Experten empfehlen Schutzimpfung auch bei Kinderwunsch und für Schwangere

Zahlreiche niederschwellige Impfaktionen in der Steiermark zur Erhöhung der Impfquote.

Graz, am 23. Juli 2021. – Beim 20. Impf-Update (23.07.) informierten der steirische Impfkoordinator Michael Koren und Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig über den Stand der Corona-Schutzimpfung in der Steiermark. Die Gäste Professor Karl Tamussino, Vorstand der Frauenklinik der Medizin Universität Graz, sowie der ärztliche Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie Primar Klaus Vander nahmen vor allem zu Falschmeldungen zum Thema „Corona Impfung und Fruchtbarkeit“ Stellung.Impfkoordinator Michael Koren gab zu Beginn einen Überblick über die derzeitige Situation: „Wir haben bisher in der Steiermark insgesamt über 1,2 Millionen Impfungen durchgeführt. Wir merken allerdings auch, dass sich die Impf-Kurve, wie auch in allen anderen Bundesländern, mittlerweile zu verflachen beginnt. Daher gilt es nun, Unentschlossene und Skeptiker, sowie insbesondere auch junge Menschen zum Impfen zu motivieren und den stark kursierenden ´Fake News´ entschieden entgegenzutreten.“ Man setze daher auf niederschwellige Impfaktionen, die mit der Unterstützung zahlreicher steirischer Vereine und Organisationen sowie der Gemeinden umgesetzt würden, erklärt Koren und konkretisiert: „Wie auch schon am vergangenen Wochenende wird es auch am kommenden Samstag und Sonntag an den steirischen Impfstraßen von 8 bis 14 Uhr ein ‚freies Impfen′ ohne vorherige Terminanmeldung geben, das sich vor allem an Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr und an junge Erwachsene bis 25 Jahren richtet. Am 5. August ist zudem eine Impfaktion für Asylwerber in Kooperation mit der Caritas geplant und am 21. August wird eine große Impfaktion ohne vorherige Anmeldung in drei steirischen Einkaufszentren stattfinden. Weiters wird es in den kommenden Wochen Aktionen in Kooperation mit verschiedenen Partnern, wie beispielsweise der Stadt Graz im Bereich der Kindergartenpädagoginnen, den steirischen Hochschulen, der Landessportorganisation und der Bildungsdirektion geben.″Zudem, so der steirische Impfkoordinator weiter, können niedergelassene steirische Ärztinnen und Ärzte ab sofort auch Kontingente des Impfstoffes Biontech/Pfizer bestellen, die ab 9. August geliefert werden. Damit sind spontane Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bei den impfenden Ärztinnen und Ärzten möglich. Denn der gestrige (22.7.) freie Impf-Abend bei den niedergelassenen Ärzten mit über 1000 Impfungen habe gezeigt, dass dies gut angenommen werde. „Wir setzen also auf ein breites Potpourri an Maßnahmen, um die Impfzahlen in der Steiermark weiter zu steigern, denn wir sind davon überzeugt, dass der einzige Schutz gegen die Delta-Variante eine hohe Durchimpfungsrate ist″, so Koren.Zudem, so der steirische Impfkoordinator weiter, können niedergelassene steirische Ärztinnen und Ärzte ab sofort auch Kontingente des Impfstoffes Biontech/Pfizer bestellen, die ab 9. August geliefert werden. Damit sind spontane Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bei den impfenden Ärztinnen und Ärzten möglich. Denn der gestrige (22.7.) freie Impf-Abend bei den niedergelassenen Ärzten mit über 1000 Impfungen habe gezeigt, dass dies gut angenommen werde. „Wir setzen also auf ein breites Potpourri an Maßnahmen, um die Impfzahlen in der Steiermark weiter zu steigern, denn wir sind davon überzeugt, dass der einzige Schutz gegen die Delta-Variante eine hohe Durchimpfungsrate ist″, so Koren.Auch Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig betonte, dass sich die Impfkurve zusehends verflache. „Waren es Ende Juni und Anfang Juli noch 100.000 Impfungen in der Woche so kam man in den letzten zwei Wochen zusammengerechnet auf 105.000 Impfungen. In der kommenden Woche werden 18.000 Steirerinnen und Steirer die 1. Dosis und rund 34.000 die 2. Dosis erhalten.“ Für die erste Augustwoche bekommen dann alle, die im Moment auf der Anmeldeplattform vorgemerkt sind, ihre Termineinladungen.