Aktuell laufen Drittimpfungen an Corona-Schutzimpfung: „Jeder Stich zählt“

Graz, am 24. September 2021.- Beim 29. Impf-Update des Landes Steiermark informierten heute Vormittag (24.9.2021) der steirische Impfkoordinator Michael Koren und Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig über den Stand der Corona-Schutzimpfung in der Steiermark. Als Gast präsentierte diesmal Michael Adomeit, praktischer Arzt in Birkfeld und Obmann der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin, die Ergebnisse einer aktuellen Studie.Impfkoordinator Michael Koren startete mit einem Blick auf das bisher Erreichte: „Am 27. Dezember haben wir in der Steiermark mit 40 Impfungen begonnen. Nun, neun Monate später, halten wir bei insgesamt rund 1,5 Millionen Stichen. Bei den Vollimmunisierten liegen wir in der Steiermark bei über 750.000 Personen.“ Aktuell geht es nun bereits um die Auffrischungsimpfungen, bei der Impfkoordination sind mittlerweile 98 Bestellanträge für die Drittimpfung speziell in Pflegeheimen eingetroffen und bereits fast 3.500 Impfungen gesetzt. Wichtig sei aber weiterhin, zusätzliche Impfwillige zu finden. „Wenn wir auf den Sommer zurückblicken, dann sind wir sehr stolz, dass wir über kleine, freie Impfaktionen rund 45.000 Kurzentschlossene erreichen konnten. Ein Mosaikstein in unseren Bemühungen sind auch die Impfbusse, die seit dieser Woche unterwegs sind und das Impfangebot direkt vor Ort in die Gemeinden bringen. Jeder Impfstich zählt und hilft, die Pandemie zu bekämpfen“, so Koren.Derzeit laufen auch, pünktlich zum Semesterstart, die Aktionen mit den Universitäten an. Auch die steirischen Schulen haben weiterhin die Möglichkeit, Angebote zu schaffen. „Da es dafür nötig ist, seitens der Schule einen Vertrag mit dem Land Steiermark zu schließen und die Verantwortung für die Aktion in der Schule zu übernehmen, gibt es hier auch Hürden. Über unsere Impfstraßen können wir hier aber jederzeit Angebote schaffen“, so Koren. Zu den bevorstehenden Auffrischungsimpfungen erklärte Koren: „Ich darf darauf hinweisen, dass es nun öfter vorkommen wird, dass 90-Jährigere mit 30-Jährigen auf der Impfstraße zusammenkommt. Das ist nicht ungewöhnlich, weil es ja weiter Erstimpfungen gibt und es natürlich auch unter jüngeren Menschen Risikopatientinnen und -patienten gibt“, betonte Koren.Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig begann seine Ausführungen mit einem Überblick zum aktuellen Geschehen rund um die nun anlaufenden Auffrischungsimpfungen: „In der kommenden Woche, nämlich am 29. und 30. September, finden an den 16 Impfstraßen die ersten 5.544 Drittimpfungen für die ältere Generation statt. Am 22. September haben wir außerdem weitere rund 25.000 Impftermine für die Auffrischungsimpfungen an die Über-80-Jährigen verschickt. Diese Termine werden in den ersten drei Oktoberwochen (Kalenderwoche 40 bis 43) an den Impfstraßen sowie in den über 360 teilnehmenden steirischen Impfordinationen stattfinden.“ Parallel dazu, so Wlattnig, laufen die Drittimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen sowie die Vorbereitungen der KAGes für die Risikopatientinnen und -patienten. Dabei könne allerdings das Personal zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mitgeimpft werden, weil dieses – anders als Angehörige der Risikogruppen bzw. Über-65-Jährige in den Alten- und Pflegeheimen – erst nach einem Zeitraum von neun bis zwölf Monaten die Auffrischungsimpfung erhält.„Was die Impfstoffe für den dritten Stich betrifft, haben wir entsprechend der Empfehlung des Nationalen Impfgremiums entschieden, dass jene Personen, die mit Biontech/Pfizer bzw. Moderna erst- und zweitgeimpft wurden, den selben Impfstoff auch bei der dritten Impfung erhalten. All jene, die mit Johnson&Johnson bzw. Astra Zeneca geimpft wurden, können die Auffrischungsimpfung entweder mit Biontech/Pfizer oder mit Moderna erhalten.“Für Erst- und Zweitimpfungen findet neben den weiterhin laufenden freien Impfaktionen des Landes auch anlässlich der Grazer Herbstmesse eine Impfaktion statt: Dabei wird von 30. September bis 3. Oktober im Foyerbereich eine eigene Impfkoje aufgestellt werden und Besucherinnen und Besuchern können sich mit Biontech/Pfizer oder Johnson&Johnson impfen lassen. Die freien Impftage an den steirischen Impfstraßen werden aufgrund der guten Annahme durch die Bevölkerung auch im Oktober fortgesetzt, so Wlattnig. Mitte Oktober werde man evaluieren, ob die Impfbereitschaft zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend hoch ist, um dieses Angebot auch im November weiter aufrecht zu erhalten. „Eine Rolle spielt dabei neben Maßnahmen des Bundes – Stichwort 2G-Regel bzw. Kostenpflichtigkeit des Testangebotes – natürlich auch die jeweilige Infektionslage, da dies natürlich auch in Zusammenhang mit den Impfzahlen steht.