Titschenbacher: Fünf-Punkte-Schutzplan für die heimischen Waldbesitzer

„Der österreichische Wald darf nicht zum Spielball falsch verstandener und fehlgeleiteter europäischer Umwelt- und Klimapolitik verkommen“, findet Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher deutliche Worte zur vorgelegten EU-Forststrategie. Damit der heimische Wald wie bisher seinen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und dieser Angriff auf das Eigentum der heimischen Waldbesitzer und deren Bedürfnisse abgewehrt werden kann, legt der Kammerpräsident einen Fünf-Punkte-Schutzplan für die Waldbesitzer auf den Tisch. Denn Österreich braucht weder ideologiegetriebene noch zentralistische Vorgaben für die Familienforstbetriebe, sondern langfristige Lösungen für die Zukunft unserer Wälder und der Gesellschaft. Der Fünf-Punkte-Schutzplan:

  1. 1)  Holzbauoffensive zur Klimarettung statt Waldstilllegung
    Wir können uns aus der Klimakrise herausbauen. Denn: Die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die verstärkte Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz, schützen nachweislich unser Klima. Dieser Königsweg ist der wichtigste Beitrag zum Klimaschutz. 40 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen entstehen im Bereich Wohnbau und Infrastruktur. Es ist ein Gebot der Stunde, diese maßgeblich durch den Rohstoff Holz zu ersetzen. Gleichzeitig sind die Holzreststoffe zur klimaneutralen Erzeugung von Strom und Wärme ein zusätzlicher wichtiger Schlüssel für die Energiewende.
  2. 2)  Eigenverantwortung der Mitgliedsstaaten statt bürokratischer Blätterwald aus BrüsselObwohl wir als Waldbesitzer und Forstleute seit Generationen unsere Wälder vorbildlich bewirtschaften und dazu beitragen, dass der Wald Schutz und Erholung bietet, sauberes Trinkwasser bereitstellt und Holz nachhaltig genutzt wird – es wächst mehr zu als geerntet wird –, will uns die EU-Kommission die Verantwortung nehmen. Mehr noch: Es soll sogar die Zivilgesellschaft aufgerufen werden, die ökologische Verträglichkeit der Waldbewirtschaftung zu überwachen. Titschenbacher: „Ein derartiger bürokratischer Blätterwald ist entbehrlich und für jeden Waldbesitzer ein Albtraum. Dagegen wehren wir uns im Sinne unserer gelebten Eigenverantwortung.“
  1. 3)  Nachhaltige Waldbewirtschaftung statt Kohlenstoff-Museum
    Das EU-Vorhaben weniger Holz zu nutzen oder Wälder sogar stillzulegen, heizt den Klimawandel erst so richtig an. Den Wald zum Kohlenstoffmuseum zu degradieren statt ihn zu nutzen und das Einkommen der Waldbesitzer durch einen falsch verstandenen Ökotourismus abfedern zu wollen, ist ein Anschlag auf das Eigentum. Unsere verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung ist Grundlage für eine positive Außenhandelsbilanz von 4,55 Milliarden Euro, die von der gesamten Wertschöpfungskette Forst und Holz generiert wird. Titschenbacher: „Dieser erfolgreiche Weg ist beizubehalten. Holz ist als nachwachsender Rohstoff die Grundlage für eine funktionierende Bioökonomie samt Kreislaufwirtschaft.“
  2. 4)  Nachwachsende Rohstoffe statt FossilenergieRaus aus der Fossilenergie ist das langjährige Credo der Land- und Forstwirtschaft, die dazu einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Klimakrise leistet. Titschenbacher: „Das Wirtschaftssystem ist in Richtung erneuerbare Rohstoffe zu transformieren. Holz spielt dabei eine herausragende Rolle, um der Bioökonomie zum Durchbruch zu verhelfen.“ Titschenbacher rechnet vor: „Eine Wand aus Ziegeln oder ein Schwerbetonblock lassen fünf Tonnen klimaschädliches CO2 pro 50 Quadratmeter Wand in die Luft ab – eine Holzwand hingegen speichert Kohlenstoff. Konkret speichert ein Kubikmeter Holz rund eine Tonne CO2. Das verdeutlicht die Klimaschutzfunktion von Wald und Holz.“
  3. 5)  Honorierung der Waldleistungen statt kalter Enteignung
    Wir Waldbesitzer erbringen durch unseren Arbeitseinsatz wichtige Ökosystemleistungen für die Gesellschaft und senken die Treibhausgas-Emissionen in die Atmosphäre erheblich. In unseren Wäldern wächst ohnehin mehr Holz zu als genutzt wird. Sollte unser Wald nur mehr eingeschränkt genutzt werden dürfen, dann verlangen wir eine Abgeltung des damit verbundenen Einkommensentfalls. Jährlich forsten die steirischen Waldbesitzer eine Million Bäume auf (Österreich vier Millionen Bäume). In den vergangenen 10 Jahren hat die Waldfläche in der Steiermark sogar um 9.000 Hektar zugenommen (Österreich: 31.000 Hektar).
©Land Steiermark/Binder

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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