Tag des Bieres: Regionalität auf und in der Flasche

Regionalität spielt beim Bierkauf eine große Rolle. Das macht Bier zu einem Vorbild für viele andere Lebensmittel. Der Verein Land schafft Leben nimmt den internationalen Tag des Bieres am 6. August zum Anlass, um die regionale Vorreiterrolle des Bieres vor den Vorhang zu holen.

Bier gehört zu den Lieblingsgetränken der Österreicherinnen und Österreicher. 107 Liter davon werden hierzulande durchschnittlich pro Kopf und Jahr getrunken. Die Biertrinkerinnen und Biertrinker sind dabei ausgesprochen markentreu und wissen genau, welches Bierlabel auf den Tisch darf und welches nicht. Besonders gerne wird dabei zu heimischen Marken gegriffen: Drei Viertel der Bier trinkenden Konsumentinnen und Konsumenten erachten es als wichtig, dass ihr Bier aus einer österreichischen Brauerei kommt. Damit hat Bier etwas geschafft, das kaum einem anderen Lebensmittel in dieser Form gelingt: die Erhaltung regionaler Marken. Und das nicht nur im Sinne österreichischer Marken, sondern auch im Lokalen: Der Absatz der einzelnen Brauereien ist in und rund um deren Heimatorte am größten, oft sind die Biermarken sogar nur in der jeweiligen Region erhältlich.

Herkunft der Rohstoffe oft nicht ersichtlich

Bier soll aber nicht nur einen regionalen Markennamen tragen, sondern auch Regionalität enthalten: Die Verwendung regionaler Rohstoffe beim Brauen gehört zu den Top 3 Anforderungen, die die Österreicherinnen und Österreicher an ihr Bier haben. Ob dem tatsächlich so ist, ist jedoch oft schwer zu beurteilen: Die Tatsache, dass Bier ein verarbeitetes Produkt ist, macht die Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe nämlich schwer. Denn sobald ein Produkt verarbeitet ist, muss nicht mehr angegeben werden, woher die darin enthaltenen Zutaten stammen. Hannes Royer, Obmann des Vereins Land schafft Leben, plädiert klar für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Produkte:

„Hinter dem Schlagwort Regionalität stecken auch zahlreiche Werte. Ob diese beim Einkauf eine Rolle spielen, entscheidet der Konsument oder die Konsumentin selbst. Doch damit diese Entscheidung überhaupt getroffen werden kann, muss die Herkunft der Produkte transparent ersichtlich sein. Ist sie das nicht, wird mir als Konsument ein Stück meiner Entscheidungsfreiheit genommen.“  

Regionalität derzeit klar vor Bio

Während der heimische Biermarkt schon seit jeher von einer großen Vielfalt regionaler Marken geprägt ist, hinkt er in einem anderen Trend hinterher: Bio. Sowohl Produktion als auch Absatz von Bio-Bier sind in Österreich kaum von nennenswerter Größe. Die Gründe dafür liegen sowohl in der Produktion als auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten: Bio-Hopfen ist sehr herausfordernd zu produzieren und der USP von biologisch produziertem Bier auf Konsumentenseite nur schwer erklärbar, da Bier ohnehin ein sehr naturbelassenes Produkt ist und so gut wie alle Brauereien mit diesem Aspekt werben.

Doch auch wenn sich der Anteil von Bio-Bier nach wie vor im niedrigen einstelligen Prozentbereich der in Österreich jährlich produzierten 10 Millionen Hektoliter Bier bewegt, erkennen die heimischen Brauereien dessen steigende Beliebtheit bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Generell lässt sich jedoch beobachten, dass die Aspekte Regionalität und Nachhaltigkeit beim Bierkauf momentan eine wichtigere Rolle als Bio spielen – und das aller Voraussicht nach auch in Zukunft so bleiben wird.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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