VCÖ: Viele in der Steiermark sind das ganze Jahr über oft autofrei mobil

Autofreie Mobilität ist für viele in der Steiermark selbstverständlich. Zum einen gibt es in der Steiermark rund 105.000 autofreie Haushalte, zum anderen ist das Mobilitätsverhalten vielfältig. Auch viele, die ein Auto besitzen, sind mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil. Vor der Coronakrise legten die Steirerinnen und Steirer im Schnitt pro Jahr rund 2.350 Kilometer mit dem Fahrrad, zu Fuß und öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, informiert der VCÖ. Das Potenzial für mehr autofreie Mobilität ist aber noch groß: Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer und damit in guter Radfahr-Distanz. Vor allem am Arbeitsweg ist das Potenzial für die Verlagerung vom Auto auf das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel sehr groß, betont der VCÖ.

„Beweg dich und bleib gesund“ ist das Motto der diesjährigen Europäischen Mobilitätswoche, die mit dem heutigen „Autofreien Tag“ ihren Höhepunkt erreicht. „Erfreulich ist, dass zahlreiche Menschen in der Steiermark häufig Alltagswege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bahn und Bus zurücklegen statt im Auto zu sitzen. Wer möglichst oft autofrei mobil ist, leistet nicht nur einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und trägt zur Vermeidung von Verkehrsproblemen bei, sondern kommt so auf eine tägliche Portion Bewegung und tut damit der eigenen Gesundheit Gutes“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Auch wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, bewegt sich mehr, etwa indem zu Fuß zur Haltestelle gegangen wird.

Die positiven Gesundheitswirkungen von bewegungsaktiver Mobilität sind vielfältig: Beispielsweise wirkt Bewegung präventiv gegen Herz-Kreislauferkrankungen, gegen Übergewicht, erhöht die Fitness und wirkt sich auch positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. „Eine Verkehrsplanung, die das Gehen und Radfahren fördert, trägt auch wesentlich zur Gesundheit der Bevölkerung bei“, weist VCÖ-Experte Schwendinger auf den Gesundheitsnutzen hin.

Die Hälfte der Steirerinnen und Steirer nutzt zumindest mehrmals im Monat das Fahrrad als Verkehrsmittel, zwei Drittel davon mehrmals die Woche. Jeder dritte in der Steiermark fährt mindestens mehrmals im Monat mit öffentlichen Verkehrsmittel, auch davon zwei Drittel mehrmals die Woche, informiert der VCÖ.

Zudem ist autofreie Mobilität aktiver Klimaschutz. Wer beispielsweise 1.000 Kilometer mit der Bahn statt mit einem durchschnittlichen Diesel-Pkw fährt, vermeidet rund 140 Kilogramm an direktem CO2-Ausstoß und inklusive der vorgelagerten Emissionen wie Fahrzeugherstellung und Energiebereitstellung sogar rund 200 Kilogramm CO2, weist der VCÖ auf Daten des Umweltbundesamts hin. Damit mehr Menschen mit Bahn oder Bus mobil sein können, sind ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz und vor allem auch häufigere Verbindungen in den Regionen nötig. Dass auch in dünn besiedelten Regionen ein gutes Angebot möglich ist, ist im Bregenzerwald zu sehen, wo Busse im Stundentakt verkehren, auch am Wochenende und am späteren Abend.

Das Potenzial für mehr autofreie Mobilität ist in der Steiermark noch groß. So gibt es viele kurze Autofahrten, vier von zehn sind kürzer als fünf Kilometer und damit in idealer Radfahrdistanz. Fast zwei Drittel sind kürzer als 10 Kilometer, für die immer beliebter werdenden Elektro-Fahrräder ideal und für sportlichere Personen auch mit einem herkömmlichen Fahrrad gut zu bewältigen, vorausgesetzt es gibt eine gute Rad-Infrastruktur. „Deshalb ist es so wichtig, die Rad-Infrastruktur verstärkt auszubauen und in den Städten und Gemeinden durch Verkehrsberuhigung auch für Familien mit Kindern gute Bedingungen zum Radfahren zu schaffen. Die Anzahl der Kinder, die mit dem Fahrrad fahren sind ein guter Indikator für die Qualität der Rad-Infrastruktur“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Am Arbeitsweg ist das Potenzial zur Vermeidung von Autofahrten besonders groß. Sieben von zehn Arbeitswegen werden mit dem Auto gefahren, obwohl mehr als die Hälfte weniger als zehn Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt wohnen. „Vor allem betriebliches Mobilitätsmanagement ist sehr wirksam, um Beschäftigte zum Umstieg auf Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu motivieren, wie in Österreich bereits etliche Unternehmen zeigen“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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