Franz Leitner mit Gedenktafel geehrt

Ehrung für KPÖ-Landtagsabgeordneten, der in Buchenwald hunderten Kindern das Leben rettete

„Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt“: Dieses hebräische Sprichwort ist auf jener Medaille eingraviert, mit dem Israel die „Gerechten unter den Völkern“ ehrt. Der Kommunist und steirische Landtagsabgeordnete Franz Leitner wurde 1999 mit dieser höchsten Auszeichnung geehrt. Unter Einsatz seines Lebens hat er im Konzentrationslager Buchenwald hunderten Kindern das Leben gerettet. Nun wurde in der Grazer Lagergasse, seinem ehemaligen Wohnort, eine Gedenktafel enthüllt, die an den 2005 im Alter von 88 Jahren verstorbenen Steirer erinnert.

Vertreterinnen der KPÖ, darunter Landesvorsitzende Claudia Klimt-Weithaler, Stadträtin Elke Kahr und Stadtrat Robert Krotzer, dankten der Jüdischen Gemeinde Graz mit Präsident Elie Rosen für die Umsetzung.

Franz Leitner, geboren am 12. Februar 1918, wurde schon mit 18 Jahren aus politischen Gründen vom Ständestaat inhaftiert. Nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland wurde er ins KZ Buchenwald deportiert. Als Blockältester des „Kinderblocks“ konnte er nicht nur erfolgreich für bessere Haftbedingungen kämpfen, sondern auch vielen jüdischen Kindern das Leben retten. Franz Leitner war aktiv an der Selbstbefreiung der KZ-Häftlinge in Buchenwald beteiligt.

Nach dem Krieg wurde er Vizebürgermeister und Stadtrat von Wiener Neustadt. Später erfolgte seine Übersiedelung nach Graz, wo er in den Jahren 1961 bis 1970 als Abgeordneter der KPÖ zum Steiermärkischen Landtag tätig war. Weiters wirkte er im Präsidium des Bundesverbandes der ehemaligen österreichischen Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus. Leitner war Träger des Menschenrechtspreises des Landes Steiermark und des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien.

„Franz Leitners Einsatz für andere, auch unter schwierigsten Bedingungen, machen ihn zu einem Vorbild. 60 Jahre nach der Befreiung Buchenwalds rief er den noch lebenden Augenzeugen des NS-Terrors zu, dass diese Vergangenheit nie zur Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder werden darf. Es ist unsere Verantwortung, Faschismus an seiner Wurzel zu bekämpfen“, betont Claudia Klimt-Weithaler, Vorsitzende der KPÖ Steiermark und Klubobfrau der KPÖ im steirischen Landtag.

Enthüllung der Gedenktafel für Franz Leitner (Claudia Klimt-Weithaler, Elke Kahr, Robert Krotzer

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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