Getreide verarbeiten wie anno dazumal

„Hoagascht mit Patrick Eisl: Dreschen auf die oide Weis“ am So., 08.08., ab 19:45 Uhr auf ServusTV

Das Dreschen ist eine jahrhundertealte Form der Getreideverarbeitung, bei der das Korn von der Ähre getrennt wird. Ein mühseliger Prozess, den mittlerweile fast kein Bauer mehr praktiziert, gibt es doch voll automatisierte Maschinen dafür. Um die alte Kulturtechnik für die nachkommenden Generationen zu erhalten, wird diese Tradition in Ligist fortgeführt.

Zusammenhelfen
Beim Dreschen ist jede helfende Hand gefragt! Da kommt Hoagascht-Moderator Patrick Eisl grade recht. Hat man den Dreschflegel bei der Hand, kommt es darauf an, die trockene Frucht aus den Ähren zu lösen. Das geschieht am besten auf einer halbwegs ebenen, glatten Unterlage, zum Beispiel einem mit Steinplatten ausgelegten Dreschplatz unter freiem Himmel, oder – wie bei Familie Schröttner – in der Tenne des Bauernhauses. Durch das Schlagen mit dem Flegel auf die Getreideähren fallen die Getreidekörner heraus, so wird die „Frucht“ – das Getreide – geerntet. 

Zeitzeuge der alten Schmiedekunst
Auf seiner Spurensuche nach alten Techniken und Bräuchen rund ums Dreschen macht Patrick einen Ausflug in die Geschichte der Schmiedekunst. Er besucht eine alte Hammerschmiede aus dem 17. Jahrhundert. Schon um 1600 wurden entlang des Ligistbaches Hammerwerke errichtet. Das Wasser des Baches trieb die großen hölzernen Räder an, die schwere Hämmer bewegten. Unter diesen wurde glühendes Eisen zu verschiedenen Geräten wie Nägel, Sensen oder Sicheln verarbeitet. Bis 1972 wurden hier handgeschmiedete Eisenwaren produziert. Heute steht das Hammerwerk unter Denkmalschutz, da es ein seltenes Beispiel eines derartigen Handwerksbetriebes ist und die Einrichtung der Schmiede fast unverändert erhalten geblieben ist.

Musikalische Unterstützung
Das Dreschen mit dem Dreschflegel ist schwere Arbeit, aber wesentlich weniger ermüdend, wenn es in einem bestimmten Rhythmus erfolgt. Hier kommt nochmal Hans-Jürgen Schröttner mit seiner Ligister Schülcherleitn-Musi im wahrsten Sinne des Wortes „ins Spiel“ – wird doch ein arbeitsreicher Tag beim Dreschen meist mit einem kleinem „Druschfest“ bei Musik, Most oder Schilcher gekrönt.
Das typische Schülcherleitn-Klangbild besteht aus zwei Steirischen Harmonikas, Klarinette, Hackbrett und Posaune. Je nach Genre werden auch Gitarre, hölzernes Glachter, Saxofon, Cajon und Panflöte für exotische Klänge eingebaut.

Foto: (c) ServusTV / Valentin Weinhäupl

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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