FPÖ-Kunasek/Eustacchio: „Kunsthaus Graz – Landesrechnungshof bestätigt Millionenkosten und Intransparenz!“

Freiheitliche kündigen Folgeanfragen an und sehen Notwendigkeit der Überprüfung eindeutig belegt; Bau um ein Drittel teurer als ursprünglich geplant; Gesamtkosten von rund 61,7 Millionen Euro für das Land zwischen 2003 und 2020; beinahe 50 Prozent der Eintrittskarten im Jahr 2019 wurden verschenkt.

Der FPÖ-Landtagsklub beantragte im Jahr 2019 die Prüfung des Kunsthauses Graz durch den Landesrechnungshof. Ziel war es, die finanzpolitischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Zusätzlich sollte die Gelegenheit ergriffen werden, das Kunsthaus in seiner Gesamtheit zu prüfen, um angesichts der Neustrukturierung eine solide und von neutraler Seite erarbeitete Grundlage zu besitzen. Die heute im Rahmen des Berichts veröffentlichten Erkenntnisse sind teilweise politisch höchst brisant. So entstanden dem Land Steiermark zwischen den Jahren 2003 und 2020 exakt 61.703.828,29 Euro an Gesamtkosten für das Kunsthaus, zudem war der Bau um insgesamt ein Drittel kostenintensiver als veranschlagt, was den politischen Verantwortungsträgern zur Last zu legen ist. Ein weiterer massiver Kritikpunkt ist, dass im Jahr 2019 fast 50 Prozent der Eintrittskarten verschenkt wurden. Aus freiheitlicher Sicht war dies dem verzweifelten Bemühen geschuldet, das fehlende Interesse der steirischen Bevölkerung am Kunsthausbetrieb zu kaschieren. Auch der Rechnungshof zieht in Betracht, dass damit das Erreichen der Planzahlen sichergestellt werden sollte. „Unsummen an steirischen Steuergeldern wurden für dieses Prestigeprojekt, das bisher keinerlei Prestige brachte und Breitenwirksamkeit erreichen konnte, ausgegeben. Die zig Millionen an Euro hätten in anderen kulturellen sowie in infrastrukturellen Bereichen wesentlich besser genutzt werden können. Das groß angelegte Verschenken von Karten ist ebenfalls skandalös, denn damit soll offensichtlich das äußerst geringe Publikumsinteresse verschleiert werden. Wir Freiheitliche werden alle Erkenntnisse des Rechnungshofs analysieren und diesen mittels Anfragen an den zuständigen ÖVP-Kulturlandesrat Christopher Drexler nachgehen“, so FPÖ-Landesparteiobmann Klubobmann Mario Kunasek in einer ersten Reaktion.

Äußerst befremdlich mutet der Umstand an, dass die Personalkosten zwischen den Jahren 2004 und 2019 um unfassbare 41,61 Prozent anstiegen und das obwohl ein konstant niedriges Interesse am kulturellen Angebot des Kunsthauses bestand. Der Eigendeckungsgrad betrug in den Jahren von 2017 bis 2019 durchschnittlich gerade einmal 11,8 Prozent – ein Museumsbetrieb außerhalb des geschützten und massiv öffentlich subventionierten Bereichs wäre längst an der harten finanziellen Realität zerschellt. Eine weitere fatale Fehlentscheidung liegt darin, dass im Falle einer möglichen zukünftigen Verwertung des Kunsthauses die insgesamt seitens des Landes finanzierten 31 Prozent der erweiterten Errichtungskosten dem Land derzeit nicht wieder zufließen würden. „Es wurden eine Reihe an Fehlentscheidungen im Rahmen dieses Projekts getroffen, die nun dank des Prüfbegehrens der Freiheitlichen an die Öffentlichkeit gelangten. Die zuständigen politischen Verantwortlichen von ÖVP und SPÖ in Stadt und Land haben ihre Hausaufgaben entweder gar nicht oder nur sehr schlampig gemacht. Nun steht ÖVP-Landesrat Christopher Drexler in der Pflicht, die Sünden der Vergangenheit aufzuarbeiten und jegliche für das Land und den Steuerzahler nachteiligen Regelungen umgehend zu beheben“, so Kunasek.

FPÖ-Eustacchio: „Transparenz ist nun das Gebot der Stunde!“

„Die Feststellungen des Landesrechnungshofs offenbaren grobe Fehlentscheidungen und Misswirtschaft innerhalb des Kunsthauses. Hier kann keinesfalls zur Tagesordnung übergegangen werden. Transparenz ist nun das Gebot der Stunde und ich fordere alle politischen Verantwortungsträger auf, reinen Tisch zu machen und die Fehler der letzten Jahre abzustellen“, so der Grazer Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio abschließend.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at