Champions League/Red Bull Salzburg: ELFERSCHIEßEN IN SEVILLA OHNE SIEGER

TORSCHÜTZEN: RAKITIC (42./FE) BZW. SUCIC (21./FE)

Spielberichte: FC RED BULL SALZBURG; Fotos: Red Bull, Getty Images

Was für ein aufwühlender Start ins diesjährige Abenteuer auf Europas größter Bühne! Überfallsartig überrennen wir den spanischen Topklub, am Ende fehlt die entscheidende Idee. Wir trennen uns mit 1:1.

SPIELBERICHT

In der Wiege des Flamencos brillierte die mit einem Altersschnitt von 22 Jahren und 220 Tagen jüngste UEFA Champions League-Mannschaft seit Dezember 2009 anfangs mit „Cha-Cha-Cha-Fußball“. Zwar verbuchten die Andalusier durch En-Nesyri die erste nennenswerte Gelegenheit, sein etwas missglückter Header trudelte am rechten Pfosten vorbei, für die Hochkaräter zeichneten aber unsere Burschen verantwortlich: Carlos checkte Adeyemi um, nach kurzer VAR-Konsultation gab’s statt Freistoß den Elfmeter! Der Gefoulte trat an, drückte die Kugel aber neben den rechten Pfosten. Wir vergruben den Kopf in unseren Händen, ehe uns der nächste Penalty-Pfiff des Unparteiischenaufschauen ließ – Navas hatte Adeyemi umgeschubst. Diesmal nahm sich Sucic der Sache an, und der Mittelfeldmaestro verlud Keeper Bono gekonnt. Die Führung (21.)!

Sevilla fand kein Mittel, übertriebene Härte war’s schon einmal nicht, das musste Bono leidvoll erfahren. Der Heim-Keeper mähte wiederum Adeyemi nieder, erneut zeigte der Referee unbeirrt auf den Punkt. Wieder nahm Sucic die Murmel, diesmal verhinderte der Pfosten den Treffer! Sevilla suchte nach der Antwort auf groß aufspielende Salzburger und bekam das Lösungsbuch zugeschoben: Strafstoß nach einem Wöber-Foul an En-Nesyri. Mit Rakitic übernahm der heute erfahrenste Mann auf der Königsklassen-Bühne Verantwortung, routiniert schob der Kroate das Rund zum schmeichelhaften 1:1über die Linie (42.).

Die Halbzeitpause tat der furiosen Vorstellung der Jaissle-Schützlinge zu Wiederbeginn keinen Abbruch: Adeyemi lancierte Sesko, der seinem Bewacher davonschlich und Bono via Aufsitzer aus kurzer Distanz prüfte – sensationell hexte der heimische Rückhalt das Leder über die Querlatte! Der eine zauberte, der andere schauspielerte: En-Nesyri nahm es mit den Gesetzen der Schwerkraft nicht sehr genau und legte sich nach einem Duell mit Solet nieder, für die Schwalbe schickte ihn der Unparteiische mit Gelb-Rot vom Grün (50.).

In der Folge monopolisierten die Roten Bullen das Spielgerät, in Handball-Manier kreisten sie auf der Suche nach der Lücke um den Sechzehner. Meistens endete es mit einem Fernschuss, Seiwald und später Solet standen stellvertretend dafür. Etwa 20 Minuten vor Schluss wachten die Andalusier offensiv auf, Mir und Ocampos bewiesen Lufthoheit – Köhn und fehlende Präzision verhinderten den Einschlag. Die letzten Matchbälle waren unseren Burschen vorbehalten: Erst wischte Bono einen Aaronson-Lob über das Gehäuse, dann war er auch gegen Adamu auf dem Posten. Somit starten wir mit einem Remis in die diesjährige UEFA Champions League-Kampagne. Prestigeträchtig, keine Frage, mit den Hochkarätern in Durchgang eins war aber sogar ein voller Erfolg im Bereich des Möglichen.

