Der Ursprung, das Uran und die Gmahte Wiesn

„Heimatleuchten – Auf der steirischen Ursprungalm mit Conny Bürgler“, am Fr., 20.08., ab 20:15 Uhr auf ServusTV

Zwischen Almidylle und harter Arbeit.
Über 100 Kühe und mehr als 300 Schafe von verschiedenen Bauern aus Rohrmoos und Schladming verbringen hier ihren Sommer. Für die Bewirtung der Gäste ist hingegen die Familie Pilz zuständig. Ganze vier Generationen helfen hier mit, dabei ist Oma Gundi mit 83 Jahren die Älteste. Sie erinnert sich noch an die Zeit ohne direkte Straßenanbindung, durch welche später auch die Touristen angelockt wurden. Diese werden heute von Helmut Pilz und seiner Frau Irmgard begrüßt und versorgt. Doch bevor und nachdem die Gäste einkehren, findet für Helmut und Irmgard das eigentliche Almleben statt. Um fünf Uhr aufstehen, in den Stall gehen, die Kühe melken und alles für das Käsemachen vorbereiten. Parallel müssen schon die ersten Gerichte für die Mittagsgäste vorbereitet werden. Dann sind da noch die drei Kinder: Sohn Niklas studiert Forstwirtschaft auf der Boku in Wien, den Sommer verbringt aber auch er immer auf der Alm. Am liebsten im Wald mit den Tieren, um die Gäste kümmert er sich nicht so gerne. Dabei helfen eher die beiden Töchter Linda und Elisa und wo es geht, auch schon deren Kinder, die vierte Generation auf der Ursprungalm. Ein Einblick in ein modernes Almleben, das sich an den Traditionen orientiert und vom Tourismus profitiert, ohne sich zu verkaufen.

Kulinarische Versöhnlichkeit 
Zwischen dem 13. Und 15. Jahrhundert war die Region rund um die Ursprungalm einer der bedeutendsten Bergbauorte der Steiermark. Bei den etwas höher gelegenen Giglachseen wurde nach Kupfer, Silber, Blei, Zink, Kobalt und Nickel geschürft. Noch heute erkennt man die ehemaligen Abraumhalden und Erzlagerstätten, aber auch die Grundmauern der Knappensiedlungen. Hier trifft Conny auf Mathias Keinprecht. Er ist seit über 30 Jahren Pächter der Ignaz-Mattis Hütte am oberen Giglachsee. Aber Mathias ist nicht nur Hüttenwirt, er kümmert sich auch um die dort weidenden Schafe und Pferde aus dem angrenzenden Obertal. Gemeinsam mit Conny rückt er aus, um nach den Tieren zu schauen und erzählt über die Eigenheiten der Region, den damaligen Bergbau und sein Leben in den Bergen. 1525 kam es außerdem in Schladming zu einem Aufstand der Bauern und Bergknappen. Mit den protestantischen Lehren hofften sie auf eine Befreiung aus der Grundherrschaft der katholischen Kirche. Der Aufstand wurde zwar niedergeschlagen, trotzdem breitete sich die evangelische Kirche weiter aus und erst Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Versöhnung. Auf der Ursprungalm werden daher heute noch zwei Sorten von Steirerkrapfen serviert: Für die Katholischen ein Krapfen aus Roggenmehl mit Steirerkas, für die Evangelischen ein Germteig aus Weizenmehl und Honig.

Einfach, weil der Berg da ist
Gemeinsam mit Andreas Lechner, dem wohl ungewöhnlichsten Pfarrer der Steiermark, verkostet Conny die beiden Krapfensorten und philosophiert über Glaubensbekenntnisse und das Leben am Berg. „Einfach, weil er da ist“, meint er auf die Frage, warum er auf einen Berg steigen müsse. Der Berg ist für ihn aber auch der „Fels“, der festen Halt gibt. Und er schätzt die Gemeinschaft, die „Seilschaft“ im guten Sinn, die am Berg Leben rette. Natürlich ist er auch aktives Mitglied bei der Bergrettung. Etwas weiter unten im Tal bei Gröbming produziert Fassbinder Manfred Kaltenbacher von Hand, was Helmut und Ingrid Pilz auf der Ursprungalm zum Käsemachen brauchen: Die kleinen Kaskübel und die Schottwirn zum Rühren der Milch. Conny besucht ihn in seiner Werkstatt und schaut bei der Herstellung eines neuen Kaskübels für die Ursprungalm zu. Ganz in der Nähe liegt auch der Hof von Herbert Kraml, dem Wachlbacherbauern. Jeden Sommer, meistens ab Mitte Juni, treibt er mit seiner Familie gut 20 Schafe und etwa 10 Mutterkühe auf die Weiden zwischen Ursprungalm und Giglachseen. Jede Woche schaut er nach den Tieren und sucht dabei nach seltenen Erzen im Gestein. Conny begeistert er mit seinen außergewöhnlichen Funden: kleine Bergkristalle, seltene Erze und sogar Uran.

Musikalisch wird es auch ursprünglich! Mit dabei sind der „Schober Viergesang“ aus Ramsau am Dachstein und die junge Formation „Tanzkapelle Gmahte Wiesn„. Sie singen Alm- und Jagdlieder und natürlich darf auch ein besonderer Jodler nicht fehlen.

Foto: (c) ServusTV / Birgit Probst

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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