Unser Wald in 100 Jahren: Bundesforste laden zur „Wald der Zukunft“-Woche in ganz Österreich

Wie sieht der Wald in Österreich in hundert Jahren aus? Welche Baumarten werden wachsen, welche nicht mehr? Gibt es dann überhaupt noch Fichten? Wie werden die Wildtiere leben? Und was können Waldbewirtschafter*innen tun, um die Wälder gesund zu erhalten? Spannende Fragen in Zeiten der Klimakrise, die die Förster*innen und Naturführer*innen der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) allen Wald- und Naturinteressierten von 3. bis 11. September 2021 in 25 kostenlosen Spezialführungen in den Wald der Zukunft beantworten werden. „Wetterextreme wie Stürme, Trockenheit oder Starkregen und der Waldschädling Borkenkäfer setzen unseren Wäldern Jahr für Jahr stärker zu. Das steht fest“, betont ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager. „Deshalb haben wir für jedes unserer 120 Forstreviere neue Strategien entwickelt, um die Wälder bis zum Jahr 2100 Schritt für Schritt klimafit zu machen. Denn schließlich ist der Wald selbst auch unser bester Klimaschützer!“ Bunt und vielfältig soll der Wald der Zukunft werden – mit unterschiedlichen Baumarten, die auch von Natur aus in den Regionen nachwachsen. „Wir laden alle naturinteressierten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen herzlich ein, sich selbst vor Ort ein Bild von den sichtbaren Auswirkungen der Klimakrise auf unsere Wälder zu machen und schon heute einen Blick in die Waldzukunft der nächsten hundert Jahre zu werfen.“

25 Spezialführungen zur Woche des Zukunftswaldes
In speziellen Waldführungen geben die Bundesforste in allen zwölf Forstbetrieben exklusive Einblicke in die Waldbewirtschaftung von heute und morgen. Die ÖBf-Expert*innen zeigen anschaulich, welche Schäden die Klimakrise in den Wäldern bereits anrichtet und erklären vor Ort, welche Baumarten den zukünftigen Bedingungen nicht standhalten werden und welche dafür mehr werden. Mit den Teilnehmer*innen besuchen sie einen Wald, wie er im Jahr 2100 typisch für die Region aussehen wird und erklären, wie einförmige Fichten-Wälder zu artenreichen und von Natur aus nachwachsenden Mischwäldern umgebaut werden können. Am Ende der rund dreistündigen Führung werden symbolisch klimafitte Jungbäume wie Weiß-Tannen, Eichen oder seltene Baumarten für den Wald der Zukunft gepflanzt. Bei einer kleinen Jause findet das Walderlebnis einen gemütlichen Ausklang.

Nieder- und Oberösterreich: Dem Borkenkäfer auf der Spur
Die Wälder im Osten Österreichs leiden am stärksten unter den steigenden Temperaturen, die mit zu wenig Niederschlag gepaart sind. Der Borkenkäfer hat mit den geschwächten Fichten leichtes Spiel. Ganze Landstriche sind heute bereits nicht mehr wiederzuerkennen. Gleichzeitig bieten die ÖBf-Wälder in Niederösterreich die besten Voraussetzungen für eine Vielzahl unterschiedlichster Baumarten im Wald der Zukunft. Führungen im Wienerwald finden am Freitag, 3. September (Region Klosterneuburg, Beginn 14 Uhr), sowie am Samstag, 4. September (Region Sulz im Wienerwald, Beginn 13 Uhr), statt. Ebenfalls am 3. September um 14 Uhr sowie am Samstag, 11. September (Beginn 9 Uhr), laden die Bundesforste in die Wälder bei Mitterarnsdorf in der Wachau ein.

Auch in Oberösterreich sind Baumarten wie Douglasien, Eichen, Tannen oder Buchen in Zukunft ein guter Ersatz für die Fichte. Davon können sich die Teilnehmer*innen am Freitag, 3. September (Beginn 14 Uhr), und Samstag, 4. September (Beginn 10 Uhr), bei den Führungen im Kobernausserwald/St. Johann am Walde überzeugen. An diesen beiden Tagen können Naturinteressierte auch einen Blick in die Zukunftswälder rund um Hallstatt werfen (Start der Führungen ist um 9 bzw. 14 Uhr). Am 3. September (Beginn 13 Uhr) zeigen ÖBf-Expert*innen in Windischgarsten und St. Ulrich bei Steyr, wie die Wälder in diesen Regionen naturbelassen und nahrungsreich für Wildtiere gestaltet werden können.

Salzburg und Tirol: Eintauchen in den bunten Wald der Zukunft
Je artenreicher ein Wald ist, desto besser ist er für die Folgen der Klimakrise gerüstet. Wie eindimensionale Fichten-Kulturen in einen Mischwald mit Tannen, Buchen und seltenen Baumarten umgewandelt werden, erfahren die Teilnehmer*innen am Freitag, 10. September (Beginn 15 Uhr), und Samstag, 11. September (Start 9 Uhr), bei den Führungen in der Region Abtenau in Salzburg. Auch in Bischofshofen können Wald- und Naturinteressierte am Freitag, 3. September (Beginn 14 Uhr), und Samstag, 4. September (Start 9 Uhr), gemeinsam mit den ÖBf-Expert*innen einen klimafitten Fichten-Tannen-Buchenwald erkunden. Weitere Spezialführungen in Salzburg gibt es auch im Umkreis des Blausees in Neukirchen am Großvenediger (3. September, 13 Uhr / 4. September, 9 Uhr).

Der Forstbetrieb Oberinntal in Tirol verfügt mit rund 160.000 Hektar Naturfläche über die mit Abstand größte Gesamtfläche aller ÖBf-Forstbetriebe. Dieser zeichnet sich nicht nur durch seinen hohen Anteil an waldfreien Flächen, bestehend aus Fels, Geröll und Gletscher, sondern auch durch den hohen Anteil an Schutzwäldern aus. Führungen bei Gnadenwald finden am 3. September (Beginn 13 Uhr) und 4. September (Start 9 Uhr) statt. Ebenfalls am 3. und 4. September (Start 14 bzw. 9 Uhr) können die Teilnehmer*innen im Unterinntal (Region Brandenberg) bei den Spezialführungen in den Wald der Zukunft eintauchen.  

Steiermark und Kärnten: Einblicke in die Waldbewirtschaftung von heute und morgen
In der Steiermark, dem waldreichsten Bundesland Österreichs, zeigen ÖBf-Expert*innen am 3. September (in den Regionen Palfau und Rotmoos bei Weichselboden, Beginn jeweils 9 Uhr) welche Schäden die Klimakrise in den letzten Jahren bereits angerichtet hat und wie die Wälder in den jeweiligen Gebieten klimafit gemacht werden. Weiters findet am 3. September (Beginn 14 Uhr) eine Führung in Mürzsteg am Hirschriegel auf 1.400 Meter Seehöhe statt. In Kärnten können die Teilnehmer*innen am 3. September (Region Villach, Start 10 und 14 Uhr) darüber hinaus sehen, wie man seltene Laubbaumarten für den Wald der Zukunft aufforstet.

Details zu allen Waldführungen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.wald-der-zukunft.at. Bitte auf festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung achten. Die Führungen finden unter Einhaltung der geltenden COVID-19 Maßnahmen statt. Die Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, getestet oder genesen) sowie ein entsprechender Nachweis am Tag der Führung vor Ort ist verpflichtend.

Blick auf den Bergwald.
Foto: Öbf-Archiv

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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