Stirbt das Ehrenamt im Ausseerland aus?

Trainer*innenmangel und zu wenige Jugendliche – das sind die Probleme, mit denen die Vereine im Ausseerland zu kämpfen haben.

Der FC Ausseerland hat zwar viele Kinder und Jugendliche, aber nicht genügend Trainerinnen und Trainer. „Wir haben fast 200 Kinder und Jugendliche in acht Mannschaften mit je zwei Trainern“, erzählt Thomas Lichtscheid, Jugendleiter des FC Ausseerland. Dies ist auch das Mindestmaß – benötigt werden mindestens zwei Trainerinnen oder Trainer pro Mannschaft, bei den kleineren Kindern bräuchte man eigentlich drei. Daher ist der Ausseer Fußballclub immer auf der Suche nach neuen Coaches, vor allem für die Kleineren. „Es ist immer super, wenn wir engagierte Leute finden, die ihre Zeit aufwenden“, meint Thomas Lichtscheid. Ganz ohne Vergütung muss man dies aber nicht tun. Für das Trainieren einer oder mehrerer Mannschaften gibt es eine kleine Trainerentschädigung.

Anders sieht es beim ATSV Bad Aussee Volksbank aus. Die Vergütung für das Betreuen einer Leichtathletik-Gruppe ist noch geringer. Es gibt nur einen kleinen Unkostenbeitrag. „Es wird immer schwieriger, jemanden zu finden“, berichtet Horst Binna, Sektionsleiter und Trainer. Dabei ist es gar nicht notwendig, eine Leichtathletiktrainer*innenausbildung zu haben. Gesucht werden Menschen, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen, um mit den Kindern zu arbeiten. Horst Binna hat festgestellt, dass die Bereitschaft um einiges höher ist, wenn ein eigenes Kind in der Gruppe ist. Ansonsten wollen sich viele nicht dazu verpflichten, jede Woche eine Stunde mit den Kindern zu arbeiten.

Bei der Bürgermusikkapelle Bad Aussee hapert es an einer anderen Stelle – an der Jugend. Auch das Spielen bei einer Musikkapelle ist eine ehrenamtliche Tätigkeit und stellt für Schülerinnen und Schüler eine Doppelbelastung dar. Jugendmangel insofern gibt es laut Obmann Norman Sambs zwar nicht, aber die meisten Teenies der Bürgermusikkapelle Bad Aussee ziehen nach ihrem Schulabschluss weg, um zu studieren. „Eine große Fluktuation haben wir, wenn man es anders ausdrückt“, erläutert er. Für die Proben unter der Woche sind die Jugendlichen dann nicht mehr greifbar. Auch junger, männlicher Geigennachwuchs ist bei der Bürgermusikkapelle Mangelware. „Aber wir haben seit drei Jahren einen jungen, dynamischen Dirigenten, der sich sehr um die Jugendarbeit bemüht“, zeigt sich Norman Sambs optimistisch.

Iris Hödl für Ausseer Regionalfernsehen

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at