Moor- und Almerhaltung durch Schwendaktion von Jugendlichen

Im Rahmen der Umweltbaustelle des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) packen auch dieses Jahr zehn Jugendliche zwischen 16 und 30 Jahren aus Österreich und Deutschland freiwillig mit an, um die Moore und Almen im Ausseerland zu erhalten. Aus dem Ausseerland ist niemand dabei, dafür haben manche die weite Anreise aus Nordrhein-Westfalen auf sich genommen.

Larissa Mackert ist schon seit vielen Jahren Projektleiterin der Umweltbaustelle, die dieses Jahr von 25. bis 31. Juli stattfindet. Sie betont die Wichtigkeit dieser Arbeit: „Einerseits werden Almflächen gepflegt, Landwirte erhalten Hilfe und andererseits bleibt die Moorfläche des Ödenseemoors erhalten.“ Das Ödenseegebiete hatte früher ungefähr 200 Hektar Hochmoor. Seit dem Mittelalter, und vor allem Ende des 19. Jahrhunderts, ist dieses immer mehr verschwunden. Grund dafür ist unter anderem Torfabbau. Heute ist das Ödenseemoor noch zirka 14 Hektar groß. Das Moor braucht wieder Freifläche, damit es nicht austrocknet. Darum entfernen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer händisch kleine Fichten und Faulbäume. „Die Arbeit im Moor ist aufgrund der Hitze sehr anstrengend, aber ich möchte der Natur etwas zurückgeben“, erzählt Larissa. Somit bleibt auch der Lebensraum für manche Tierarten, wie den Goldenen Scheckenfalter erhalten. Dieser ist mittlerweile sehr selten geworden. Im Ausseerland befindet sich die letzte Population der Steiermark.

Auch die Arbeit auf den Almen ist wichtig. In den drei Ausseerland-Gemeinden Bad Aussee, Grundlsee und Altaussee gibt es ungefähr 40 Almen. Diese erhalten sich nicht von selbst, sie müssen gepflegt werden. Die Helferinnen und Helfer der Umweltbaustelle wollen Almflächen zurückgewinnen, indem sie „schwenden“. Hierbei werden Latschen auf rund 1600 bis 2000 Metern Höhe geschnitten. Davon profitiert das Birkwild, eine gefährdete Raufußhuhnart, bei der Balz, aber auch Schafe und Kühe. „Der Wald ist stark. Schwendet man nicht, vermehrt er sich sehr schnell“, erklärt Landwirt und Bürgermeister von Bad Aussee Franz Frosch.

Keine Helferinnen und Helfer aus dem Ausseerland

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen größtenteils aus Städten. Larissa Mackert erklärt sich das dadurch, dass Städterinnen und Städter, im Gegensatz zu den Jugendlichen in der Region, während der Corona-Pandemie nicht viel von der Natur erleben konnten. „Es ist ja nicht nur Arbeit, sondern auch Wissenszuwachs. Man kommt in Gegenden, die man sonst nicht sieht. Und auch Freundschaften werden geschlossen“, erzählt Lisa Almbauer, Pressepraktikantin des ÖAV. Daher waren die Plätze der rund 40 Projekte des ÖAV innerhalb von sechs Wochen ausgebucht.

Bild 1: Fleißige Freiwillige am Ödenseemoor – Sabine Jungwirth
Bild 2: Bärenstarke Helfer – Lisa Almbauer

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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