Agrar-Aktivst*innen brechen Reise ab um Lobau-Protesten beizuwohnen – Lobau Proteste seien „Scheideweg für Österreichische Politik“

Ein Monat waren sie unterwegs, noch 15 Tage sollte die Reise der „Mus in der Birn“ Aktivist*innen dauern. Für ein radikales Umdenken in der Klima- und Agrarpolitik war die Gruppe seit Anfang August mit Fahrrädern durch Österreich unterwegs, ernteten ungenutzte Streuobstwiesen und organisierten agrarpolitische Austauschräume. Nun wurde die Aktion abgebrochen, um den Lobau Protesten beizuwohnen und dort mit dem Obst der angrenzenden Ortschaften Lobau MUS zu produzieren. „Zu Wichtig“ seien die Proteste. Die Klimakrise sei so dringend, dass alle gemeinsam in eine Richtung ziehen müssen.

Plötzliches Ende der Aktion. Noch ein letztes Mal wird am Samstag dem 04.09 am Bauernmarkt in Fehring handgemachtes Apfelmus und Marmelade gegen freie Spende vergeben. Beim Arbeiten an ihrem doch eher untypischen Standl´ suchen die jungen Aktivist*innen die Diskussion zu den Themen, die sie bewegen: Die Klimakrise, der neue Weltklimabericht, das Artensterben, die völlig verfehlten Agrarpolitischen Maßnahmen der türkisen Regierungsspitze. Während in der Idylle der Oststeiermark gestandlt wird ist der Rest der Gruppe schon in Wien um bei den Protesten einzukochen.

Seit dem 8. August radeln die Aktivist:innen que(e)r durch Österreich. Dabei widmen sie sich den Streuobstwiesen, von denen zwischen 1965 und 2000 80% gerodet wurden.
Symptomhaft für ein fehlgeleitetes Agrar- und Ernährungssystem verschwindet die Wiese, weil sie sich als wenig gewinnbringend erweist. Dabei ist die Streuobstwiese unheimlich wichtig für Artenvielfalt, Biodiversität und wirkt den durch den Klimawandel ausgelösten extremen Wetterverhältnissen entgegen. Sie schützt den Boden vor Erosion und ist ein unerlässlicher Teil einer nachhaltigen Agrarlandschaft.

Die Aktion steht für den Schutz lokaler Ökosysteme, welche willkürlichen Eingriffen ausgesetzt sind. Das Ökosystem Lobau erfährt derzeit einen massiven Eingriff, durch den Bau des Autobahntunnels und den dazugehörigen Straßen.
„Die Klimakrise, ist bereits jetzt schon massiv spürbar, vor allem am Land, bei den Bäuer:innen. In einigen Jahren wird Landwirtschaften so wie jetzt nicht mehr möglich sein. Agrarpolitik ist somit Klimapolitik. Die Lobau Proteste stellen die österreichische Klimapolitik vor einen Scheideweg, und beeinflussen so auch zukünftige agrarpolitische Entscheidungen. Nur wenn wir uns gemeinsam gegen den Bau einsetzen, können wir etwas erreichen.“, so Mirjam Rieder, eine MUS in der Birn Aktivistin, die die Entscheidung die Reise abzubrechen und in die Au zu fahren voll mitträgt.

Die ersten Gläser aus dem Lobau-Camp sind schon fertig, versorgen die mutigen Aktivist*innen oder sind gegen Spende für weitere Lobau-Aktionen Vorort zu erhalten.

Mehr Infos zu der Aktion gibt es am Samstag in der FM4 Morning Show, bei der die Aktivist*innen eingeladen sind.

Fotos: © Musinderbirn/ Valentin Riermeier

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at