VCÖ: Südoststeiermark hat die meisten neuen E-Pkw im Bundesland

Bereits jeder 6. Neuwagen in der Südoststeiermark war im 1. Halbjahr ein Elektroauto, informiert der VCÖ. Damit hat sie Südoststeiermark den höchsten E-Pkw-Anteil in der Steiermark vor Graz-Umgebung und Hartberg-Fürstenfeld. Ab dem Jahr 2035 sollen in der EU nur mehr emissionsfreie Pkw neuzugelassen werden. Damit Österreich das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2040 erreichen kann, ist bei Neuwagen ein früherer Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor nötig, betont der VCÖ.

„Sowohl in der Stadt als auch in den Regionen erreichen E-Pkw bereits einen hohen Anteil bei den Neuzulassungen“, fasst VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen ein Ergebnis der aktuellen VCÖ-Analyse aus Basis von Daten der Statistik Austria zusammen. Einsamer Spitzenreiter ist Wien-Ottakring mit einem in Österreich noch nie erreichten Rekordwert von 42,6 Prozent E-Pkw. An zweiter Stelle folgt Wien Innere Stadt mit 22,90 Prozent. Außerhalb Wiens ist der Salzburger Bezirk Hallein mit 20,7 Prozent der Spitzenreiter, berichtet der VCÖ.

Mit 18 Prozent E-Pkw liegt die Südoststeiermark nicht nur deutlich über den Österreich-Schnitt von 11,4 Prozent, sondern auch im österreichweiten Bezirke-Ranking an guter 12. Stelle, wie die VCÖ-Analyse zeigt. In der Steiermark folgen hinter der Südoststeiermark dann die Bezirke Graz-Umgebung (15,3 Prozent) und Hartberg-Fürstenfeld (13,8 Prozent). In Gröbming fahren 13 Prozent aller im 1. Halbjahr neuzugelassenen Pkw zu 100 Prozent mit Strom, im Bezirk Leibnitz zwölf Prozent und in der Landeshauptstadt Graz 11,9 Prozent.

Da insgesamt rund zwei Drittel der Neuwagen von Unternehmen und anderen juristischen Personen angeschafft werden, spielen Betriebe bei der Umstellung der Pkw-Flotte auf emissionsfreie Antriebe eine zentrale Rolle. Bei E-Pkw lag der Anteil der „juristischen Personen“ im 1. Halbjahr bei 84 Prozent, informiert der VCÖ. Je mehr Betriebe ihren Fuhrpark sukzessive auf E-Pkw umstellen, umso mehr Elektroautos kommen in den Gebrauchtwagenmarkt und damit zu den privaten Haushalten. „Deshalb ist es wichtig, dass künftig nur mehr emissionsfreie Firmenwagen steuerlich begünstigt werden“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Zudem ist die Förderung für Plug-In-Hybride zu beenden. Schon bisher wurde diese Förderung zurecht kritisiert, weil sowohl nationale als auch internationale Studien zeigen, dass der reale CO2-Ausstoß im Schnitt um ein Vielfaches höher ist als die Herstellerangaben versprechen.

„Das gestern von der EU-Kommission vorgestellte Ziel, dass in der EU ab dem Jahr 2035 nur mehr emissionsfreie Neuwagen verkauft werden, ist nicht so ambitioniert, wie es auf den ersten Blick erscheint. Denn immer mehr Autohersteller geben einen früheren Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bekannt“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Jaguar möchte ab dem Jahr 2025 ausschließlich eine E-Pkw Marke sein, Opel ab dem Jahr 2028, Volvo ab dem Jahr 2030, Audi steigt spätestens 2033 aus dem Verbrennungsmotor aus und VW hat schon Ende Juni den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2035 verkündet.

Damit Österreich das Regierungsziel der Klimaneutralität im Jahr 2040 erreichen kann, sollte spätestens ab dem Jahr 2030 kein Neuwagen mehr verkauft werden, der mit Diesel oder Benzin angetrieben wird. Schweden, Dänemark, Niederlande, Slowenien, Irland und nun auch Großbritannien haben den Ausstieg für das Jahr 2030 beschlossen, Norwegen sogar für das Jahr 2025. In Norwegen waren im Vorjahr 51,6 Prozent der Neuzulassungen Batterieelektrische Pkw, noch im Jahr 2013 lag der Anteil bei nur 5,8 Prozent.

E-Pkw verursachen laut Umweltbundesamt im Schnitt in ihrer Gesamtbilanz inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung in Österreich um 59 Prozent weniger CO2 als durchschnittliche Benzin- und Diesel-Pkw. Die Bilanz kann verbessert werden, wenn erstens nur Ökostrom getankt wird und zweitens kleinere Fahrzeuge verwendet werden. „Auch für E-Pkw gilt: Je größer und schwerer, umso höher der Energieverbrauch und umso schlechter die Umweltbilanz“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können, ist der Antriebswechsel bei Pkw zu wenig. Der Verkehrsaufwand insgesamt ist zu reduzieren, etwa durch die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung und ein Ende der Zersiedelung und der Anteil der klimaverträglicheren Mobilität, des Öffentlichen Verkehrs, dem Radfahren und Gehen, ist stark zu erhöhen, stellt der VCÖ fest.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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