Wolfsrisse gefährden Almwirtschaft und Tourismus – Köstinger für Entnahme von Problenwölfen

  • Seit Beginn der Almsaison 2021 sind Landwirte mit zunehmenden Wolfsrissen konfrontiert.
  • Vor allem die Bundesländer Tirol und Salzburg sind stark betroffen, zuletzt auch die Steiermark und Kärnten.
  • Insgesamt wurden heuer schon mehr als 200 Tiere, hauptsächlich Schafe, von Wölfen gerissen.
    • Zum Vergleich: In der gesamten Almsaison 2020 waren es knapp 300 nachgewiesene Risse.
  • Die Wölfe bedrohen die heimische Alm- und Weidewirtschaft, aber auch die touristische Nutzung dieser Naturlandschaften!
  • Wenn Almbäuerinnen und Almbauern ihre Tiere frühzeitig wieder ins Tal bringen müssen und die Gefahr besteht, dass Wanderwege gesperrt werden müssen, dann ist es Zeit, zu handeln!
  • Der vielzitierte Herdenschutz ist aufgrund des steilen und unwegsamen Geländes und aufgrund der meist kleinen Betriebsstrukturen vielerorts nicht möglich bzw. mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden.
  • Das betrifft insbesondere das Zäunen von Almen.
    • Errichtete Zäune bieten keinen vollständigen Schutz der Herden, sie werden häufig von Wölfen einfach übersprungen.
    • Der Einsatz von Herdenschutzhunden ist in den touristisch genutzten Regionen Österreichs ebenfalls keine praktikable Option.
  • Die Entnahme einzelner Problemwölfe ist rechtlich durchaus möglich (auch gemäß der FFH-Richtlinie). Mit Hilfe von DNA-Proben ist nachweisbar, wenn ein und derselbe Wolf für mehrere Risse verantwortlich ist.
  • In der Praxis zeigt sich, dass die von den zuständigen Behörden im Einzelfall erteilten Bescheide häufig unmittelbar beeinsprucht und eine Entnahme damit verunmöglicht wird.
    • Diese Verfahren müssen deutlich beschleunigt und im Sinne der Almwirtschaft vereinfacht werden!
  • Das vom BMLRT initiierte Österreichzentrum Wolf, Bär, Luchs unterstützt die betroffenen Almbauern nach einem Rissereignis mit sogenannten Notfallteams.
  • Dabei geht es um die Bergung von toten und verletzten Tieren, das Zusammentreiben der versprengten Tiere, die Errichtung eines Nachtpferchs etc.
    • Die Notfallteams sind meist binnen kürzester Zeit vor Ort.

Zitate Bundesministerin Köstinger

„Die heimische Alm- und Weidewirtschaft ist akut gefährdet! Die Meldungen von Wolfsrissen häufen sich. Das ist nicht nur für Almbauern, sondern auch für die touristische Nutzung von Almen und Wanderwegen ein Problem. Wenn jetzt nicht gehandelt und Problemwölfe entnommen werden, werden die heimischen Almen bald nicht mehr bewirtschaftet werden.“

„Die Wölfe haben alleine in den letzten Wochen rund 200 Tiere gerissen. Der Anblick gerissener Tiere ist – neben dem wirtschaftlichen Schaden – auch psychisch sehr belastend für die betroffenen Almbauern.“

„Die friedliche Koexistenz von Wölfen und Almwirtschaft ist eine Illusion. Wölfe sind Raubtiere, die oft wahllos zuschlagen und Almvie reißen. Es gibt rechtliche Möglichkeiten, Problemwölfe zu entnehmen. Diese müssen konsequent genutzt werden, um Almvieh – und auch Menschenleben – zu schützen.“

„Wir können nicht darauf warten, bis der erste Mensch durch einen Problemwolf verletzt wird oder zu Schaden kommt. Dass dieses Bedrohungspotential besteht, zeigen Angriffe in anderen Ländern.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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