Der Zivildiener des Jahres 2020 steht fest

Bundessieger kommt aus Vorarlberg

Am 4. Oktober 2021 hat Bundesministerin Elisabeth Köstinger die „Zivildiener des Jahres“ für das Jahr 2020 ausgezeichnet:

  • Mehr als 100 Nominierungen sind bei der Zivildienstagentur eingegangen, die Einrichtungen, in denen Zivildiener eingesetzt werden, konnten Nominierungen machen
  • Der Bundessieger, der aus dem Kreis der Landessieger ermittelt wurde, kommt aus Vorarlberg und heißt Sebastian Jehle.
  • Zudem wurden zwei außerordentliche Zivildiener geehrt.
  • Erstmals wurden auch „Zivildiener der ersten Stunde“ vom Jahr 1975 ausgezeichnet.

Gerade die Coronakrise hat verdeutlicht, wie wichtig Zivildiener für unser Land sind. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit unserer Auszeichnung ‚Zivildiener des Jahres‘ wieder jene jungen Männer vor den Vorhang holen, die im Vorjahr besonderen Einsatz gezeigt haben. Über hundert Nominierungen haben uns erreicht. Jeder von ihnen hätte den Titel ‚Zivildiener des Jahres‘ verdient. Ich gratuliere unseren Landessiegern und ganz besonders unserem diesjährigen Bundessieger Sebastian Jehle aus Vorarlberg“, betont Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger.

„Wer Zivildienst macht, leistet einen Dienst an unserer Gesellschaft. Das wissen wir zu schätzen und darauf sind wir stolz. Diese Auszeichnung drückt die Wertschätzung für die Leistung der jungen Männer im ganzen Land aus.“

Bundessieger 2020: Sebastian Jehle

Der junge Vorarlberger hat seinen Zivildienst im Kindergarten Neunteln geleistet

„Durch seine Lehre als Tischlertechniker, seinem Hobby als Musiker und seinem Wissen als Jungimker hat er nicht nur Kinderaugen zum Strahlen gebracht, sondern war auch eine Bereicherung für das gesamte Team. Neben seinen laufenden Aufgaben hat er sich Zeit genommen und ist für seine Schützlinge mehrere Extrameilen gelaufen. Er hat etwa ein Schattentheater gebaut, das heute noch immer fleißig bespielt wird. Und er hat sich besonders dafür eingesetzt, die Neugier der Kinder für Bienen und ihre wichtige Aufgabe in der Natur zu vermitteln. Der nächsten Generation Wissen zu vermitteln ist eine sehr wichtige Aufgabe. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass sich die Jury rasch einig war, dass er den Titel ‚Bundessieger‘ bekommen soll“, so Zivildienstministerin Köstinger in ihrer Laudatio.

Landessieger 2020

Eine Jury wählt einen Sieger pro Bundesland aus. In der Vergangenheit kam es auch vor, dass sich die Jury für zwei Landessieger in einem Bundesland entschieden hat – wie heuer beim Burgenland.

Burgenland: David Berghofer

Er hat bereits vor dem Antritt seines Zivildienstes die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheim Haus St. Vinzenz bei ihrem Urlaub begleitet. Seine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft sind einmalig und selbst heute wird im Haus St. Vinzenz noch immer von ihm gesprochen.

Burgenland: Niklas Puecker

Freundlich, fleißig, wissbegierig, gewissenhaft, überpünktlich, immer gut gelaunt, pflichtbewusst, empathisch und geduldig gehören zu den vielen Eigenschaften, die von der Burgenländischen Pflegeheim Betriebs-GmbH, Pflegeheim Oberpullendorf, St. Peter in der Nominierung genannt wurden.

Kärnten: Markus Walder

Im Missionskloster Wernberg hat er großen Eindruck hinterlassen. Nicht nur in der Küche, sondern auch auf der hauseigenen Krankenstation half er, wo er nur konnte.

Niederösterreich: Pascal Zschetsche

Hat sich im Pflege- und Betreuungszentrum Scheiblingkirchen zu einem wahrhaftigen Hauptgewinn – sowohl für Bewohnerinnen und Bewohner, als auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt.

Oberösterreich: Tobias Lang

Er hat seinen Zivildienst im Bezirksseniorenzentrum Eggelsberg absolviert. Neben der täglichen Unterstützung der Mitarbeiter hat er erheblich zur Lebensqualität und Wertschätzung der Bewohnerinnen und Bewohner beigetragen.

Salzburg: Valentin Thalmayr

War bei der Lebenshilfe Salzburg im Wohnhaus Ernst-Grein-Straße tätig. Er beschäftigte sich intensiv mit „passiven Mobilisierungstrainings“ und täglichen Workouts, die er mit den Bewohnerinnen und Bewohnern durchführte.

