Schwerer Betrug: Falsche Polizisten – aktuelle steirische Polizeimeldungen

Graz, Bezirk Geidorf. – Eine 80-Jährige fiel zwischen Sonntag, 2. Oktober und Montag, 4. Oktober 2021, auf das bekannte Betrugsdelikt „Falscher Kriminalbeamter“ herein. Der Schaden beträgt mehrere tausend Euro. 

Die Frau erhielt am Sonntag gegen 10.00 Uhr einen Anruf eines unbekannten Anrufers. Der Mann stellte sich im perfektem hochdeutsch als „Christian Brenner“ vor und gab sich als Kriminalbeamter aus. Er forderte die 80-Jährige dazu auf, ihr gesamtes Geld von ihren Konten und Sparbüchern abzuheben. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um Falschgeld handeln könnte. Die Frau kam der Aufforderung nach und hob Mittwochvormittag, 4. Oktober 2021, sämtliches Bargeld ab. Am Nachmittag meldete sich der Täter erneut bei der Frau. Er müsse nun die Seriennummern der Geldscheine überprüfen. Die 80-Jährige gab ihm diese bekannt. Daraufhin teilte der Täter mit, dass es sich eindeutig um Falschgeld handeln würde, und das Geld sicherzustellen sei. Dafür müsse die Frau das Geld in einen Sack packen und zum Einfahrtstor bringen. Die 80-Jährige stimmte dem zu und es kam zur finalen Übergabe.

Täterbeschreibung:

Vermutlich ausländische Herkunft, dunkler Typ, schwarze Kleidung, jünger als 30 Jahre, zirka 1,70 m groß, dünne Statur, schwarze kurze Haare

Die Polizei warnt immer wieder vor falschen Kriminalbeamten/Polizisten.

Präventionstipps

  • Gehen Sie auf diese Telefonate nicht ein. Brechen Sie solche Telefonate sofort ab!
  • Erstatten Sie umgehend Anzeige über den Polizeinotruf 133.
  • Stimmen Sie keinesfalls persönlichen Treffen zu. Geben Sie keine sensiblen Daten bekannt!
  • Informieren Sie Angehörige und Bekannte, die möglicherweise von solchen Betrugshandlungen noch nicht gehört haben.

Kollision zweier Pkw

Dobl-Zwaring, Bezirk Graz-Umgebung. – Dienstagabend, 5. Oktober 2021, kam es zu einer Kollision zweier Pkw. Dabei wurden beide Fahrzeuglenker verletzt.

Gegen 17:10 Uhr war ein 18-Jähriger aus dem Bezirk Leibnitz mit einem Pkw in Pöls an der Wieserbahn auf der L 303 von Preding kommend in Fahrtrichtung Zwaring unterwegs. Laut eigenen Angaben kam er auf Höhe Straßenkilometer 13,760 in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem entgegenkommenden Pkw, gelenkt von einem 44-Jährigen aus dem Bezirk Leibnitz. Dabei wurden beide Fahrzeuglenker verletzt.

Nach der Erstversorgung wurde der 18-Jährige mit Verletzungen unbestimmten Grades ins LKH Südsteiermark, Standort Wagna, eingeliefert. Der 44-Jährige erlitt leichte Verletzungen.

Im Fahrzeug des 18-Jährigen wurde eine Kräutermühle mit Marihuanaresten vorgefunden. Ein mit ihm durchgeführter Drogenschnelltest verlief positiv.

An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden.

Die Feuerwehren Zwaring und Preding waren mit 28 Personen und vier Fahrzeugen im Einsatz.

Die L 303 war im Unfallbereich von 17:20 Uhr bis 19:00 Uhr gesperrt.

Suchtmittel sichergestellt

Leibnitz, Deutschlandsberg, Graz-Umgebung, Graz. – Im Verlauf von umfangreichen Erhebungen stellten Polizeibeamte zahlreiche Cannabispflanzen, verkaufsbereites Marihuana, Amphetamine, eine geringe Menge Kokain, verbotene Waffen und Bargeld sicher. Mehr als 30 Personen wurden angezeigt. Es geht um einen Schwarzmarktwert von fast einer Million Euro.

Die Ermittlungen begannen bereits im Herbst 2018 und dauerten etwa drei Jahre. Im Verlauf dieser Ermittlungen der Kriminaldienstgruppe Leibnitz, in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt und Beamten aus dem Bezirk Deutschlandsberg, wurden 13 Hausdurchsuchungen vorgenommen. Dabei verdichtete sich der Verdacht gegen rund 30 Personen, die sich mit dem Verkauf von illegalen Suchtmitteln beschäftigten. Konkret kauften die Hauptverdächtigen die Drogen in Graz oder im benachbarten Ausland und verkauften diese gewinnbringend in den umliegenden Bezirken. Außerdem wurde den Tatverdächtigen der eigene Anbau und der Weiterverkauf von rund zehn Kilogramm Marihuana nachgewiesen. Weiters konnten teilweise verbotene Waffen, wie Schlagringe und Totschläger, sichergestellt werden.

