Zweitstiche für rund 35.000 Johnson&Johnson-Geimpfte empfohlen


Auffrischungsimpfungen erhöhen Schutzwirkung um ein Vielfaches

Graz, am 1. Oktober 2021.- Beim 30. Impf-Update des Landes Steiermark informierten heute Vormittag (1.10.2021) der steirische Impfkoordinator Michael Koren und Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig über den Stand der Corona-Schutzimpfung in der Steiermark. Als Gast informierte Reingard Glehr, praktische Ärztin in Hartberg und Mitglied im Ärztebeirat.  „Wir haben in der Steiermark über 1,5 Millionen Corona-Impfungen verabreicht. Besonders erfreulich ist, dass wir mehr als 800.000 Steirerinnen und Steirer mit einer Erstimpfung versorgen konnten. Als wir am 27. Dezember mit der Durchführung der Impfungen begonnen haben, wussten wir nicht, ob dieses Angebot überhaupt angenommen wird“, so Impfkoordinator Michael Koren zu Beginn seiner Ausführungen.

Zur Thematik der Auffrischungsimpfung erwähnte Koren, dass bereits 112 Pflegeheime Bestellanträge getätigt haben, um den Pfleglingen eine Drittimpfung ermöglichen zu können. Eine Änderung gab es bei der Drittimpfung des Gesundheitspersonals: Dieses könne nun nach sechs Monaten geimpft werden. Die dafür erforderlichen Impfdosen können ebenfalls online bestellt werden.Zur Empfehlung des Nationalen Impfgremiums hinsichtlich des Impfstoffes von Johnson&Johnson führte Koren aus: „In dieser Woche hat das Nationale Impfgremium entschieden und empfiehlt, dass bei Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson immunisiert wurden, eine Auffrischung notwendig ist, damit die Vollimmunisierung stattfindet. Verwendet werden sollen hierfür die mRNA-Impfstoffe von BioNtech/Pfizer und Moderna.“ Steirerinnen und Steirer, die sich über die Anmeldeplattform des Landes angemeldet haben und mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson immunisiert wurden, werden über die Notwendigkeit der zweiten Impfung informiert und können ihren Termin online bei einer Impfstraße oder einer Impfordination buchen. Dabei handle es sich um rund 14.000 Personen. Schwieriger hingegen sei es, so Koren weiter, die restlichen der rund 35.000 mit Johnson&Johnson immunisierten Personen zu erreichen. Dafür wurde bereits Kontakt zu verschiedenen Organisationen, die in erster Linie diesen Impfstoff verimpft haben, aufgenommen und über die Notwendigkeit der zweiten Impfung informiert. „Betroffene Personen können sich im Rahmen der freien Impfaktionen auf den Impfstraßen oder bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten immunisieren lassen“, betonte Koren abschließend.

Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig gab einen Überblick über die aktuelle Situation rund um den dritten Stich: „Die Steiermark hat die Empfehlung der Ampelkommission an die Länder, nämlich Personengruppen aktiv zur Auffrischungsimpfung einzuladen, bereits umgesetzt. So haben gestern und vorgestern auf den steirischen Impfstraßen bereits Drittimpfungen stattgefunden, dabei wurden insgesamt 2809 Impfungen gesetzt. Von 5544 Eingeladenen haben 1603 Personen ihren Termin storniert bzw. verschoben, von den verbliebenen 3941 Angemeldeten haben 71 Prozent, also 2809 Personen, den Termin auch tatsächlich wahrgenommen. Natürlich wäre eine höhere Teilnahme wünschenswert gewesen, gerade auch deshalb, da – wie beispielsweise eine aktuelle Studie aus Israel zeigt – sich Über-60-Jährige, die die Auffrischungsimpfung erhalten haben, elf Mal seltener anstecken als zweifach Geimpfte, schwere Verläufe treten fast 20 Mal seltener auf.“Das bedeute, so Wlattnig, dass jeder neuerliche Kontakt mit dem Erreger, also auch mit einer Impfung, das Immunsystem stärke und die Immunität länger anhalte. „Daher lautet unsere Botschaft an die ältere Generation, dass die Auffrischungsimpfung den bestmöglichen weiteren Schutz vor einer Corona-Infektion und ihrer Folgen bietet“, unterstrich Wlattnig und verwies darauf, dass die Wirkung der Impfung nach sechs Monaten gerade bei Personen über 80 Jahren deutlich nachlasse. Deshalb werde all jenen Personen, die eine Einladung zur Auffrischungsimpfung erhalten, dringend geraten, diesen Termin auch wahrzunehmen. In den nächsten drei Wochen (KW 40 bis 43) seien über 25.000 Personen mittels Brief sowie SMS und E-Mail zur Drittimpfung eingeladen worden, dies an den steirischen Impfstraßen sowie auch bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten.Anschließend gab Wlattnig einen Überblick über die aktuellen Impfzahlen: „In der letzten Woche haben seit Freitag, 24. September 2021 insgesamt 21.541 Impfungen stattgefunden, darunter waren 9.105 Erstimpfungen. Die Steigerung der Gesamtzahl liegt vor allem auch daran, dass die dritten Stiche dazugekommen sind, aber auch die Zahl der Erstimpfung ist im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen.″ Da es jedoch zunehmend schwieriger werde, Ungeimpfte zu einer Impfung zu bewegen, rechne man seitens der Impfkoordination nicht damit, dass diese Steigerung anhalten werde, sofern diese Personen nicht durch zusätzliche äußere Druckmaßnahmen zu einer Impfung bewegt würden.Mit heutigem Stand sind rund 804.000 Personen, das sind 64,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, erstgeimpft, das sind 72,4 Prozent der Impffähigen ab zwölf Jahren und 76 Prozent der Erwachsenen ab 18 Jahren. Vollimmunisiert sind 765.000 Steirerinnen und Steirer, also 61,35 Prozent der Gesamtbevölkerung, oder 68,9 Prozent der Impffähigen bzw. rund 73 Prozent der Erwachsenen. 9.807 Personen haben bereits eine dritte Impfung erhalten. Zum Abschluss verwies Wlattnig auf eine Auswertung der erstgeimpften Jugendlichen (12- bis 17-Jährige) in der Steiermark: Von diesen 66.000 Personen sind 27.212 Jugendliche erstgeimpft, das sind 41,2 Prozent dieser Alterskategorie. Im Vergleich dazu beträgt der Stand der geimpften 15- bis 24-Jährigen derzeit 58,46 Prozent.

Reingard Glehr, Allgemeinmedizinerin in Hartberg, verwies auf die Erfolge und positiven Auswirkungen der Impfkampagne: „Die Impfung wirkt und die Impfung schützt, das zeigen alle Zahlen. Trotz momentan wieder relativ vieler Infektionen mit dem Corona-Virus ist die Lage auf den Intensivstationen stabil – das ist der Verdienst der Impfung. Wir Ärztinnen und Ärzte bemühen uns weiter, aufzuklären und die Menschen für die positive Wirkung der Impfung zu sensibilisieren. Je mehr in den jüngeren Altersgruppen geimpft wird, umso klarer zeigt sich auch die Schutzwirkung bei Kindern und Jugendlichen bei sehr seltenen Nebenwirkungen“, so Glehr, die selbst am Wochenende bei einer niederschwelligen Impfaktion engagiert ist: Im Vorfeld des Bundesligaspiels zwischen dem TSV Hartberg und dem SK Sturm Graz am Sonntag, dem 3. Oktober, gibt es vor dem Match die Möglichkeit, sich von 11 bis 14 Uhr in unmittelbarer Nähe zum Stadion Hartberg impfen zu lassen. Diese Aktion wird vom TSV Hartberg gemeinsam mit dem Land Steiermark organisiert. Impfung und Stadionbesuch passen sehr gut zusammen: „Schließlich trägt die Impfung wesentlich dazu bei, dass wir mittlerweile wieder Großveranstaltungen gemeinsam genießen können“, so Glehr.Zur bevorstehenden Grippesaison erklärte Glehr, dass „sich die Grippeimpfung mit der Corona-Impfung sehr gut verträgt. Man kann sogar beide Impfungen zum gleichen Zeitpunkt durchführen, wir empfehlen aber dennoch einen Abstand von zwei Wochen. Wir als Ärztinnen und Ärzte rufen speziell Risikogruppen dazu auf, sich die Grippeimpfung zusätzlich zur Corona-Schutzimpfung zu holen!“Grippeimpfungen werden ab der kommenden Woche in den Sanitätsreferaten der Bezirkshauptmannschaften, im Gesundheitsamt der Stadt Graz sowie in der Reisemedizinischen Impf-und Beratungsstelle des Landes Steiermark/Landessanitätsdirektion durchgeführt. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich. Alle Informationen zur Grippeimpfung finden Sie  hier.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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