ServusTV: Ich will Moor

„Heimatleuchten: Unsere Seen – Vom Schätzen und Schützen“, am Fr., 23.07., ab 20:15 Uhr

Grüner See
© ServusTV / Gloriafilm

Es gibt Seejuwele in Österreich, die sind so wunderschön und einzigartig gelegen, mit so hoher Wasserqualität, dass man darin weder baden noch fischen, an ihren Ufern nicht campen, ja nicht einmal einen Zeh ins Wasser halten darf. Man darf sie nur anschauen, oder, wenn man so will, sich an ihrem Anblick erfreuen.
Der geborgte See
Der Brunnsee am Fuße des Hochschwabmassivs, eine fast schon kitschige Ultraschönheit in der Steiermark, die allerdings der Stadt Wien gehört. Der See ist Teil eines riesigen Quellschutzgebietes, einst klösterliches Eigentum des Benediktinerstiftes Admont, aus dem die Bundeshauptstadt mehr als die Hälfte ihres Trinkwassers bezieht. Über die zweite Wiener Hochquellenleitung gelangt das Wasser in die 180 Kilometer entfernte Millionenstadt. Eine bautechnische Meisterleistung aus der k. u. k. Zeit. Auf seiner Reise nach Wien fließt das Wasser durch 70 Kilometer Tunnel, überquert mehr als 100 Gräben und Talübergänge, und gelangt schließlich eineinhalb Tage später nur über natürliches Gefälle ans Ziel.

Steirisches Atlantis
Auf der gegenüberliegenden Seite des Hochschwabmassivs findet sich der Grüne See bei Tragöß. Mittlerweile, durch die sozialen Medien wie Instagram und Facebook, ein Topstar unter den heimischen Gewässern, dessen Smaragdgrün bereits millionenfach fotografiert und weltberühmt wurde. Jedes Jahr mit Einsetzen der Schneeschmelze entsteht eine temporäre Unterwasserwelt mit magischer Anziehungskraft. An den Wochenenden wird das Naturjuwel regelrecht von Tagestouristen gestürmt, bis zu 1.500 Autos kommen hier täglich an. Das Tauchen ist mittlerweile verboten und auch sonst ist nicht viel erlaubt geblieben, außer anschauen. Touristisch nützen oder doch besser – vor den Touristen schützen? Eine Gratwanderung, nicht nur im beschaulichen Urlaubsort in der Steiermark.

Eine moorige Angelegenheit
Am naturgeschützten Ibmer See in Oberösterreich, oder auch Heratinger See genannt, wird ein eigener, sanfter Weg beschritten. Manchmal sogar „bloßhappert“, wenn durch die üppige Moorlandschaft entlang des Seeufers gewandert wird. „Man muss die Natur erst einmal schätzen, dann wird man sie auch schützen“, ist die Naturführerin Maria Wimmer überzeugt. Ein Pferdehof ist mit Abstand das größte Gebäude am Ufer des Ibmer Sees. Und so soll es auch bleiben. Pläne für Hotel & Co sind bislang im ewig alten Moor „versunken“. Und dass hier auf Traktor-Oldtimern die Gegend rund um den See erkundet wird, passt auch haargenau ins naturnahe und bodenständige Tourismuskonzept der Region.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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