„Wenn das Leben Trauer trägt“ – Trauergruppen für Eltern

Unter diesem Titel bietet RAINBOWS Eltern, deren Partner*in oder deren Kind gestorben ist Trauergruppen an, um ihren ganz individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Eine Stärkung der Eltern ist immer auch eine Stärkung der Kinder.

Der Verlust eines geliebten Menschen kann einen zutiefst erschüttern. Der Boden wird einem sprichwörtlich unter den Füßen weggerissen. Man steht unter Schock, kann es nicht wahrhaben. Doch nach der ersten Phase holt einen schon die Realität ein. Das Unfassbare wird wahr. Alles verändert sich.

Wenn ein nahe stehender Mensch stirbt, trauern Erwachsene (ebenso wie Kinder) sehr individuell und reagieren auf ihre jeweils eigene Art mit unterschiedlichsten Gefühlen auf den Verlust.  Emotionen, wie Wut, Verzweiflung, Enttäuschung, Scham, Angst, Sinn- und Hoffnungslosigkeit und vieles mehr, werden spürbar. Erwachsene zeigen in ihrer Trauer Symptome wie Schlafstörungen, Erschöpfung, Ruhelosigkeit, ein verändertes Zeitgefühl, Überaktivität, Herzrasen, Appetitmangel, Verwirrung, Entscheidungsschwierigkeiten, ein Gefühl von  Leere, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme u.a.  Viele Fragen bleiben unbeantwortet und manchmal nagt die Schuld tief im Innersten.


In unserer Gesellschaft ist jedoch leider wenig Platz für Trauer. Schon nach kurzer Zeit soll man wieder funktionieren und zum Alltag übergehen. Doch wie soll das gehen. Ist doch nichts mehr wie vorher und wird es auch nie mehr sein.

Manchmal wird man von der Umgebung gemieden, soll nicht mehr über das Ereignis sprechen, andere wollen ständig mit einem darüber reden, überschütten einen mit Ratschlägen oder sind gekränkt, wenn man die „Überfürsorge“ nicht annehmen kann.
Doch Trauer hört nicht einfach auf – es ist wichtig ihr Zeit und sich selbst die Erlaubnis zum Trauern zu geben, um seinen individuellen Trauerweg zu finden.

Eine besondere Herausforderung sind in dieser Situation die eigenen Kinder, die ebenfalls trauern. Eltern und Angehörige wollen ihren Kindern helfen mit der Trauer und der neuen Lebenssituation umzugehen. Sie wissen, dass ihre Kinder jetzt besonders auf ihre Liebe und Unterstützung angewiesen sind, können dies auf Grund ihrer eigenen Trauer und sich verändernden Lebenssituation oft nicht gewährleisten.

Heute weiß man aus der Trauerforschung, dass Eltern, die ihre eigene Trauer nicht verarbeiten, auch ihre Kinder in ihrer Verarbeitung behindern oder bremsen.

Das Ziel ist es, sie in einem geschützten Raum in der Verarbeitung  ihrer eigenen Trauer zu unterstützen und ihnen in der Begegnung mit ihren trauernden Kindern hilfreich zur Seite zu stehen.

Allein Menschen zu treffen, die Ähnliches erlebt haben, sich mit ihnen auszutauschen, kann für Trauernde schon eine große Erleichterung sein.

Im Rahmen einer professionellen Trauerbegleitung kann der Prozess aktiver gestaltet werden. Durch gezielte Gesprächsimpulse, kreative Zugänge und Rituale, Sensibilisierung und Wissensvermittlung in Bezug auf die Trauerprozesse ihrer Kinder wird eine intensive Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer möglich und ist für Erwachsene wie Kinder ein wesentlicher Schritt in der Bewältigung.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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