Brandverletzungen – aktuelle steirische Polizeimeldungen

Graz, Bezirk Jakomini. – Geschmolzenes Plastik führte Donnerstagabend, 12. August 2021, zu Verletzungen einer 23-Jährigen und deren zweijähriger Tochter.

Gegen 19:30 Uhr schaltete eine Zweijährige in einem unbeobachteten Moment eine Herdplatte in der Küche der Wohnung in der Hüttenbrennergasse ein. Auf dem Herd stand ein Messbecher aus Plastik, der in der Folge schmolz. Als die 23-jährige Mutter des Kindes Rauchentwicklung bemerkte, wollte sie das geschmolzene Plastik vom Herd entfernen. Dabei dürften Teile davon auf sie selbst und ihre Tochter gespritzt sein. Die Frau erlitt leichte Verletzungen im Bereich des Bauches, die Zweijährige Verbrennungen zweiten Grades an der linken Körperhälfte (Arm, Bauch, Bein, Fuß). Das Kind wurde vom Rettungsdienst in das LKH Graz eingeliefert. Die alarmierte Feuerwehr musste keine Löschmaßnahmen ergreifen.

„Love Scam“-Ermittlungen abgeschlossen

Murau. – Ermittler der Polizeiinspektion Murau schlossen nun die Ermittlungen gegen eine Tätergruppierung ab, die zahlreiche Opfer mittels „Love Scam“ um eine Gesamtsumme von über 350.000 Euro gebracht hat.

Beim so genannten „Love Scam“ handelt es sich um eine Betrugsform, bei der das spätere Opfer in eine Affäre verwickelt und in weiterer Folge finanziell ausgebeutet wird. Die Kontaktaufnahme erfolgt oftmals auf Social-Media-Portalen. Nach Aufbau einer Vertrauensbasis und Zusage eines Treffens wird unter dem Vorwand einer Notsituation um finanzielle Unterstützung ersucht. Geldbeträge sollen dann wegen der schlechten Rückverfolgbarkeit per Money-Transfer-Dienst übermittelt werden. Wird einmal bezahlt, erfolgt oft die nächste Hiobsbotschaft und ein weiterer schwerer Schicksalsschlag erfordert eine neuerliche Überweisung.

Kriminalisten der Polizeiinspektion Murau führten in Zusammenarbeit mit mehreren Dienststellen in Österreich Ermittlungen gegen eine Tätergruppe in diesem Zusammenhang durch. Dabei wurden 42 bekannte Beschuldigte (davon 20 im Ausland) und zumindest 12 unbekannte Täter (großteils nur Aliasnamen bekannt) ausgeforscht. Die Verdächtigen hatten 24 Opfer (davon acht im Ausland) im Alter von 40 bis 76 Jahren um einen Gesamtbetrag von über 350.000 Euro geschädigt. Nach Erschleichen des Vertrauens der jeweiligen Opfer täuschten die Täter offenbar gewerbsmäßig und in Betrugsabsicht finanzielle Notlagen vor, wodurch die Opfer veranlasst wurden, Geldbeträge in vier- bis fünfstelliger Höhe an verschiedene Konten im In- und Ausland zu überweisen. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse ist von einer kriminellen Vereinigung – vermutlich aus dem afrikanischen Raum (Nigeria) – auszugehen. Ein Abschlussbericht erging an die aktführende Staatsanwaltschaft Linz.

Die Kriminalprävention gibt folgende Tipps:

•                    Schützen Sie im Netz Ihre eigene Identität. Sämtliche von Ihnen bekannt gegebene persönliche Daten, erleichtern dem Täter sein Vorhaben.

•                    Vermeiden Sie es unbedingt, persönliche Fotos oder Videoaufnahmen mit dem Täter auszutauschen. Dies erleichtert dem Täter die spätere Umsetzung der Tat, indem er Sie möglicherweise mit der Veröffentlichung derartiger Bilder unter Druck setzt.

•                    Einem ersten persönlichen Treffen sollten immer Telefonate vorausgehen.

•                    Erste Treffen sollten immer an öffentlichen und/oder gut besuchten Orten stattfinden.

•                    Scheuen Sie sich nicht eine Anzeige zu erstatten; wir alle wissen: „Liebe macht blind!“ Das ist auch der Grund, warum Täter die Gefühlswelt des späteren Opfers ausnutzen, um so an deren Geld zu gelangen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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