VCÖ: Autoverkehr auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen hat im 1. Halbjahr zugenommen

Im 1. Halbjahr waren auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen Österreichs mehr Pkw unterwegs als im 1. Halbjahr des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse der Zählstellen der Asfinag zeigt. Im Vergleich zur Zeit vor Covid-19 ist die Verkehrsbelastung aber deutlich geringer. Damit Österreich die Klimaziele erreichen kann, braucht es verstärkte Maßnahmen, die Verkehr vermeiden und verlagern. Wichtig sind  verstärktes Mobilitätsmanagement von Unternehmen und Freizeiteinrichtungen sowie der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in den Regionen, betont der VCÖ.   

Im Vergleich zur Zeit vor Covid-19 sind noch deutlich weniger Autos auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen unterwegs, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis der Zählstellen der Asfinag zeigt. So waren auf der Laßnitzhöhe auf der A2 heuer im 1. Halbjahr um rund 17 Prozent weniger Pkw unterwegs als im 1. Halbjahr 2019, auf der A9 bei Gabersdorf um 23 Prozent weniger und auf der S35 bei Übelstein um 17 Prozent weniger.

Im Vergleich zum 1. Halbjahr des Vorjahres ist der Autoverkehr aber gestiegen, wie die VCÖ-Analyse zeigt. So wurden auf der A2 beim Flughafen Graz mit durchschnittlich 54.200 Pkw pro Tag um 9,1 Prozent mehr gezählt als im 1. Halbjahr 2020. Auf der A9 bei St. Michael waren um sieben Prozent mehr Autos unterwegs, bei Graz-Webling um rund zehn Prozent mehr. Auf der S6 nahm der Autoverkehr bei St. Marein um rund vier Prozent zu, auf der S36 bei Zmöllach um rund zehn Prozent.

„Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise braucht es verstärkte Maßnahmen, um den Verkehr auf klimaverträglichere Verkehrsmittel zu verlagern. Einerseits sind mehr Bahn- und Busverbindungen und der Ausbau der raschere Ausbau Rad-Infrastruktur der Rad-Infrastruktur nötig. Und andererseits sind mehr Anreize nötig, um das vorhandene Bahn- und Busangebot zu nutzen oder zumindest Fahrgemeinschaften zu bilden“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Gerade im Pendelverkehr ist das Potenzial groß, in mehr als 90 Prozent der Autos sitzt nur eine Person. Allein wenn der Besetzungsgrad von derzeit durchschnittlich 1,1 auf 1,5 erhöht wird, heißt das um ein Viertel weniger Autos, verdeutlicht der VCÖ. Durch Mobilitätsmanagement können Betriebe und Unternehmen wesentlich dazu beitragen, dass die Beschäftigten verstärkt mit Bahn, Bus, Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit kommen. Erfolgreiche Beispiele sind etwa Boehringer-Ingelheim in Wien-Hetzendorf, Infineon in Villach, Berger Logistik in Wörgl, Haberkorn in Wolfurt oder Anton-Paar bei Graz.

Wichtig ist auch, dass beliebte Freizeitziele optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Das öffentliche Verkehrsangebot ist auch in den Regionen auszubauen und zu verbessern. „Dass auch in dünn besiedelten Regionen ein gutes Linienbus-Angebot möglich ist, ist im Bregenzerwald  in Vorarlberg zu sehen, wo Busse im Halbstundentakt optimal aufeinander abgestimmt verkehren und auch am späteren Abend und am Wochenende ein gutes Angebot vorhanden ist“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at