In Vorarlberg wird ein Diesel-Pkw um fast 1.100 Kilometer pro Jahr weniger gefahren als im Österreich-Schnitt. „Der Spitzenplatz von Vorarlberg ist auch die Folge des hohen Anteils der zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegten Alltagswege. Wer sich mit Muskelkraft bewegt und Kalorien statt Erdöl verbrennt, ist nicht nur gesünder und klimafreundlicher mobil, sondern reduziert auch deutlich die Spritkosten“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Bei den Benzin-Pkw weist ebenfalls Vorarlberg mit 586 Liter den niedrigsten Jahresverbrauch pro Auto auf. Die Vorarlberger Benzin-Pkw sind pro Jahr und Auto um rund 550 Kilometer weniger unterwegs als im Österreich-Schnitt. Die Steiermark liegt mit 604 Litern Jahresverbrauch pro Benzin-Pkw an dritter Stelle. Ein steirischer Benzin-Pkw wird im Schnitt um 150 Kilometer pro Jahr weniger gefahren als im Österreich-Schnitt. Der niedrige Wert der Steiermark liegt aber daran, dass der Anteil der Zweitautos bei den Benzin-Pkw mit 42 Prozent über dem Österreich-Schnitt von 35 Prozent liegt. In Wien werden nur 18 Prozent der Benzin-Pkw als Zweitauto genutzt.  

Der Weltmarkt treibt derzeit die Erdölpreise in die Höhe. Die Spritpreise liegen aber unter den Höchstwerten von vor neun Jahren, als im September 2012 ein Liter Diesel im Schnitt 1,466 Euro kostete und 1 Liter Eurosuper 1,547 Euro, erinnert der VCÖ. „Trotz steigender Spritpreise können Haushalte ihre jährlichen Spritkosten reduzieren“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Fährt ein durchschnittlicher Diesel-Pkw-Fahrer um 1.000 Kilometer pro Jahr weniger, reduziert sich der jährliche Spritverbrauch um 65 Liter, was bei aktuellen Spritpreisen eine Ersparnis von rund 90 Euro bringt. Zudem werden dadurch 170 Kilogramm CO2 vermieden, macht der VCÖ auf den Klimaschutzbeitrag aufmerksam. Einem durchschnittlichen Benzin-Pkw Fahrer bringen 1.000 Kilometer weniger Autofahren eine Ersparnis fast 100 Euro.

Ein großes Spar-Potenzial liegt bei Kurzstrecken, auf denen der Spritverbrauch pro Kilometer sehr hoch ist. Rund jede zehnte Autofahrt in der Steiermark ist in Gehdistanz. Viele Autofahrten sind in Radfahrdistanz: Vier von zehn sind kürzer als fünf Kilometer, sechs von zehn kürzer als zehn Kilometer. Auch der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel spart viel Geld. Ab 1. Jänner gibt es das Steiermark Ticket, mit dem um nur 588 Euro ein ganzes Jahr lang alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Steiermark genutzt werden können. Und wer auch außerhalb der Steiermark häufig unterwegs ist, ist mit dem Klimaticket um 1.095 Euro gut mobil. Wer es noch jetzt bis 31. Oktober bestellt, erhält den ermäßigten Tarif um nur 949 Euro.

Last but not least können mit Fahrgemeinschaften und dem Fahrstil die Spritkosten stark reduziert werden. Der Bleifuß treibt den Verbrauch in die Höhe, während das Motto „gleiten statt rasen“ zu deutlich weniger Spritverbrauch führt. Vorausschauendes Fahren ermöglicht es, häufiger die Motorbremse zu nutzen. Wer den Verbrauch von derzeit 6,5 Liter auf 5,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer reduziert, erspart sich pro 10.000 Kilometer 100 Liter Sprit und damit mehr als 130 Euro.

„Die Preisentwicklung bei Erdöl ist seit Jahren wie eine Achterbahn, mit Folgen für Haushalte und Wirtschaft. Auch deshalb ist es wichtig, die Abhängigkeit des Verkehrs von Erdöl schneller zu beenden und den Ausstieg aus Benzin und Diesel zu beschleunigen“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger abschließend fest.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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