“ Die steirischen Quoten stellen sich laut Wlattnig zum momentanen Zeitpunkt wie folgt dar: 70 Prozent der Erwachsenen ab 18 Jahren haben die Erstimpfung erhalten (vollimmunisiert: 54 Prozent), bei den Impffähigen (alle ab zwölf Jahren) sind 66 Prozent mit einem Erststich versehen und 51 Prozent vollständig geimpft. Auf die Gesamtbevölkerung gesehen haben 58 Prozent in der Steiermark die erste Impfung erhalten und 45 Prozent sind vollständig geimpft. „Damit liegen wir bei den Erstimpfungen derzeit an dritter Stelle im Ranking der Bundesländer“, erklärt Wlattnig. „Es herrscht definitiv kein Impfstoffmangel mehr, sondern ein Mangel an Impfwilligen. Wir werden voraussichtlich die 60 Prozent an Erstimpfungen, bezogen auf die Gesamtbevölkerung, im August erreichen, eine weitere Steigerung ist ohne äußere Einflüsse nicht mehr möglich. Vom Beispiel Israel wissen wir aber etwa, dass es nach dem Erreichen der Quote von rund 60 Prozent im Frühjahr gut drei zusätzliche Monate von März bis Juli gedauert hat, um die Quote um weitere fünf Prozentpunkte zu erhöhen“, erklärt Wlattnig und verweist auf ein Schaubild aus der Tageszeitung „Die Presse“. (Diagramm.)Die derzeitige Situation laut Wlattnig: „Die Impfwilligkeit aus eigenem Antrieb ist gering, die Impfwilligen sind auch bei uns in der Steiermark mehr oder weniger abgeimpft. Es müssten nun zusätzliche äußere Momente eintreten: erhöhte Infektionsgefahren durch die Delta-Variante, vermehrte indirekte Impfpflichten wie etwa die Beschränkungen beim Zugang zur Nachtgastronomie und vor allem niederschwellige regionale Angebote. Letzteres ist der Bereich, wo wir als Land Steiermark etwas tun können, daher gibt es in den kommenden Wochen vermehrt regionale und kurzfristige Angebote über Gemeinden, Vereine oder Dachverbände. Bei den Gemeindeimpfungen sind für die kommenden Wochen bereits Aktionen in sechs Gemeinden geplant, bei 13 Projekten werden hier rund 1000 Impfungen erwartet.“ Als größte Herausforderung sieht Wlattnig die Zielgruppe der jungen Erwachsenen: „Bei den 18- bis 25-Jährigen stehen wir in der Steiermark derzeit bei 36 Prozent Erstimpfungen. Diese Quote muss steigen! Hier bereiten uns Verschwörungstheorien in den sozialen Medien leider Probleme, durch die junge Menschen von Impfungen abgehalten werden.“ (Diagramm)Die beiden Experten Klaus Vander und Karl Tamussino erläuterten die Fakten zum Thema Corona-Impfungen in der Schwangerschaft beziehungsweise Falschmeldungen zur Auswirkung der Impfung auf die Fertilität. Virologe Klaus Vander, ärztlicher Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie: „Seit einiger Zeit kursiert in gewissen Kreisen die Behauptung, dass Antikörper, die nach einer Impfung gebildet werden auch gegen die Plazenta wirksam seien. Dabei handelt es sich um eine bewusst verbreitete Fehlinformation, um sogenannte ´Fake News´. All jenen die eine Schwangerschaft planen, kann aus medizinischer Sicht versichert werden, dass die Impfung keinerlei Auswirkungen auf Schwangerschaften hat. Im Gegenteil: Es gibt eine klare Impfempfehlung für Schwangere nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel und für Frauen, die schwanger werden wollen.″„Wir werden laufend mit Gerüchten und Bedenken bezüglich bereits bestehender oder geplanter Schwangerschaften in der Klinik, aber auch in Arztpraxen konfrontiert“, erklärt Karl Tamussino, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Frauenklinik der Medizinischen Universität Graz. Eine Corona-Impfung sei, so Tamussino, bei schwangeren Frauen sowie auch bei all jenen, die noch einen Kinderwunsch haben, absolut unbedenklich. Im Gegenteil: „Da durch die Impfung die Infektionsgefahr während der Schwangerschaft vermindert wird, wird eine Schutzimpfung bei Kinderwunsch von allen medizinischen Fachgesellschaften empfohlen“, erklärt Tamussino und erwähnt diesbezüglich auch bereits stillende Frauen. Bezugnehmend auf das Gerücht der Unfruchtbarkeit räumt der Mediziner auf: „In diesem Fall müssten jene Frauen, die sich im letzten Jahr mit SARS-CoV-2 infiziert haben, unfruchtbar sein und man müsste eine hohe Fehlgeburtsrate bei einer Infektion mit dem Virus sehen. Dies ist aber nicht der Fall. Es spricht nichts gegen eine Corona-Impfung in der Schwangerschaft, im Gegenteil, sie ist auf jeden Fall zu empfehlen″, appelliert der Experte.Detaillierte Infos dazu bietet das  Video des deutschen Robert Koch Instituts.

Impffortschritt international 
© Quelle: Our World in Data, Grafik: „Die Presse/NS“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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