COVID-19-Impfstatus: Zum Schulbeginn sind 82% der Lehrerinnen und Lehrer immunisiert

Wien, 2021-09-08 – Mehr als vier von fünf der 122.000 Lehrerinnen und Lehrer in Österreich haben am Beginn des aktuellen Schuljahres einen aufrechten Impfschutz gegen COVID-19. Als „vollimmunisiert“ gelten Personen, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben, sowie Genesene mit zumindest einer Impfung. Die Ergebnisse zum Impfstatus von Lehrkräften hat Statistik Austria erstmals im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung ermittelt. Grundlage sind Daten der Lehrerstatistik, der registerbasierten Erwerbsverläufe und Daten der Abgestimmten Erwerbsstatistik von Statistik Austria sowie des Nationalen Impfregisters Österreich zum 31.8.2021. Letztere standen erstmals für statistische Auswertungen zur Verfügung. Für das laufende Schuljahr 2021/22 ist eine monatliche Aktualisierung der Ergebnisse geplant. 

„Die Corona-Impfbereitschaft der Lehrerinnen und Lehrer hierzulande ist hoch: Österreichweit sind 82% der Lehrpersonen im Alter von 20 bis 64 Jahren mittlerweile vollständig geimpft. Damit liegt der Impfschutz unter Lehrerinnen und Lehrern deutlich höher als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung mit einer Impfquote von 65%. Dass die Impfquoten nun anonymisiert für eine Berufsgruppe statistisch ausgewertet werden können, ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Informationslage und der Grundlage für evidenzbasierte Politikgestaltung in Österreich“, so Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik Austria.

Größte Impfbereitschaft im Osten Österreichs

Die größte Impfbereitschaft bei Lehrpersonen zeigt sich im Osten Österreichs: Rund 87% (3.000) der Lehrerinnen und Lehrer an Schulen im Burgenland haben bereits den vollständigen Impfschutz erhalten. Darauf folgen Schulen in Wien mit 85% (22.000) und Niederösterreich mit 83% (18.000). An Schulen in der Steiermark sind ebenfalls knapp 83% (13.000) der Lehrerinnen und Lehrer vollimmunisiert, in Vorarlberg sind es 82% (5.000) und in Tirol 80% (9.000). Die geringsten Anteile an vollimmunisierten Lehrerinnen und Lehrern finden sich an Schulen in Kärnten (79%; 6.000), Oberösterreich (78%; 17.000) und Salzburg (77%; 7.000).

Unterschiede zwischen Schultypen

Deutliche Unterschiede zeigen sich im Impfstatus der Lehrpersonen zwischen den verschiedenen Schultypen. Mit 88% ist der Anteil der vollimmunisierten Lehrenden an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) bundesweit am höchsten. Ebenfalls über 80% liegen diese Anteile auch unter Lehrpersonen an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMS/BHS: 84%) sowie an neuen Mittelschulen und Hauptschulen (NMS/Hauptschule: 81%) und an anderen Schultypen (81%). Unter den Lehrerinnen und Lehrern an Volksschulen ist der Anteil der Vollimmunisierten mit 77% am geringsten. Auch hier machen sich Unterschiede zwischen den Bundesländern bemerkbar: Unter den AHS-Lehrenden schwankt der Anteil jener Personen, die schon eine volle Immunität haben, zwischen 91% an Schulen in Vorarlberg und 82% in Salzburg; unter den Volkschullehrerinnen und -lehrern zwischen 85% im Burgenland und 72% in Oberösterreich und Salzburg.

Männer und ältere Lehrende häufiger vollimmunisiert als Frauen und jüngere

85% der lehrenden Männer und 81% der lehrenden Frauen sind gegen COVID-19 vollimmunisiert. Ein höherer Anteil unter den Männern findet sich in allen Bundesländern, allerdings ist der Geschlechterunterschied mit 2 Prozentpunkten in Wien am geringsten (Frauen: 85%, Männer: 87%) und in Tirol mit 7 Prozentpunkten am höchsten (Frauen: 78%, Männer: 85%). Zudem bestehen Altersunterschiede: So sind nur 77% der Lehrenden unter 35 Jahren vollimmunisiert, aber 87% der Lehrenden ab 55 Jahren.

Regionale Unterschiede im Impfstatus der Lehrenden wie in der Gesamtbevölkerung

Der Anteil der 20- bis 64-jährigen Lehrkräfte mit vollständigem Impfschutz liegt mit 82% deutlich höher als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung (65%). Die 20- bis 64-jährige Wohnbevölkerung des Burgenlands ist zu 73% vollimmunisiert und hat damit den höchsten Impfschutz unter den Bundesländern. Die im Burgenland wohnenden Lehrerinnen und Lehrer sind zu 87% vollständig immunisiert. Der niedrigste Anteil der vollimmunisierten Wohnbevölkerung im entsprechenden Altersbereich ist mit je 60% in Oberösterreich und Kärnten zu finden; in Oberösterreich lebende Lehrende haben ebenso wie jene in Salzburg mit jeweils 78% auch den geringsten Anteil der Vollimmunisierten. Die Betrachtung nach Altersgruppen zeigt für Lehrerinnen und Lehrer ebenso wie für die Bevölkerung insgesamt, dass jüngere Personen in geringerem Ausmaß vollimmunisiert sind als ältere. So haben in der Gesamtbevölkerung nur 56% der 20- bis 34-Jährigen einen vollen Impfschutz, bei Lehrpersonen beträgt dieser Wert 77%. Dieser Anteil steigt mit dem Alter: Die Gruppe der Personen zwischen 55 und unter 65 Jahren ist bereits zu 75% vollimmunisiert, bei Lehrenden derselben Altersgruppe sind dies bereits 87%. Unter allen 20- bis 64-jährigen Personen sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen 65% vollimmunisiert, bei den Lehrenden in diesem Altersbereich 81% der Frauen und 85% der Männer.

Quelle: Statistik Austria

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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