VCÖ: In der Steiermark im Vorjahr coronabedingt um die Hälfte weniger Schulwegunfälle

VCÖ: Maßnahmen in Gemeinden und Städten für kindgerechtes Verkehrssystem umsetzen

VCÖ (Wien, 27. August 2021) – In rund zwei Wochen beginnt in der Steiermark wieder die Schule. Im Vorjahr ging aufgrund der Lockdowns und des Homeschoolings die Zahl der Schulwegunfälle um 49 Prozent zurück und die Zahl der verletzten Kinder um 58 Prozent, berichtet der VCÖ. Es gab so wie in den zehn Jahren davor keinen tödlichen Schulwegunfall. Der VCÖ rät Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr in den Ferien den Schulweg gemeinsam mit dem Kind zu üben. Zudem ist für die Kinder mehr Verkehrsberuhigung in den Städten und Gemeinden wichtig. Der VCÖ erhebt nun in einer Umfrage unter www.vcoe.at, wie kindgerecht Eltern die Verkehrsplanung in ihrer Wohngemeinde einschätzen.

In der Steiermark gab es im Vorjahr coronabedingt so wenige Schulwegunfälle wie noch nie seit Bestehen der Unfallstatistik. Im Vorjahr kam es am Schulweg zu 41 Verkehrsunfällen, im Jahr 2019 waren es 80 nach 68 im Jahr 2018, weist der VCÖ auf die Daten der Statistik Austria hin. Der Anzahl der am Schulweg durch den Straßenverkehr verletzten Kinder ging im Vorjahr von 106 auf 45 zurück. In der Steiermark gab es zudem in den vergangenen elf Jahren keinen tödlichen Schulwegunfall, berichtet der VCÖ.

Auch im 1. Quartal des heurigen ging die Zahl der Schulwegunfälle stark – um 40 Prozent – zurück, informiert der VCÖ. Nach zehn Schulwegunfällen im 1. Quartal 2020 gab es in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres aufgrund des Lockdowns nur sechs Schulwegunfälle. Die Zahl der verletzten Kinder nahm um die Hälfte Prozent von zwölf auf sechs ab.

Der VCÖ rät Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr jetzt in den Ferien den Schulweg zu üben. Bei den 11.900 Schulanfängern und bei Kindern, die die Schule wechseln, ist es wichtig, den besten Schulweg zu eruieren. Der VCÖ empfiehlt jene Route zu wählen, wo weniger Autos fahren und weniger Straßen zu überqueren sind. Wichtig ist, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene hinwegblicken, können Kindern die Sicht verstellen. Gefahrenstellen am Schulweg unbedingt der jeweiligen Gemeinde melden.  

 „Schulwege sind sicherer als Freizeitwege. Für Kinder ist der Schulweg die Chance, Kompetenz für das Verhalten im Straßenverkehr zu erlangen. Die am Schulweg erlangte Kompetenz kommt den Kindern auch auf ihren Freizeitwegen zugute. Elterntaxis nehmen dem Kind diese Chance und verursachen zudem Verkehrsprobleme im Schulumfeld“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Der VCÖ sieht auch die Gemeinden und Städte gefordert, verstärkte Maßnahmen für ein verkehrsberuhigtes Wohn- und Schulumfeld umzusetzen. Auch ein Netz an sicheren Geh- und Radwegen ist für die Mobilität von Kindern wichtig. Laut offiziellen Planungsrichtlinien sollen Gehsteige und Radwege eine Mindestbreite von zwei Metern haben. Der VCÖ erhebt nun in einer Umfrage, wie kindgerecht Eltern die Verkehrssituation in ihrem Wohnort erleben. An der Umfrage kann auch im Internet unter www.vcoe.at teilgenommen werden.

Ab dem 10. Lebensjahr können Kinder mit absolvierter Radfahrprüfung mit dem Rad zur Schule fahren. Auch deshalb ist es wichtig, dass es in Gemeinden und Städten gute und sichere Radverbindungen gibt.

VCÖ: In der Steiermark ist Zahl der Schulwegunfälle coronabedingt stark zurückgegangen (Schulwegunfälle, in Klammer verletzte Kinder)

Jahr 2020: 41 Schulwegunfälle (45 verletzte Kinder)

Jahr 2019: 80 Schulwegunfälle (106 verletzte Kinder)

Jahr 2018: 68 Schulwegunfälle (71 verletzte Kinder)

Jahr 2017: 78 Schulwegunfälle (78 verletzte Kinder)

Jahr 2016: 75 Schulwegunfälle (80 verletzte Kinder)

Jahr 2015: 62 Schulwegunfälle (66 verletzte Kinder)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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