Betrug mit Job-Angebot: Junge Mutter wurde Opfer von Geldwäsche

Internetbetrüger haben ihre Methoden verfeinert und verschleiern
Geldwäschedelikte als Jobangebote. Auf diese Weise bringen sie
ahnungslose Jobsuchende dazu, Straftaten zu begehen, indem sie ihr
eigenes Konto zur Geldwäsche missbrauchen. Wie leicht man in diese
Falle tappen und welche Folgen dies nach sich ziehen kann, zeigt der
Fall einer Oststeirerin.

Die junge, alleinerziehende Mutter befand sich in Karenz und wollte etwas Geld
dazuverdienen. Da kam ihr der in einer Werbeanzeige vorgeschlagene „Job“
gerade recht: Sie würde Geld überwiesen bekommen, müsste dieses in Bitcoins
investieren und bekommt für diesen Auftrag ein Geld gezahlt. „Ein klarer Fall
eines Geldwäschedelikts“, sagt AK-Bankenexpertin Sandra Battisti.

Die 28-Jährige wurde auch stutzig, aber erst als sie das Geld schon auf ihrem
Girokonto hatte. Sie überwies das Geld sofort zurück und erstattete
Selbstanzeige bei der Polizei. Die Raiffeisenbank Region Fehring reagierte
umgehend. Sie kündigte die Kontobeziehung wegen des Verdachts auf
Geldwäsche, was rechtlich korrekt ist. Allerdings stellte sie gleichzeitig den
Kredit der jungen Mutter, obwohl er immer pünktlich getilgt wird, in Höhe von
22.000 Euro, fällig.

„Wir haben für die Frau interveniert und schlussendlich geklagt, da wir es als
rechtswidrig erachtet haben, dass der Kredit in diesem Zusammenhang fällig
gestellt wurde“, sagt Battisti und erklärt: „Für die Fälligstellung eines Kredits
gibt es klare rechtliche Regeln. Ein etwaiges Geldwäschedelikt alleine reicht
dafür nicht aus.“ Die Feststellungsklage wurde durch ein Versäumungsurteil
rechtskräftig – der Kredit der jungen Mutter läuft nun weiter.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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