Jackie Stewart: „Wir waren wie eine Familie.“ – Zitate-Service „Sport und Talk aus dem Hangar-7″ am 4. Oktober 2021

Der dreifache Formel-1-Weltmeister erinnert sich mit Nina Rindt, Peter Peter und Hans-Joachim Stuck an die Zeit mit seinem Konkurrenten und Freund Jochen Rindt. Und Franz Viehböck erzählt von den Erlebnissen rund um seinen Weltraumflug vor 30 Jahren. Das waren die Highlights von „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ am 4. Oktober 2021. 

Moderation: Andreas Gröbl

Die Themen: Formel 1, Raumfahrt

Die Gäste: Sir Jackie Stewart, Nina Rindt, Hans-Joachim Stuck, Peter Peter, Jean-François Decaux, Richard Mille, Franz Viehböck

FORMEL 1

„Ich kann nicht verstehen, wie er so eine Legende werden konnte.“
Nina Rindt über den Mythos, der um Jochen Rindt in Österreich entstanden ist.

„Jochen hat den Motorsport in Österreich populär und gesellschaftsfähig gemacht. Mit seiner Ausstrahlung und seinem Charisma hat er die Motorsportwelt bewegt.“
Peter Peter über das Vermächtnis von Jochen Rindt.

„Auf der Strecke hatte er die perfekten Manieren. In Silverstone gab es einmal 30 Überholmanöver zwischen mir und ihm. Jeder konnte dem anderen trauen, dass er keinen falschen Move macht.“
Jackie Stewart schätzte die Fairness von Jochen Rindt auf der Strecke.

„Jim Clark war auch einer meiner besten Freunde. Es gab eine ganz große Kameradschaft zwischen den Fahrern, zum Beispiel auch mit Graham Hill. Wir waren wie eine Familie. Das ist der Unterschied zu heute.“
Jackie Stewart über das enge Verhältnis unter den Piloten im Fahrerlager.

„Wenn man jung ist, denkt man nicht über die Gefahren nach. Später sieht man es anders. Mein Vater war ja auch Rennfahrer und hat es überlebt. Erst nachdem Jim gestorben war, dachte ich, es könnte uns vielleicht auch passieren. So waren die Zeiten. Und Colin Chapman hat dabei sicher nicht geholfen.“
Nina Rindt drängte den Gedanken der Gefahr stets weg.

„Ich persönlich glaube nicht, dass Jochen nach dem WM-Titel weitergefahren wäre. Und es war klar, dass er die WM in dem Jahr gewinnt. Er hatte andere Pläne. Er stand Bernie sehr nahe und wollte mit Freunden Geschäfte machen. Er hatte andere Ziele.“
Jackie Stewart geht davon aus, das Rindt nach 1970 aufgehört hätte.

„Meine Frau Helen hat 57 Fahrer gezählt, mit denen wir Rennen gefahren und die getötet worden sind. Es war eine sehr gefährliche Zeit, die Strecken waren anders. Durch das Element der Gefahr entstand auch eine besondere Beziehung.“
Jackie Stewart über die vielen Todesfälle im damaligen Motorsport.

„Beim Unfall vom Jochen hatte ich zum ersten Mal einen richtigen Schock, weil ich ihn relativ gut kannte. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, was alles passieren kann.“
Hans-Joachim Stuck nahm die Gefahr erst nach Jochen Rindts Tod wahr.

„Jochen sagte mir, wenn ich Weltmeister werde, muss ich noch ein Jahr fahren, um Geld zu verdienen. Vielleicht sogar zwei, um noch mehr zu verdienen.“
Nina Rindt widerspricht ihrem Nachbarn Jackie Stewart.

„Mit Niki Lauda hat sich die Lücke in den nächsten Jahren wieder geschlossen. Die beiden haben sich nur sehr kurz gekannt und sehr respektvoll voneinander gesprochen.“
Peter Peter über die Phase im heimischen Motorsport unmittelbar nach Rindts Tod.

RAUMFAHRT

„Es ist nicht gut, wenn man besonders viel Gewichte heben oder schnell Marathon laufen kann. Man muss rundum gesund und fit sein. Und natürlich muss der Geist auch dazu passen. Wahrscheinlich war bei mir das Gesamtbild das Ausschlaggebende.“
Franz Viehböck über das Anforderungsprofil, das er als Kosmonaut erfüllen musste.

„Der unmittelbare Moment des Abhebens ist nicht dramatisch – wie bei einem Jet auf der Rollbahn. Nur beschleunigt die Rakete immer mehr und mehr und erreicht bis zu 5-g. Dann wird die Stufe abgetrennt und die Beschleunigung ist plötzlich Null. Insgesamt dauert es weniger als neun Minuten.“
Franz Viehböck über die schnelle Reise in den All.

„Mir wurde erst nach dem Flug bewusst, was das alles ausgelöst hat. Ich habe in meinem Leben danach sehr viele außergewöhnliche Persönlichkeiten aus Sport, Politik, Wissenschaft aus der ganzen Welt getroffen.“
Franz Viehböck über die sozialen Nebenwirkungen seines Weltraumfluges.

„Was Bezos und Virgin Galactic machen, ist ein senkrechter Start in die Luft. Wenn man Glück hat, kommt man auf über hundert Kilometer Höhe und fällt gleich wieder herunter. SpaceX ist, wie bei mir, ein richtiger Raketenstart. Sie kommen dann in die Umlaufbahn und haben eine genauso hohe Geschwindigkeit.“
Franz Viehböck über die aktuellen Projekte von Jeff Bezos, Richard Branson und Elon Musk.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at