Grüne fordern Beschränkung der Zweitwohnsitze in Aigen im Ennstal

Ein großes Bauprojekt in unmittelbarer Nähe des Putterersees stößt bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern von Aigen im Ennstal auf Kritik. Angrenzend an das Naturschutzgebiet und das Naherholungsgebiet sollen 140 Wohnungen entstehen, zur Hälfte sind diese offenbar als Ferienwohnsitze geplant.

Die Grünen im Bezirk Liezen sehen das Projekt insgesamt kritisch. Auf dem Areal, das zungenförmig vom Naturschutzgebiet ausgeschlossen ist, sollen fünf neue Gebäude errichtet werden.
Die Grüne Bezirkssprecherin Gundula Uray„Dass hier weitere Wohnhäuser gebaut werden sollen, die dann womöglich die meiste Zeit im Jahr leerstehen, ist keineswegs gerechtfertigt. Eine neue Bebauung beeinträchtigt die einzigartige Naturlandschaft jedenfalls negativ.“

Der Grüne Landtagsabgeordnete aus dem Bezirk Liezen, Lambert Schönleitner, streicht die langjährigen Bemühungen der Besitzer hervor: „Seit vielen Generationen hat es die Familie Dornbusch geschafft, den See und die ihn umgebenden Flächen als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung und für Gäste zu erhalten. Natürlich ist eine alternative Nachnutzung für das alte Berufsschulgebäude sinnvoll. Die Möglichkeit, Zweitwohnsitze zu errichten, sollte aber so weit wie möglich ausgeschlossen werden. Es braucht jedenfalls eine sensible Vorgangsweise, wesentlich ist vor allem die Einbindung der Bevölkerung.“

Gundula Uray betont des weiteren, dass das Projekt und vor allem der Anteil der Zweitwohnsitze für den Ort zu groß dimensioniert seien. „Aigen hat knapp 2700 Einwohner. Geht man von durchschnittlich drei Personen pro Wohnung aus, dann hat das gesamte Projekt das Potential, 16 Prozent der gesamten Einwohneranzahl auszumachen.“ Der Anteil der Zweitwohnsitze liegt in Aigen im Ennstal außerdem laut Statistik Austria bereits bei 29,5 Prozent der Wohnungen. Hier braucht es jedenfalls ein Limit, so Uray und Schönleitner unisono.
Im Herbst soll im Landtag auf Initiative der Grünen hin ein umfassendes Gesetzespaket gegen Zweitwohnsitze beschlossen werden, das es den Gemeinden ermöglicht, klare Schranken zu setzen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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