„Frisch gefischt – Leben am Wasser“ auf Servus-TV

Am Freitag, 01.10. um 21:10 Uhr

Fischen und Angeln in Österreich wird weit über seine Grenzen hinaus als Geheimtipp gehandelt. Kein Wunder, finden sich doch hier Bäche, Flüsse und Seen mit hervorragender Wasserqualität – und von unvergleichlicher Schönheit. Dieser faszinierende Lebensraum zieht eine ganz besondere Spezies magisch an: Menschen, die morgens um 4 Uhr aufstehen, Netze einholen bis die Finger einfrieren, mit Engelsgeduld winzige Fliegen binden, stundenlang bis zur Brust im eiskalten Wasser stehen. Eine Dokumentation über Kaviar aus dem Burgenland, Meeresfisch in luftiger Höhe, laichende Saiblinge im Ausseerland, kampflustige Flusskrebse und einiges Spannende mehr.

Muscheln auf der Alm
„Die haben gesagt, die tickt ja nicht richtig: Fisch da heroben anzubieten!“, erinnert sich Lydia Pichler, Wirtin der Roaner Alm in Osttirol. Als es die gebürtige Iselsbergerin vor 13 Jahren zurück in ihre alte Heimat verschlug und sie die Hütte auf 1.900 Metern pachtete, setzte sie sich in den Kopf, etwas Exotisches anzubieten: Mittelmeer-Fischgerichte. Seitdem fährt sie einmal pro Woche an den Hafen von Triest und wählt frische Fische und Meeresfrüchte für ihre Hüttengäste aus. Die Rezepte hat sie von ihrer italienischen Schwiegermutter abgeschaut: „Man braucht keinen großen Aufwand betreiben – wenn die Qualität frisch ist, ist es ganz einfach, den Fisch gut zuzubereiten“, sagt Lydia. Heute servieren Lydia und ihre Tochter Brigitte Muscheln in Weißweinsoße, Steinbutt, gegrillte Goldbrasse und ein Sepien-Gulasch.

Traditionelles Lechfischen im Ausseerland
Wenn am Grundlsee der Herbstnebel vom Wasser aufsteigt, dann ist für Fischereimeister Max Peinsteiner und seine Kollegen der Zeitpunkt des Lechfischens gekommen. Behutsam werden die Saiblinge mit Zugnetzen ins traditionelle Holzboot, die Plätt`n, gezogen und nach Geschlecht sortiert. Im Bruthaus gleich am Ufer streifen die Fischer den weiblichen Saiblingen den Laich ab, um ihn anschließend mit dem Samen der männlichen zu befruchten – so wie man das im Salzkammergut seit Jahrhunderten macht. Von Laich leitet sich das Wort Lech ab, daher auch die Bezeichnung für diesen traditionellen Fixpunkt in der Fischerei der Region. Denn nur auf diese Weise lässt sich der originale Grundlsee-Saibling als Speisefisch züchten und der Bestand im See wird geschont. Denn davon ist Fischermeister Max Peinsteiner überzeugt: „Der Saibling ist unser bester Fisch hier.”

Der Herr der Fliegen
Der gelernte Schriftsetzer Franz-Xaver Ortner ist passionierter Fliegenfischer und Meister im Köder-Fliegen-Binden. Das stellt er auch beim Fliegenbinder-Stammtisch regelmäßig unter Beweis. „Ich habe ein fotografisches Gedächtnis. Ich brauche so eine Fliege nur zu sehen und kann sie auch eine Woche danach noch exakt nachbinden“, sagt der Salzburger stolz. Insektenkunde ist für einen guten Fliegenfischer unerlässlich, denn nur von perfekten Imitaten lassen sich die Fische täuschen. In Österreich gibt es kaum einen Fluss, in dem Franz-Xaver seine Angelrute noch nicht ausgeworfen hat. Seinen heutigen Fang, eine Bachforelle aus der Ybbs, lässt er gleich wieder vom Haken: „Das ist für mich das Wichtigste, dass sie auf meine Fliegen beißen – und dass sie meine Fliegenimitationen annehmen.“

Fischen in „kochenden Teichen“
In Litschau im Niederösterreichischen Waldviertel betreiben die Grafen von Seilern-Aspang seit über 250 Jahren Teichwirtschaft. Der heutige Schlossherr Franziskus Seilern-Aspang herrscht über 42 Teiche und ihre tierischen Bewohner. Jeden Oktober findet hier das traditionelle Abfischen der Karpfen statt. Denn wegen der sinkenden Temperaturen wachsen sie nicht mehr. Der Schlossherr und seine 25 Helfer ziehen die Netzer immer enger um die unzähligen Karpfen: Es sieht so aus, als würden sie das Wasser zum Kochen bringen.

Außerdem in „Frisch gefischt“: Wie Romeo Schermann sich seinem Genuss-Hobby widmet und im Burgenland Störe zur Kaviargewinnung züchtet, wie die alteingesessene Fischer-Familie Höplinger vom Wolfgangsee ihren anstrengenden, aber schönen Berufsalltag erlebt, und wie Hobby-Krebszüchter Leopold Fichtinger den Edel-Flusskrebsen in Österreich ihren Lebensraum zurückgibt.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at