Steiermark: Josef Pichler

Im Seniorenkompetenzzentrum Ahornhof wird immer noch häufig nach ihm gefragt. Besonders hervorgehoben wurden seine unglaublich herzliche Art, seine Höflichkeit und Einsatzbereitschaft.

Tirol: Patrik Podolan

Er ist mittlerweile Assistent in der Lebenshilfe Tirol, wo er seinen Zivildienst absolvierte. Obwohl Herr Podolan zuvor keinen Bezug zu Menschen mit Behinderung hatte, hat er mit seiner unglaublichen Geduld und Hilfsbereitschaft Großartiges bewirkt und einen engen Bezug zu herausfordernden Klienten aufgebaut.

Vorarlberg: Sebastian Jehle

Er hat seinen Zivildienst im Kindergarten Neunteln in der Stadt Hohenems absolviert. Das kunterbunte Repertoire aus handwerklichem Geschick, musikalischem Talent und Naturverbundenheit ließ sehr viele Kinderaugen strahlen.

Wien: Rey Gavadan

Er war im Verein GIN „Gemeinwesenintegration“ und Normalisierung in der Wohngemeinschaft und Tagesstätte Leimäckergasse tätig. Vom ersten Tag an ist er durch sein großes Engagement aufgefallen und hat sich schnell in das Team eingefunden.

Außerordentliche Zivildiener des Jahres 2020

„Im Jahr 2020 waren nicht nur über 14.000 ordentliche Zivildiener im Einsatz, sondern auch rund 4.500 außerordentliche Zivildiener. Aufgrund der besorgniserregenden Corona-Situation haben wir im März letzten Jahres zum ersten Mal in dieser Republik den außerordentlichen Zivildienst ausgerufen. Unsere Zivildiener haben sich als wichtige strategische Reserve im Gesundheitssystem bewährt. Darum zeichnen wir heuer auch stellvertretend für alle Außerordentlichen einen verlängerten und einen freiwilligen Zivildiener dieser herausfordernden Zeit aus“, so Köstinger.

Matthias Lung hat das Team des Roten Kreuzes in Hohenems tatkräftig unterstützt. Während seines verlängerten Zivildienstes wurde er an die Corona-Teststation in Röthis versetzt und hat dort unter anderem Tourismus-Massentests organisiert. Außerdem brachte er Vorschläge ein, um die Zusammenarbeit von Rotem Kreuz, Feuerwehr und Landeswarnzentrale zu verbessern.

Daniel Derajic hat seinen ordentlichen Zivildienst im Franz Gerstenbrand Wachkoma Department der Geriatrischen Gesundheitszentren Graz geleistet und hat auch als freiwilliger außerordentlicher Zivildiener dort unterstützt.  In den Zeiten des Besuchsverbotes am Departement sorgte er mit seiner herzlichen und positiven Ausstrahlung sowie Spaziergängen und Musik immer für gute Stimmung.

Zivildiener der ersten Stunde

Heuer wurden erstmals aber auch „Zivildiener der ersten Stunde“ geehrt. Also jene Männer, die im Jahr 1975 als erste Zivildiener beim Roten Kreuz in Graz ihren Dienst für die Gesellschaft geleistet haben.

„1955 wurde die allgemeine Wehrpflicht in Österreich eingeführt. Erst 20 Jahre später gab es auch die Möglichkeit, Zivildienst zu leisten. Es hat sehr viel Mut gebraucht, sich für diesen Weg zu entscheiden. Zivildiener wurden damals als ‚Drückeberger‘ und sogar als ‚Vaterlandsverräter‘ bezeichnet. Zum Glück hat es zahlreiche Burschen gegeben, die sich getraut haben, diesen Weg zu gehen. Wir haben es Ihnen zu verdanken, dass der Zivildienst so erfolgreich geworden ist. Sie haben Pionierarbeit geleistet. Daher freue ich mich besonders, dass wir die Gelegenheit haben einigen dieser Helden Dank und Anerkennung auszusprechen“, betont Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger.

„Weil sich das System bewährt hat, konnte der Zivildienst schließlich zu dem Sicherheitsnetz wachsen, von dem wir alle profitieren. Unsere Zivildiener sind heute nicht mehr wegzudenken! Jede Stadt und jedes Land braucht Zivildiener. Gerade die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig unsere Zivildiener als strategische Reserve im Gesundheitsbereich sind. Ob als ordentlicher oder außerordentlicher Zivildiener – jeder einzelne leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft! Die Österreicherinnen und Österreicher können sich auf unsere Zivildiener verlassen. Und als Zivildienstministerin setze ich mich dafür ein, dass das auch in Zukunft so bleibt!“

FotografIn: Paul Gruber

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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