STATEMENTS

Matthias Jaissle:

Wenn uns jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir hier mit einem Punkt nach Hause fahren, dann hätten wir das absolut unterschrieben. Die Art und Weise, wie diese junge Mannschaft aufgetreten ist, macht mich extrem stolz! Wenn man sich den Spielverlauf vor Augen führt, mit den zwei verschossenen Elfmetern, ist es vielleicht einen Ticken ärgerlich, aber ich bin happy mit der Leistung.

Karim Adeyemi:

Wir hatten in der ersten Halbzeit zwar nicht so viel Ballbesitz, dafür genug Chancen. Drei Elfmeter, was soll ich sagen? Den ersten habe ich nicht reingemacht, beim zweiten gab es keine Diskussionen, der war für Luka, auf jeden Fall. Sie standen zu sechst, zu siebt hinten und haben verteidigt, was sie mit ihren vielen großen und starken Spielern gut können. So wurde es nur noch schwieriger. Insgesamt war es ein gutes Spiel, wir können mit einem Punkt zufrieden sein.

AUFSTELLUNG

WECHSEL

Piatkowski für Wöber (51.), Adamu für Sesko (67.), Capaldo für Seiwald (80.), Okafor für Adeyemi (80.)

GELBE KARTEN

Seiwald (15./Foul), Capaldo (84./Foul), Camara (90.+3/Foul), Okafor (90.+4/Foul)

NICHT EINSATZBEREIT

Vallci (Achillessehne), Koita (Knie), Junuzovic (Ferse)

SEVILLE, SPAIN – SEPTEMBER 14: Noah Okafor of FC Salzburg challenged by Marcus Acuna of FC Sevilla during the UEFA Champions League group G match between Sevilla FC and RB Salzburg at Estadio Ramon Sanchez Pizjuan on September 14, 2021 in Seville, Spain. (Photo by Jasmin Walter – FC Red Bull Salzburg/FC Red Bull Salzburg via Getty Images)

JUNGBULLEN ZAHLEN LEHRGELD

FC SEVILLA U19 VS. FC SALZBURG U19; 2:0 (2:0). TORSCHÜTZEN: FERNANDEZ GOMEZ (35.), ZARZANA (45.+1)

Unsere Jungbullen können sich gegen die U19 von Sevilla nicht durchsetzen und beginnen die UYL-Gruppenphase ohne Punktegewinn.

SPIELBERICHT

Im schmucken Estadio Jesus Navas trafen unsere Burschen auf die junge Garde des FC Sevilla. Inhaltlich gehörte das Spiel in der Startphase beiden Teams, charakterlich unterschieden sich die Andalusier krass von den Jungbullen, die gefühlt einen Kopf größer waren, während Sevilla mit seinen quirligen Stürmern punktete. Minütlich intensivierte sich das Geschehen. Roko Simic verunsicherte die spanische Hintermannschaft durch seine physische Spielweise. Er und Raphael Hofer waren es, die sich rund um die 10-Minuten-Marke erstmals annäherten.

Sie bliesen zur Großjagd. Aus allen Lagen wurde jetzt geschossen. Havel scheiterte mit seinem Versuch, den Keeper zu umkurven, Kameri mit einem Fernschuss. Doch nach 30 Minuten stand die Null. Bis dahin gab Sevilla noch keinen kontrollierten Torschuss ab. Ihr erster war aber gleich erfolgreich. Ein Stangler fiel Fernandez Gomez vor die Füße, der sich genau im Sweetspot zwischen unseren beiden Verteidigern befand. Cool scherzelte er die Kugel an Stejskal vorbei zur Führung, die, so hart es klingt, unverdient war (35.).

Die Dynamik veränderte sich dadurch grundlegend. Schockgefroren schauten wir dem Ball zu oft hinterher, was Sevilla und seinem Ballbesitzspiel zugute kam. Wie schon beim ersten Treffer brach ein Spanier plötzlich auf der linken Seite durch und passte zur Mitte, wo diesmal Zarzana am zweiten Pfosten unbewacht durchknallen konnte (45.+1).

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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