Keine Gnade für die Wade: Zwölf Mal hintereinander mit dem Rad auf den Loser

205,5 Kilometer und 9004 Höhenmeter – am Donnerstag, dem 29. Juli 2021, fuhr der gebürtige Ausseer Christoph Döttelmayer zwölf Mal auf den Loser – und der Ehrgeiz trieb ihn sogar noch ein Stück weiter. Da er die 9000 Höhenmeter noch nicht ganz erreicht hatte, fuhr der 34-Jährige nochmal bis zur vierten Kehre.

13,5 Stunden fuhr Christoph Döttelmayer, mit Pausen dauerte das Abenteuer 17 Stunden lang. Aber die Zeit war dem Hobbysportler egal. „Ich fahre ja nur für mich selbst. Es geht mir nicht darum, irgendetwas zu gewinnen, sondern ich will meine eigenen Ziele erreichen“, erklärt er. Einen Tiefpunkt hatte er, nachdem er die Hälfte bereits geschafft hatte. Nach dem siebten Mal rauf und wieder runter überlegte er, die Herausforderung aufgrund von Knieschmerzen abzubrechen. Aber nachdem er sich gedehnt hatte, entschied er sich weiterzufahren.

Aber wieso macht man so etwas? Darauf kann Christoph Döttelmayer selbst keine genaue Antwort geben. Die Idee dahinter heißt „Everesting“. Dabei muss ein Berg sooft mit dem Fahrrad befahren werden, bis man 8848 Höhenmeter erreicht hat. Das entspricht den Höhenmetern des Mount Everest. Gefahren werden muss immer das selbe Segment (gleicher Anstieg und Abfahrt).

Für Christoph Döttelmayer ist die Liebe zum Sport und zur Heimat ein entscheidender Faktor gewesen. Vor zwölf Jahren hat er mit dem Radfahren begonnen. Das Fahren bergauf macht ihm besonders viel Spaß. Seine Leidenschaft ist es, zu sehen, was man mit dem eigenen Körper alles bewältigen kann. Und für diese Herausforderung ist für ihn nur der Loser in Frage gekommen, den er als Heimatberg bezeichnet. „Kann man eine emotionale Bindung zu einem Felsbrocken haben, wer weiß, bei mir ist das der Fall“, meint Christoph Döttelmayer. Er wohnt mittlerweile zwar im naheliegenden Salzburg, kommt aber gerne in die Heimat Bad Aussee – und das selten ohne Fahrrad.

Christoph Döttelmayer, der beruflich im Bergsport tätig ist, trainiert sechs bis sieben Tage in der Woche. Und auch das zwölfmalige Fahren auf den Loser sieht er als Training an, und zwar für den alljährlichen Ötztaler Radmarathon, bei dem 5000 Höhenmeter bewältigt werden müssen. An diesem hat er schon zwei Mal teilgenommen, heuer möchte er seine eigene Bestzeit schlagen: „Darauf trainiere ich hin, und schließlich ist ja der Weg das Ziel.“

Iris Hödl

Fotos:
Christoph Döttelmayer

EVERESTING. Heißt einen Berg sooft mit dem Fahrrad befahren, bis man 8848 Höhenmeter erreicht hat. Eben genau die Höhenmeter vom Mt. Everest.Dabei muss es immer das selbe Segment sein (gleicher Anstieg und Abfahrt).
Warum man so etwas tut? Das ist eine schwierige Frage aber eigentlich dann doch wieder simple.Mit dem Rad fahr ich einfach gerne bergauf. Das Schinden und Plagen erfüllt mich jedesmal wieder. Ob es nun die neue Bestzeit sein soll oder ein paar Mal der gleiche Berg.Das Höhenmeter Sammeln ist mein liebstes Training um auch bei den großen Radrennen wie dem Ötztaler Radmarathon meine Ziele zu erfüllen.Der Loser ist mein Hoamatberg, mein Kraftberg und Spielwiese. Kann man eine emotionale Bindung zu einem Felsbrocken haben, wer weiß, bei mir ist das der Fall.
Gestartet bin ich in der Früh um 05:04h bei 8 Grad im Nebel, was im Nachhinein sehr angenehm war, den es wurde später ziemlich heiß.Mein “Base Camp” war oben am Parkplatz der Loseralm, wo ich von meiner Crew mit Essen und Trinken versorgt wurde.Der Tiefpunkt war definitv die Halbzeit nach 6 mal hinauf fahren, wo ich mir gedachte habe: “Puh, jetzt nochmal das Ganze!”Aber aus 6 mal wurden 7 und nach dem 9 Mal ist mir genau das passiert, wonach ich immer strebe. Ich war “in the zone” und auf einmal ging alles leichter und schneller und machte richtig Spaß!Meine letzte komplette Fahrt hinauf war die Schnellste. Insgesamt waren es 12 Anstiege plus nochmal 256 Höhenmeter bis zur 4rer Kehre um dann gleich 9000hm zu erreichen.
Hier noch die Daten zur Fahrt:

205.5km

9004 Höhenmeter

Gesamtzeit 17:00hFahrzeit 13:27h

Durchschnittgeschwindigkeit 15.3km/h

Kalorienverbrauch 10.191 Kcal, da muss man sich zum Essen die Zeit nehmen;)

Christoph Döttelmayer

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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