VCÖ: In der Steiermark im heurigen Sommer doppelt so viele Verkehrstote wie im Vorjahr

Der heurige Sommer bescherte der Steiermark eine sehr traurige Unfallbilanz: 13 Menschen kamen im Juli und August auf den steirischen Straßen bei Verkehrsunfällen ums Leben, informiert der VCÖ. Im Sommer des Vorjahres starben sechs Menschen im Straßenverkehr. Seit Jahresbeginn wurden in der Steiermark 30 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet, österreichweit sogar 224. Wirksame Maßnahmen, um die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren, sind die Erweiterung des Vormerksystems um Schnellfahren und Handy am Steuer sowie niedrigere Tempolimits im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen, betont der VCÖ.

Das Leben von 13 Menschen wurde im Juli und August durch Verkehrsunfälle in der Steiermark ausgelöscht, macht der VCÖ aufmerksam. Im vergangenen Juli und August gab es nach endgültigen Daten sechs Verkehrstote, nach 18 im Sommer 2019 und 15 im Sommer 2018. Österreichweit verloren im Juli und August 77 Menschen ihr Leben bei Verkehrsunfällen, um fünf mehr als im Sommer des Vorjahres. Im Bundesländer-Vergleich gab es im heurigen Sommer in Niederösterreich mit 19 die höchste Anzahl an Verkehrstoten, berichtet der VCÖ.

Seit Jahresanfang kamen in der Steiermark 30 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um ein Todesopfer mehr als zur gleichen Zeitraum des Vorjahres. Österreichweit starben heuer sogar bereits 224 Menschen im Straßenverkehr. Die Hauptunfallursachen waren zu hohe Geschwindigkeit sowie Unachtsamkeit und Ablenkung. Die höheren Strafen für Raser, die seit heute gelten, können nur ein erster Schritt sein, betont der VCÖ. „Tempolimits werden in Österreich von zu vielen als Mindestgeschwindigkeit und nicht als Höchstgeschwindigkeit betrachtet. Es ist insgesamt das Bewusstsein zu schärfen, dass zu schnelles Fahren alles andere als ein Kavaliersdelikt ist, sondern fatale Folgen haben kann“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. In der Führerscheinausbildung sollte ein stärkerer Fokus auf die Folgen von zu hohem Tempo gelegt werden.

Darüber hinaus ist ein Bündel an Maßnahmen nötig. Die zu hohen Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits sind nach Schweizer Vorbild zu reduzieren, die Einhaltung der Geschwindigkeiten sind stärker zu kontrollieren, auch durch mehr Radarboxen. Zudem soll Schnellfahren auch in Österreich ins Vormerksystem aufgenommen werden, so wie es in den meisten Punkteführerscheinen in Europa der Fall ist. Und: „Niedrigere Tempolimits mögen nicht populär sein, sie sind aber eine der wirksamsten Maßnahmen im Straßenverkehr, um die Zahl schwerer Unfälle zu verringern und damit Menschenleben zu retten“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Auf Freilandstraßen sollte daher Tempo 80 die Regel und Tempo 100 nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist.

Um die Sicherheit im Ortsgebiet zu erhöhen, setzen international immer mehr Städte großflächig Tempo 30 um, zuletzt Paris, davor unter anderem Brüssel. In Spanien gilt seit Mai landesweit Tempo 30 im Ortsgebiet auf Straßen mit einer Fahrbahn pro Richtung. Vorreiter bei Tempo 30 war übrigens  Graz, wo bereits seit September 1992 auf rund 80 Prozent des Straßennetzes Tempo 30 gilt. „Wo Menschen unterwegs sind, passieren Fehler, beispielsweise durch Ablenkung oder Unachtsamkeit. Niedrigeres Tempo trägt dazu bei, dass auch bei Fehlern noch rechtzeitig gebremst werden kann oder ein Zusammenstoß keine fatalen Folgen hat. Es ist wichtig, dass endlich auch in der Straßenverkehrsordnung der Schutz der Gesundheit und des Lebens absoluten Vorrang bekommt“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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