Stift Admont: Stabilität und Sicherheit seit fast 950 Jahren

Das Benediktinerstift Admont gehört zu den zwanzig ältesten Unternehmen der Welt. Im Bereich der Manufaktur ist es sogar das viertälteste. Wieso die Mönche des Stiftes Admont bereits seit nahezu tausend Jahren florierende Betriebe führen, liegt auch an ihrem Umgang mit Krisen.

„1074 wurde das Kloster Admont gegründet, um den christlichen Glauben in Admont und in der Region zu stärken, die Kultur zu fördern und Wirtschaft aufzubauen. Bis zum heutigen Tage fühlen wir, Mönche und die Stiftsbetriebe, uns diesem Auftrag verpflichtet. Ora et labora et lege, Gebet – Arbeit – Bildung, im heute zu leben, ins heute zu übersetzen, ist ein Teil der Evangelisierung, bedeutet heute Jesus Christus zu den Menschen zu bringen. Dieser Aufgabe werden wir seit beinah 950 Jahre gerecht. Mögen mit Gottes Hilfe noch viele Jahre folgen,“ so Mag. Gerhard Hafner OSB, Abt des Benediktinerstiftes Admont.

Die Corona-Pandemie stellt Wirtschaftsbetriebe auf der ganzen Welt vor schwierige Herausforderungen. In Admont hat man einen eigenen Weg gefunden, um mit der Krise umzugehen: „Seit Jahrhunderten stehen wir für Stabilität und Sicherheit. Daher war es für uns auch in dieser COVID-Phase keine Option, Mitarbeiter zu kündigen. Ganz im Gegenteil. Unsere Philosophie ist es, durch gezielte Investitionen gestärkt in die Zukunft zu gehen“, sagt Abt Mag. Gerhard Hafner OSB.

Ein dabei wichtiger Schritt ist das Vorantreiben der Digitalisierung. Messen werden per Livestream übertragen, ein digitales Seelsorgetool aufgebaut, eine internationale Kulturvermarktungsplattform entwickelt und eine interne Kommunikationsplattform sowie neue Arbeitsabläufe sorgen seit über einem Jahr für eine reibungslose Fortführung des täglichen Betriebs.

Investieren statt kapitulieren

Über 25 Millionen Euro fließen in den Ausbau der Admonter Holzindustrie. Die Anschaffung von neuen Anlagen und Maschinen sowie Investitionen in unterschiedliche Bereiche wie etwa Forschung und Entwicklung bzw. Digitalisierung sichern die Arbeitsplätze von rund 290 Mitarbeitern. „Die Entwicklung der Produkte und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit für unsere Kunden sind uns wichtig, weshalb wir weiterhin in den Standort Admont investieren“, so Wirtschaftsdirektor Ing. Mag. Franz Pichler LL.M. Auch im Bereich der Kultur wurden Meilensteine gesetzt: Im Februar 2021 ging das weltweite Vorreiterprojekt im Kulturbereich www.discover-culture.com online. Diese Plattform ermöglicht die digitale Besichtigungen von Kunst- und Kulturschätzen mit neuesten High-Tech-Funktionen. Und das Ganze bequem von zu Hause aus. Trotz der neuen digitalen Plattform soll der Museumsbesuch vor Ort nicht zu kurz kommen, betont der Wirtschaftsdirektor. „Der Monat August 2021 war der zweitstärkste Besuchermonat in der Geschichte des Museums. Fast 16.000 Besucher haben uns in diesem einen Monat besucht. Das macht uns stolz.“

„110 Jahre Energieversorgung Stift Admont“

„Die gegenwärtige Krisensituation in allen Bereichen zeigt uns, dass wir den Zenit des Energiewohlstandes mit unserem derzeitigen Energieverbrauch erreicht haben – und dies mit Hilfe von Energie in jeglicher Form, welche vermeintlich unbegrenzt und jederzeit zur Verfügung steht. Was folgen muss, ist ein Umdenken in neue Werte des Lebens: „Weniger ist Mehr“, Verbesserung der Ressourcenproduktivität bei Stabilisierung des Verbrauches. Wirtschaft, Umwelt und Soziales müssen im Gleichgewicht stehen,“ so Ing. Christoph Hell, Geschäftsführer der ENVESTA GmbH.

Auf unseren Aufgabenbereich transferiert bedeutet dies, unter anderem heimische Energiequellen bei minimaler Umweltbelastung durch kompensatorische Ausgleichsmaßnahmen mit hochentwickelter Technik vor Ort zu nutzen und den Gesamtverbrauch an Energie durch bewusst sparsamen Einsatz der Energienutzung zu senken. Die ENVESTA wird als Modellregion für ökologische Energieerzeugung, versorgungssichere, intelligente Netzstruktur und kundenspezifisch betreuende Dienstleistungen weiterhin die kommenden Herausforderungen annehmen und in diesem Sinne ihr Bestmögliches geben, so Christoph Hell.

Soziale Projekte forcieren

„Gerade in solch herausfordernden Zeiten ist es wichtig, den Menschen Perspektiven zu bieten“, betont Abt Gerhard Hafner. Im Juni des Vorjahres konnte auf dem Areal des Benediktinerstiftes ein Primärversorgungszentrum eröffnet werden, in dem zwei praktische Ärzte, Fachärzte und Gesundheitspersonal ihr Angebot vereinen. Der Standort wurde von den Mönchen des Stiftes Admont zur Verfügung gestellt und zuvor in einer einjährigen Bauphase dementsprechend adaptiert.

377 Jahre Stiftsgymnasium Admont

Das Stiftsgymnasium der Benediktiner ist die katholische Privatschule des Stiftes und ein Jahrhunderte altes pädagogisches und wissenschaftliches Zentrum der Region um Admont. Es erstrahlt nach langer Umbau- und Renovierungsphase sowie hohen Investitionen in neuem Glanz. Bildung und Wissenschaft sind das Rückgrat einer Gesellschaft und so ist es wesentlicher Auftrag für das Stift Admont den Schülerinnen und Schülern der Region mit Bildungsangebot einen wesentlichen Baustein für ihr Leben zu geben.

©Abt Gerhard Hafner – Stefan Leitner, Stift-Admont Panorama – Stift Admont

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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