Insgesamt gehen die Ermittler von einer Suchtmittelmenge von mehr als 90 Kilogramm Marihuana, zwei Kilogramm Amphetaminen sowie rund 100 Stück Ecstasy Tabletten und Kokain mit einem Schwarzmarktwert von fast einer Million Euro aus.

Bei den Ermittlungen kam es zu zehn Festnahmen und Einlieferungen in die Justizanstalt Graz-Jakomini. Bei den Haupttatverdächtigen handelt es sich um 14 Männer, davon ein slowenischer Staatsbürger, und zwei Frauen, davon eine Rumänin, im Alter von 17 bis 55 Jahren.

Teilweise wurden die Verdächtigen bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Zwei jugendliche Verdächtige im Alter von 17 und 18 Jahren hatten – nach Zeugenaussagen – offenbar große Visionen und träumten angeblich davon, große Drogenbarone in der Südsteiermark zu werden und auch einmal in der Zeitung zu stehen. Zumindest der letzte Teil des Traumes dürfte damit in Erfüllung gehen.

Schwerer Körperverletzung: Festnahme

Graz, Bezirk Innere Stadt. – Kriminalisten der Grazer Polizei klärten eine schwere Körperverletzung auf einen 26-Jährigen. Mit Unterstützung der EGS nahmen Polizisten einen 21-jährigen Tatverdächtigen fest. Er steht im Verdacht, den Mann im Streit attackiert und ihm schwere Kopfverletzungen zugefügt zu haben.

Am 2. Juni dieses Jahres zeigte der 26-jährige Afghane aus Graz in der Polizeiinspektion Graz-Riesplatz eine schwere Körperverletzung an. Dabei gab er an, in der Samstagnacht rund eineinhalb Wochen zuvor (23./24. Mai 2021) von einem Unbekannten im Grazer Stadtpark attackiert und schwer verletzt worden zu sein. Grund dafür soll ein Streit mit einem Mädchen gewesen sein, wobei sich der 26-Jährige auf die Seite des Mädchens gestellt haben soll. In der Folge versetzte der vorerst Unbekannte dem 26-Jährigen einen wuchtigen Fußtritt gegen den Kopf. Dabei erlitt der Mann schwere Kopfverletzungen, wie einen Schädel-Bruch und Gehirnblutungen.

Eine stationäre ärztliche Behandlung verweigerte der 26-Jährige vorerst. Der Mann leidet seither an starken Kopfschmerzen, Seh- und Konzentrationsproblemen. Ob schwerwiegende Dauerfolgen zu erwarten sind, ist noch Gegenstand von Ermittlungen durch Sachverständige.

EGS nahm Tatverdächtigen fest

Nach dem Bekanntwerden der schweren Verletzungen übernahmen Polizisten des Grazer Kriminalreferats die Ermittlungen, zudem vorerst kein Hinweis auf eine Täterschaft erlangt werden konnte. Umfangreiche Erhebungen der Kriminalisten führten letztlich zu einem bereits polizeilich bekannten 21-jährigen Türken aus Graz. Er war bereits vor Jahren wegen Gewaltdelikten polizeilich in Erscheinung getreten. Zeugen konnten den 21-Jährigen im Rahmen einer Wahl-Lichtbildvorlage (Gegenüberstellung mittels Bilder) eindeutig als Täter identifizieren.

Nachdem vorerst lediglich eine Scheinmeldeadresse des 21-Jährigen in Erfahrung gebracht werden konnte, gestaltete sich die Fahndung nach dem Tatverdächtigen anfangs schwierig. Kriminalisten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) des Landeskriminalamtes (LKA) Steiermark forschten letztlich den Aufenthaltsort des Mannes aus. EGS-Kräfte nahmen den 21-Jährigen am 4. Oktober 2021 über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz fest. Er bestreitet die Tat.

Der 21-Jährige wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert und befindet sich in Haft.

Brand eines Gartenhauses

Stallhofen, Bezirk Voitsberg. – Mittwochvormittag, 6. Oktober 2021, geriet ein Gartenhaus/Poolhaus in Brand. Verletzt wurde niemand.

Der Brand dürfte gegen 10:00 Uhr ausgebrochen sein. Einsatzkräfte der Feuerwehren Stallhofen und Köppling, im Einsatz mit 22 Personen und fünf Fahrzeugen, löschten den Brand. Das teilweise aus Holz bestehende Gebäude brannte im Innenbereich vollkommen aus. Es entstand ein Schaden in derzeit unbekannter Höhe.

Laut ersten Ermittlungen dürfte ein Kabelbrand bzw. Kurzschluss in der Poolfilteranlage den Brand ausgelöst haben.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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