“Zu den Gemeindeimpfaktionen berichtete Wlattnig, dass bisher in 43 steirischen Gemeinden derartige Mikro-Impfaktionen mit insgesamt 3.880 Impfungen stattgefunden haben.Abschließend gab Wlattnig einen Überblick über die aktuellen Impfzahlen: Seit letztem Freitag haben in der vergangenen Woche insgesamt 14.234 Impfungen stattgefunden, darunter waren 7.504 Erstimpfungen. Mit heutigem Stand sind 63,7 Prozent der Gesamtbevölkerung erstgeimpft, das sind 71,6 Prozent der Impffähigen ab zwölf Jahren und rund 75 Prozent der Erwachsenen ab 18 Jahren. Vollimmunisiert sind 60,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, also 68,3 Prozent der Impffähigen bzw. rund 72 Prozent der Erwachsenen. „Der wöchentliche Durchschnitt der Anmeldezahlen auf unserer Anmeldeplattform hat sich nun bei rund 300 täglichen Anmeldungen eingependelt. Das ist natürlich sehr erfreulich, da wir damit weiterhin viele Erstimpfungen durchführen, denen im Rahmen der Pandemiebekämpfung natürlich große Bedeutung zukommt.″Michael Adomeit, Mitglied der Ärzteberatergruppe sowie praktischer Arzt in Birkfeld und Obmann der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin, präsentierte Eckpunkte der Online-Umfrage, die von der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin im Zeitraum zwischen Anfang März und Anfang Juli durchgeführt wurde und an der 1.200 steirische Eltern teilgenommen haben: „Abgefragt wurde etwa, ob Eltern ihr Kind – bei mehreren Kindern zielte die Befragung stets auf das älteste ab – gegen Corona impfen lassen. Rund ein Drittel gab an, ihr Kind impfen zu lassen. Rund ein Drittel ist unentschlossen und rund ein Drittel ist gegen eine Impfung. In diesem Zusammenhang konnte festgestellt werden, dass Eltern, die selbst gegen Corona geimpft sind oder sich impfen lassen werden bzw. regelmäßig an der Gesundheitsvorsorge teilnehmen, eher dazu neigen, ihr Kind ebenfalls gegen Covid-19 impfen zu lassen.“ Motive für eine Immunisierung seien etwa der Gruppenschutz sowie die überschaubaren Nebenwirkungen.Durch die Befragung wurde auch deutlich, dass Familien mit Kindern zwischen 0 und 15 Jahren von der Pandemie besonders hart getroffen wurden. Adomeit weiter: „Für Kinder und Jugendliche stellten die Besuchs- und Kontakteinschränkungen sowie die Zugangsbeschränkungen zu beispielsweise Musikschulen, Schwimmbädern oder Kino eine große Belastung dar. Eltern gaben hingegen Betreuungsprobleme, die Kombination aus Home-Office und Home-Schooling sowie die Sorge vor einer Corona-Infektion als Belastung an.“ Abgeleitet konnte auch werden, dass Eltern sich zu wenig und oftmals zu wenig sachlich informiert fühlen. Insgesamt haben die guten Kommunikationskanäle mit dem Land Steiermark jedoch dazu beigetragen, dass sich die Einstellung der Eltern bezüglich Impfverhalten positiv entwickeln konnte, so Adomeit weiter.Abschließend informierte Michael Adomeit noch über den bevorstehenden dritten Stich bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten: „Die Vorbereitungen in den Ordinationen sind bereits abgeschlossen. Über 550 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in der Steiermark können eigenständig Impfstoffe abrufen und nützen diese Möglichkeit auch. Diese sind über die ganze Steiermark verteilt und bieten auch Termine für die Impfung an.“ Mit vereinten Kräften werde auch weiterhin daran gearbeitet, die Impfkampagne mit dem dualen System erfolgreich zu halten. Es werde auch viel Aufklärungsarbeit geleistet, denn Jugendliche kommen alleine oder mit Eltern in die Ordinationen und fragen gezielt nach Impfungen. „Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte kennen ihre Patientinnen und Patienten und klären intensiv auf. Die Nachfrage nach Informationen ist gegeben – oftmals sind Fake News ein großes Thema“, so Adomeit. Zwei Gruppen, die sich noch nicht ausreichend informiert fühlen, sind etwa Hebammen sowie Personen in Pflegeberufen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at